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Kreisel soll künftig Staus vermeiden

Baumaßnahme wird Situation vor Ort entlasten. Der schnelle Weg zur A 93 will nicht der Osttangente den Weg bereiten.
Von Sabine Norgall, MZ

An der Kreuzung Benzstraße /R 21 entsteht  ein Kreisverkehr. Der soll zum einen den Verkehr aus dem Gewerbegebiet zügig ableiten, zum anderen die Abfahrt von der B 15 in Richtung Autobahn erleichtern.
An der Kreuzung Benzstraße /R 21 entsteht ein Kreisverkehr. Der soll zum einen den Verkehr aus dem Gewerbegebiet zügig ableiten, zum anderen die Abfahrt von der B 15 in Richtung Autobahn erleichtern. Foto: no

Regenstauf.„Wer Straßen säht, muss mit Verkehr rechnen“. So umschrieb Marktrat Erich Viehbacher (Freie Wähler) in der Sitzung des RegenstauferMarktrats die Notwendigkeit, den vor Ort generierten Verkehr möglichst wirksam zu leiten. Regenstauf legte in den vergangenen Jahren beim Wachstum stets zu. In den südlichen Gewerbegebieten führte das zu Klagen dort ansässiger Firmen.

Bereits 2014 beauftragte der Markt das Büro Geoversum mit einer Verkehrsuntersuchung. Diese sollte die Auswirkungen der baulichen Entwicklung im Bereich der Verknüpfungspunkte der Gewerbegebiete mit der Kreisstraße R 21 darstellen. Besonders sollten Verbesserungsmaßnahmen an den Einmündungen Gutenbergstraße/Bahnweg, Dr. Pfannenstielstraße und Benzstraße/Auffahrt B 15 untersucht werden. Die Untersuchungsergebnisse von 2014 wurden mit dem Landkreis als Baulastträger für die R 21 und mit den Firmen der anliegenden Gewerbegebiete besprochen. Anschließend beauftragten Markt und Landkreis weitere Untersuchungen mit dem Ziel: Wie bringt man den Verkehr über die R 21 am effektivsten auf die Autobahn.

Kreisstraße ist ausgelastet

Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass die Kreisstraße R 21 im Bereich der Einmündungen zum Gewerbegebiet bereits heute an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit stößt. Zu Spitzenzeiten, wenn die Eckert-Schüler in den Markt kommen und diesen am Abend wieder verlassen, wird die Leistungsfähigkeit überschritten. Bereits 2014 lag der DTV (durchschnittliche tägliche Verkehr) auf der R 21 in diesem Bereich bei rund 12 000 Fahrten am Tag. Beim Durchschnittswert sind auch die Wochenenden berücksichtigt, an Werktagen können es deutlich mehr Fahrzeuge sein.

Das Büro Geoversum prüfte verschiedenen Varianten wie Kreisverkehre, hintereinander geschaltete Ampeln oder Einbahnstraßen-Regelung auf den Gemeindestraßen. In die Untersuchung flossen Verkehrsprognosen bis zum Jahr 2030 ein. Bereits 2016 schaffte Regenstauf eine erste Entlastung der Verkehrssituation. An der Gutenbergstraße wurde eine zusätzliche Abbiegespur gebaut. Diese Baumaßnahme behinderte die nachfolgende Planung nicht.

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In Absprache mit dem Landratsamt und dem Staatlichen Bauamt entschieden sich die Regenstaufer Markträte jetzt für einen Kreisverkehr an der Einmündung der Benzstraße und der Abfahrt der B 15 in die R 21. Der Kreisverkehr wird einen Durchmesser von 50 Metern haben. Zusätzlich wird von der B 15 aus eine Abbiegespur gebaut. Auf ihr können Rechtsabbieger, ohne den Kreisverkehr zu benutzen, direkt in Richtung Autobahn fahren. Dieser Planung stimmte der Regenstaufer Marktrat einstimmig zu. Ist künftig für Fahrzeuge aus der Gutenberg- oder der Dr. Pfannenstielstraße aufgrund des Verkehrsaufkommens das Linksabbiegen in die R 21 schwierig, können sie nach rechts zum Kreisverkehr abbiegen und dann problemlos in Richtung Autobahn fahren. Alle Ausbaumaßnahmen sind als Stufenplan angelegt. Sollte der Kreisverkehr nicht zur gewünschten Entlastung führen, ist ein Rechtsabbiegegebot an Gutenberg- und Dr. Pfannenstielstraße und in einen nächsten Stufe eine Ampellösung vorgesehen.

