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Müll vermiest das Wertstoffsammeln

Regenstauf will keine weiteren Wertstoffcontainer aufstellen. Immer mehr Schmutzfinken entsorgen dort nämlich ihren Hausmüll.
Von Sabine Norgall, MZ

  • Stephan Krempl ist kaum mehr zu überraschen. In Eitlbrunn gehörte neben Hausmüll auch eine Fritteuse zu den Fundsachen im Dosencontainer. Foto: Norgall
  • Auch Farbreste und Altöl hat Stephan Krempl schon aus den Wertsoffcontainern geholt. Foto: Norgall

Regenstauf. Müll zu trennen ist so deutsch, dass es teilweise Bestandteil in Integrationskursen für Asylsuchende ist. Ein wenig Unterricht darin, was dabei sinnvoll ist, und was man ganz einfach lassen sollte, würde auch manchem Einheimischen nicht schaden. Stephan Krempl gehört im Regenstaufer Bauhof zum Team von Herbert Buchmeier, das sich unter andere um die Containerplätze in der Marktgemeinde kümmert. Dort sollten eigentlich nur die Wertstoffe entsorgt werden, die wiederverwertet werden können. Die unappetitliche Wahrheit in den Container ist aber oft eine andere. Stephan Krempl weiß, je nach Wochentag, meist schon zuvor, was ihn an den Containerplätzen in den einzelnen Ortsteilen erwartet: „ Je länger der Termin für die Müllabfuhr vorbei ist und je voller die heimischen Tonnen sind, umso mehr Hausmüll findet sich in den Wertstoffcontainern.“

„Vielleicht ist es besser, sie stellen ihren Müll an einem festen Platz ab, bevor sie ihn in der Natur verteilen.“

Christian Fischer, Angestellter im Bauhof

Einige Bürger sparen an den Tonnengröße und überlassen es den Mitarbeitern des Bauhofs ihren Müll zu entsorgen. Christian Fischer, Angestellter im Bauhof, sieht das Verhalten fast schon fatalistisch: „Vielleicht ist es besser, sie stellen ihren Müll an einem festen Platz ab, bevor sie ihn in der Natur verteilen.“

Sehen Sie im Video: Stephan Krempl findet immer wieder Hinterlassenschaften im Wertstoffcontainer, die dort keinesfalls hingehören.

Stephan Krempl findet immer wieder Hinterlassenschaften im Wertstoffcontainer, die dort keinesfalls hingehören. Video: Norgall

Der Ärger über das Verhalten mancher Mitbürger sitzt tief. Diese Erfahrung machte Marktrat Wolfgang Zelzner (CSU), als er in der Sitzung des Marktrats nachfragte, ob man für die Bürger in der Ortsmitte einen Glascontainer im Bereich des Rewe-Markts aufstellen könnte. Die Antwort von Bürgermeister Siegfried Böhringer war ein ebenso spontanes, wie entschiedenes „Nein“. Zu häufig gebe es Beschwerden über vermüllte Containerplätze.

Jeweils am Mittwoch machen die Bauhofmitarbeiter ihre große Tour zu den Containerplätzen. Am Freitag wird vielfach nochmals kontrolliert.
Jeweils am Mittwoch machen die Bauhofmitarbeiter ihre große Tour zu den Containerplätzen. Am Freitag wird vielfach nochmals kontrolliert. Foto: Norgall

Die Containerplätze beim FF-Haus in Eitlbrunn, beim Netto-Markt in Regenstauf, im Bereich des neuen Friedhofs und beim FF-Haus in Ramspau seien die Plätze, an denen am meisten Hausmüll entsorgt werde. Der Containerplatz beim alten Volksfestplatz in der Pestalozzistraße wurde bereits aufgelöst, dort häufte sich der Müll und in der Folge die Beschwerden der Anwohner.

„Wir würden uns wünschen, dass uns Umweltsünder konkret gemeldet werden. Dann kriegen die ein gehöriges Verwarnungsgeld.“

Bürgermeister Siegfried Böhringer

Bürgermeister Böhringer hat Verständnis für den Ärger der Anwohner. Allerdings machten die meisten Anrufer im Rathaus nur ihrem Ärger Luft, schreckten aber vor einer Anzeige zurück, in der sie als Zeugen benannt würden. Böhringer: „Wir würden uns wünschen, dass uns Umweltsünder konkret gemeldet werden. Dann kriegen die ein gehöriges Verwarnungsgeld.“ Johann Würsching, bei der Marktverwaltung unter anderem für die Containerplätze zuständig, hat folgenden Tipp: „Autonummer aufschreiben und uns melden.“

Container statt Sondermüll

Ein ordentliches Verwarnungsgeld wäre sicher für die Mitbürger fällig geworden, deren Hinterlassenschaften Stephan Krempl an dem Tag, als ihn unser Medienhaus bei seiner Arbeit begleitet, aus dem Dosencontainer in Eitlbrunn zieht. Eine Fritteuse inclusive Altöl gehört an diesem Tag ebenso zu den Fundsachen wie einige Beutel Hausmüll. Auf dem Anhänger des Bauhoffahrzeugs stehen zwei Kisten mit „Fundsachen“. Die Kanister mit Altöl oder Büchsen mit eingetrockneter Farbe wären wohl eher ein Fall für den Sondermüll gewesen.

Standplätze

  • Regenstauf

  • Containerstandplätze gibt es beim Wertstoffhof, Werner-von Siemens-Straße; Parkplatz neuer Friedhof, Hauptstraße beim Metzgerwirt, Straßäcker beim Netto-Markt.

  • Ortsteile

  • Diesenbach hinter FF-Haus; Heilinghausen: Ortsende rechts der Staatsstraße; Hirschling: Brückenweg;

  • Karlstein: Schlossparkstraße;Marienthal: beim Gasthaus; Ramspau: gegenüber neuem FF-Haus; Steinsberg: beim Festplatz

Johann Meier, der direkt neben dem Feuerwehrhaus in Eitlbrunn wohnt, hat den Containerplatz gut im Auge. Beim Erzählen belächelt er „Damen mit g’machte Fingernägel“, die es von vorneherein vermeiden würden, Leergut in den vorgesehen Container zu schmeißen. „Die stellen einfach die ganzen Kisten ab, obwohl im Container reichlich Platz wäre.“

Vor zwei Jahren kam es am Parkplatz vor der Ulrich-von Drechsel-Realschule immer wieder zu wilden Müllablagerungen.

Der Containerplatz ist der Pestalozzistraße ist bereits Geschichte. Dort nahm der entsorgte Hausmüll überhand. Ein Umweltsünder wurde nach dem Fund von Adressen im Müll angezeigt.
Der Containerplatz ist der Pestalozzistraße ist bereits Geschichte. Dort nahm der entsorgte Hausmüll überhand. Ein Umweltsünder wurde nach dem Fund von Adressen im Müll angezeigt. Archiv-Foto: Norgall

Weil es sich dort um Privatgelände des Landkreises handelt, durfte eine Videokamera installiert werden, deren Aufnahmen jeweils zeitnah gelöscht wurde. Nach den Erfahrungen mit der Kamera befragt, kommentiert Konrektorin Luitgard Gregori-Erl heue begeistert: „Super, es hat gewirkt.“ Einmal hätte ein Verursacher ein Bußgeld kassiert, danach sei Schluss gewesen.

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