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Bildung

Schüler ackern mit Herz und Hand

Die Klasse 4a der Grundschule am Schlossberg in Regenstauf baut im Kreislehrgarten Gemüse an. Das Ziel ist eine Gemüse-AG.
Von Sieglinde Geipel

Mit Begeisterung sind die Grundschüler bei der „GemüseAckerdemie“ dabei. Foto: Geipel
Mit Begeisterung sind die Grundschüler bei der „GemüseAckerdemie“ dabei. Foto: Geipel

Regenstauf.Für die Schüler der Klasse 4a der Grundschule am Schlossberg in Regenstauf hieß es am Morgen: „Heute gehen wir auf den Acker“! Die Grundschule ist eine von 18 in Bayern, die den Zuschlag für die Teilnahme an dem ganzjährigen Programm erhalten hat. Es begann für die Schüler bereits Anfang Mai mit dem ersten Pflanztag im Kreislehrgarten in Regenstauf in unmittelbarer Nähe der Schule. Hintergrund des Projekts ist es, dass die Kinder unter fachlicher und pädagogischer Anleitung erfahren sollen, wo Lebensmittel herkommen und wie sie wachsen.

Zum Auftakt der „GemüseAckerdemie“ waren nicht nur die Grundschulkinder mit ihren Lehrkräften und der Schulleiterin Heidi Nickl gekommen: Landrätin Tanja Schweiger stellte den Kindern den Kreislehrgarten vor. 2. Bürgermeister Johann Dechant lobte die Aktion, da die Kinder heutzutage immer weniger die Möglichkeit hätten, zu sehen, woher das Gemüse kommt und wie es wächst.

Drei Säulen der Gesundheit

Richard Deml, Direktor der AOK Regensburg, erklärte den Schülern die drei Säulen für ein gesundes Leben: Bewegung, Entspannung sowie eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Die AOK Bayern fördert als Partner in Bayern die Umsetzung des Schulprogramms „GemüseAckerdemie“.

Gideon: Ich arbeite gerne im Garten. Zu Hause haben wir zum Beispiel Tomaten auf der Terrasse. Mir macht es auch Spaß, im Garten das Unkraut zu zupfen. Auf unserem Schulacker macht mir eigentlich alles Spaß. Ich bin schon auf die Kartoffelernte gespannt.“ Foto: Geipel
Gideon: Ich arbeite gerne im Garten. Zu Hause haben wir zum Beispiel Tomaten auf der Terrasse. Mir macht es auch Spaß, im Garten das Unkraut zu zupfen. Auf unserem Schulacker macht mir eigentlich alles Spaß. Ich bin schon auf die Kartoffelernte gespannt.“ Foto: Geipel

Nach den Reden begannen die Schüler unter Anleitung von Christiane Schmoeller von der Ackerdemia e.V. mit der Arbeit auf ihrem Acker. Zuerst wurden die Pflanzen, die bereits Anfang Mai ausgesät bzw. gepflanzt worden waren, begutachtet und – soweit möglich – gekostet. Die Kresse hat den Kindern geschmeckt, die Radieschen waren zum Teil sehr klein. In der „GemüseAckerdemie“ säen, pflegen und ernten die Kinder ihr eigenes Gemüse, mit dem Ziel, sie für gesunde Ernährung, Natur und Nachhaltigkeit zu begeistern. Es werden verschiedene Gemüsearten angebaut, wie Zucchini, Tomaten, Kürbis und Bohnen.

Julia: „Wenn ich Zeit habe, helfe ich meiner Mama bei der Pflege unserer Blumen und Tomaten auf der Terrasse. In der Schule finde ich es toll, zu sehen, wie das mit dem Einpflanzen geht und zu beobachten, wie die Pflanzen wachsen. Am Freitag durfte ich Zucchini pflanzen.“ Foto: Geipel
Julia: „Wenn ich Zeit habe, helfe ich meiner Mama bei der Pflege unserer Blumen und Tomaten auf der Terrasse. In der Schule finde ich es toll, zu sehen, wie das mit dem Einpflanzen geht und zu beobachten, wie die Pflanzen wachsen. Am Freitag durfte ich Zucchini pflanzen.“ Foto: Geipel