Die Kosten

  • Kostenvoranschlag

  • Die überschlägigen Baukosten für die Maßnahme werden für den Kreisverkehr auf circa 400 000 Euro, für die Direktrampe von der B 15 zur R 21 auf 150 000 Euro und auf weitere 150 000 Euro für Stützmauern geschätzt, die durch den Einschnitt in das Gelände notwendig werden.

  • Kostenaufteilung

  • Über die Kostenbeteiligung zwischen den Straßenbaulastträgern Bund, Landkreis und Markt wird eine Vereinbarung geschlossen.

  • Fertigstellung

  • Derzeit wird von der Fertigstellung bis 2019 ausgegangen. Realisiert wird der Bau durch die Tiefbauabteilung des Landkreises.

Zusätzlich zur Planungsvorstellung durch das Büro Geoversum gab Dr. Christoph Häusler, im Landratsamt Regensburg für den regionalen Nahverkehrsplan zuständig, den Markträten einen Überblick zu den Zwischenergebnissen der Verkehrsuntersuchung Regensburg Nord. Bürgermeister Siegfried Böhringer machte aber noch vor der Abstimmung zum Kreisverkehr klar, dass dieser nur dazu gedacht sei, den Regenstaufer Verkehr möglichst effektiv zu verteilen. Mit einem Vorgriff auf die Osttangente und einem eventuellen Ableiten des Verkehrs über B 15 und R 21 hin zur Autobahn habe der Beschluss nichts zu tun.

Sehen Sie im Video: In Regenstauf entsteht ein neuer Kreisverkehr. Die Osttangente soll damit keinesfalls an Regenstauf herangeführt werden.

In Regenstauf entsteht ein neuer Kreisverkehr. Die Osttangente soll damit keinesfalls an Regenstauf herangeführt werden. ‹Video: Norgall

Für Bürgermeister Böhringer wäre eine Regenbrücke bei Sallern und der Ausbau des Lappersdorfer Kreisels das Mittel der ersten Wahl für die künftige Verkehrsführung. Dr. Häusler gab der Regenstaufer Markt rat zwar keinen Beschluss, aber doch einen einstimmige „Stimmungsabfrage“ mit auf den Weg: Der Verkehr der Osttangente soll nicht an Regenstauf herangeführt werden.

Hans Dechant freute sich für die SPD-Fraktion für die Lösung des Kreisverkehrs, die nicht, wie die Ampellösung an der Autobahnabfahrt Regenstauf, stehenden Verkehr produzieren werde. Hinsichtlich einer Osttangentenvariante blieb er skeptisch: „Das würde viel Verkehr von der Autobahn herunterziehen und zum Verkehrskollaps in Regenstauf führen.“ CSU-Fraktionssprecher Bruno Schleinkofer betonte den großen Bedarf für eine Verkehrsverbesserung in Regenstauf: „Sonst darf man keine neuen Gewerbegebiete ausweisen oder alte auffüllen. “ Von einem Heranführen der Osttangente, sagte er, sei in dem Beschluss des Marktrats keine Rede: „Hierbei geht es nur um unsere Verkehrssituation in Regenstauf.“

Verkehrszählung abwarten

Im Gespräch mit unserem Medienhaus zeigte sich der Leiter des Regenstaufer Bauamts, Reinhold Viehbacher, skeptisch hinsichtlich der angeblich nur mäßig erhöhten Verkehrszahlen in Regenstauf, die Dr. Häusler im Falle einer Variante der Osttangente für den Markt prognostizierte. Viehbacher empfiehlt, als Basis für weitere Planungen, auf die offiziellen Zahlen der Verkehrszählung von 2015 zu warten. Zur prognostizierten Bauzeit des Kreisverkehrs bis 2019 warnte Marktrats und Vorsitzender des Abwasserzweckverbands Regental, Fritz Dechant, vor Optimismus. Im Hinblick auf ruhende Baumaßnahmen im Markt, für die es seit Jahren kein Wasserrecht gibt, prophezeite er: „Das wird mindestens fünf Jahre dauern.“

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