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Komunalpolitik

Ideenwettbewerb für Schule gefordert

Freien Wähler wollen vor der Generalsanierung in Diesenbach einen Kostenplan für einen Neubau. Ihr Vorschlag lautet, das ganze Gelände zu überplanen.
Von Sabine Norgall, MZ

Die neue Kinderkrippe (links) ist  als Einheit mit der Grundschule geplant. Diese soll generalsaniert werden. Die Freien Wähler beantragen, das gesamte Gelände  neu zu überplanen.
Die neue Kinderkrippe (links) ist als Einheit mit der Grundschule geplant. Diese soll generalsaniert werden. Die Freien Wähler beantragen, das gesamte Gelände neu zu überplanen. Foto: Norgall

Regenstauf.Die Entscheidung für die Generalsanierung der Grundschule Diesenbach fiel nach Ermittlung der aktualisierte Kosten von 4,3 Millionen Euro bereits im Juli im Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschusses des Markt Regenstauf. Dagegen stimmte Michael Drindl von den Freien Wählern. Vor dem endgültigen Marktratsbeschluss beantragten die Freien Wähler eine detaillierte Kostenschätzung für einen Neubau. Für die Generalsanierung der Schule, begründet Erich Viehbacher, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, würden die Kosten wohl die Grenze von fünf Millionen Euro erreichen. Der Beschluss für die Generalsanierung sei 2012 aufgrund einer völlig falschen Kostenschätzung gefallen (siehe auch Infoteil). Die erstellte Kostenschätzung für einen Neubau, so die Argumentation, gehe von der gleichen Kubatur wie beim Altbau aus. Diese Zahl hinkt laut Viehbacher. Für einen Neubau ergäbe sich womöglich eine andere Baukonstruktion oder ein anderer Standort. Zudem, beklagt Viehbacher, lägen im Falle der Schulsanierung keine genaue Betriebskostenaufstellung für die Heizung vor.

Alternative bei Heizung

Zur vorgeschlagenen Pelletheizung gebe es Alternativen wie ein Blockheizkraftwerk mit Biomethangas. Zentrale Forderung der Freien Wähler ist ein Ideenwettbewerb mit mindestens zwei Architekten und einen Objektplan für das gesamte Areal. Berücksichtigt werden solle neben der Schule einer Sanierung von Feuerwehrhaus, Sportgaststätte, Turnhalle und dem gemeindeeigenen Wohnhaus. Für das aktive Zentrum habe man Architektenwettbewerbe und Bürgerbeteiligung installiert, diesen Wettbewerb fordern die Freien Wähler auch für die Schule Diesenbach.

Im Gespräch mit der MZ ergänzt FW-Marktrat Michael Drindl, dass man nicht alle Maßnahmen auf dem Gelände gleichzeitig angepackt könne. Er denke an einen Zeitraum von zehn Jahren. Drindl befürchtet, dass 4,3 Millionen Euro nicht die Endzahl für die geplante Sanierung sind: „Aber wenn wir erst in der Sanierung sind, müssen wir jede Erhöhung mitbeschließen, weil wir nicht mehr zurück können.

Auch Kindergarten ist betroffen

Bürgermeister Siegfried Böhringer will den Antrag der Freien Wähler wohl erst in einer Sondersitzung am 1. Oktober behandeln. Im September ist Architekt Peter Hanshans im Urlaub. Böhringer plädiert für die Generalsanierung, da es nicht nur um die Grundschule, sondern auch um den Kindergarten gehe, der sich im Untergeschoss der Schule befindet. Im Kindergarten habe man nach dem Beschluss für die Generalsanierung 2012 bereits die meiste Sanierungsarbeiten durchgeführt. Der Beschluss für die Kinderkrippe neben dem Kindergarten sei auch deshalb gefallen, weil man eine gemeinsame Leitung installieren konnte. Wollte man jetzt Schule und Kindergarten neu bauen und mit der Kinderkrippe verbinden, bekäme man dafür „wahnsinnige Auflagen“.

Abstandsflächen fehlen

Den Neubau der Schule auf einem anderen Standort auf dem Gelände habe man überprüft, wegen fehlender Abstandsflächen aber nicht weiter verfolgt. Bei einem Neubau bekäme die Schule wegen geänderte Vorgaben deutlich kleinere Klassenzimmer. Böhringer: „Die Größe ist nicht zwingend, aber es ist angenehm, wenn man Platz hat.“ Ein Entschluss zu einem Gesamtkonzept hätte vor dem Bau der Kinderkrippe kommen müssen. Für die Generalsanierung sei als Zeitraum ein Jahr vorgesehen. Bei Abriss, Ausschreibung und Neubau ergebe sich eine Zeitverschiebung von mindestens drei Jahren. Allerdings sei die Schule wegen fehlender Brandschutzvorkehrungen schon jetzt nur mit Sondergenehmigung geöffnet.

Art der Heizung ist noch offen

Für CSU-Fraktionsvorsitzenden Bruno Schleinkofer ist die Planung jetzt zu weit gediehen, um Grundsatzfragen zu erläutern. Worüber man durchaus noch reden könne, sei die Art der Heizung. Die Sanierung des übrigen Geländes könne man immer noch Schritt für Schritt angehen, sonst verzögere sich die Generalsanierung viel zu sehr.

SPD-Fraktionsvorsitzender Fred Wiegand verweist darauf, dass bei einem Neubau Schule und Kindergarten neu gebaut werden müssten. Verschiedenen Zuständigkeiten und verschiedene Zuschüsse würde dann das Projekt sehr erschweren. Eine Grundsatzdiskussion über das ganze Gelände zu führen hält er für unklug. „Das Sportheim und die Gaststätte haben mit Schule und Kindergarten überhaupt nichts zu tun.“

Chancen eines Neubaus

Stefan Potschaski (FDP) schließt sich dem Antrag der Freien Wähler inhaltlich voll an. Potschaski: „Ich kann keine Generalsanierung beschließen, wenn ich die Kosten für einen Neubau nicht kenne. Ein Neubau, so seine Überlegung, könnte eventuell auch energetisch oder architektonisch betrachtet attraktiv sein.

Für Josef Angerer (ÖDP) kommt der Antrag zu spät. Mit einem kleineren Neubau würde die Schule an Aufenthaltsqualität verlieren. In den Kindergarten habe man viel Geld investiert und eine dritte Gruppe angegliedert.

Anderer Schulstandort gefährdet?

Vor dem Krippenneubau, sagt Angerer, wäre die Zeit für Grundsatzentscheidungen gewesen. Hätte man sich damals dafür entschieden, den Schulstandort Diesenbach aufzugeben und die Kinder an die Schulen am Schlossberg und Ramspau aufzugliedern, hätte sich vielleicht wirklich Geld sparen lassen. Angerer: „Wenn die Grundschule Diesenbach jetzt generalsaniert ist, trifft es vielleicht einen anderen Standort, den wir schließen müssen.“

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