Immer weniger Kinder wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen und noch weniger haben selbst einmal Gemüse angebaut. Die Grundschule am Schlossberg hat sich für dieses Projekt angemeldet und die Kinder sind mit Feuereifer bei der Sache. Einmal in der Woche sind die Schüler mindestens eine Doppelstunde auf ihrem Acker. Bei schlechtem Wetter findet die Acker-Stunde im Klassenzimmer mit Unterstützung durch umfangreiche Bildungsmaterialien statt, die sich an den Kriterien für eine nachhaltige Entwicklung orientieren. Die Schüler ackern in gemischten Teams und werden stets von einer Lehrkraft und ehrenamtlichen Mentoren begleitet. „Wir nehmen gerne an diesem Programm teil“, sagt die Schulleiterin Heidi Nickl.

Nicklas: „Mir macht es Spaß, mit den Gartengeräten zu arbeiten. Mit der Hacke haben wir den Boden gelockert, bevor wir die Pflanzen eingesetzt haben. Auch zu Hause habe ich schon auf unserem Balkon Blumen oder auch Tomatenpflanzen in Töpfe gepflanzt.“ Foto: Geipel
Nicklas: „Mir macht es Spaß, mit den Gartengeräten zu arbeiten. Mit der Hacke haben wir den Boden gelockert, bevor wir die Pflanzen eingesetzt haben. Auch zu Hause habe ich schon auf unserem Balkon Blumen oder auch Tomatenpflanzen in Töpfe gepflanzt.“ Foto: Geipel

„Dr. Grünauer vom Landkreis unterstützt uns bestens.“ Sie hat die Gerätschaften und auch den Samen und die Pflanzen besorgt. Rudolf Maiereder, der Klassenlehrer der Klasse 4a, ein ambitionierter Hobbygärtner, versteht es, seine Schüler zu motivieren. Er selbst besucht die Pflanzungen auch außerhalb der Schulzeit,. zum Beispiel zum Gießen oder Unkrautjäten. Die „GemüseAckerdemie“ dauert jeweils ein Jahr. Da die Kinder der vierten Jahrgangsstufe zum Ende dieses Schuljahres die Grundschule verlassen, wird die Aktion im kommenden Schuljahr von neuen Schülern fortgeführt. Dazu soll im neuen Schuljahr eine AG mit Schülern aus den Jahrgangsstufen drei und vier gegründet werden.

Die Ernte als Rückmeldung

Theresa: „Wir haben zu Hause auch einen großen Garten, da helfe ich gerne mit. Ich zupfe mit meiner Mutter das Unkraut oder pflanze Blumen. Hier in der Schule finde ich es toll, dass wir auch mal das Klassenzimmer verlassen und auf dem Acker etwas mit unseren Händen tun dürfen.“ Foto: Geipel
Theresa: „Wir haben zu Hause auch einen großen Garten, da helfe ich gerne mit. Ich zupfe mit meiner Mutter das Unkraut oder pflanze Blumen. Hier in der Schule finde ich es toll, dass wir auch mal das Klassenzimmer verlassen und auf dem Acker etwas mit unseren Händen tun dürfen.“ Foto: Geipel

Die „GemüseAckerdemie“ wurde von der Ackerdemia e.V. in Potsdam entwickelt. Es sollen verschiedene Bildungsprinzipien umgesetzt werden. Die Kinder ackern mit Kopf, Herz und Hand sowie selbstbestimmt. Direkte Rückmeldung über ihr Handeln bekommen sie in Form ihrer Ernte. Dabei setzen sich die Schüler sowohl kognitiv als auch spielerisch mit dem Gemüseanbau auseinander. Ebenso werden Sozialkompetenz und Persönlichkeit gestärkt. Im Klassenraum vermeintlich Schwächere entpuppen sich oft als Ackerprofis und ernten Anerkennung und Selbstbewusstsein. Ebenso erfahren sie, wie ein Regenwurm lebt und was der Tomatenanbau in Spanien für die Menschen dort bedeutet.

Die Vision der Ackerdemia ist es, eine Generation junger Konsumenten auszubilden, die sich durch ein grundlegendes Verständnis der natürlichen Prozesse und ein bewusstes Konsumverhalten auszeichnet.

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