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Kirche

Abschied mit vielen warmen Worten

Pfarreiengemeinschaft Riekofen-Schönach sagte ihrem Geistlichen, Prälat Gottfried Dachauer, Dank. Er geht nach Mallersdorf.
Von Petra Schmid, MZ

Von den Ministranten gab es Sonnenblumen für Prälat Gottfried Dachauer . Foto: Petra Schmid
Von den Ministranten gab es Sonnenblumen für Prälat Gottfried Dachauer . Foto: Petra Schmid

Riekofen. Prälat Gottfried Dachauer nahm Abschied von der Pfarreiengemeinschaft Riekofen-Schönach, in der er zehn Jahre tätig war. Seine Verbundenheit mit den Pfarrangehörigen war beim Gottesdienst und dem anschließenden Stehempfang deutlich zu spüren. Der Prälat schüttelte unzählige Hände und führte viele Gespräche mit Besuchern, denn ein jeder wollte persönlich Pfarrer Dachauer „Pfiad Gott“ sagen. In seiner bekannt ruhigen und humorvollen Art nahm sich der Prälat für jeden Pfarrangehörigen Zeit.

Seinen Humor bewies der Geistlichen damit, dass er zum Jugendchor, der mit dem Kirchenchor den Empfang musikalisch gestaltete, sagte: „Wenn ich gewusst hätte, dass ihr alle im Dirndl kommt, wäre ich in der Lederhose gekommen.“ Die Mädchen des Jugendchors überreichten an Pfarrer Dachauer einen Papierstern, damit seine neue Aufgabe immer unter einem guten Stern stehen möge.

Spenden für soziale Projekte

Glückwünsche und Geschenke gab es für Prälat Dachauers neue Aufgabe als Superior im Kloster Mallersdorf reichlich. Allerdings keine Aufmerksamkeiten für ihn selbst, denn er hatte um Spenden für soziale Projekte gebeten.

Zuvor hatten die Riekofener noch einmal gemeinsam mit Prälat Dachauer Gottesdienst gefeiert. Die Kirche war in den Kirchenfarben mit leuchtend gelben Sonnenblumen und weißen Lilien geschmückt. Nach der Messe dankte Dachauer allen, die in der Pfarreiengemeinschaft mitgewirkt und ihm tatkräftig geholfen haben. Zudem galt den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern, die oft im Verborgenen das kirchliche Leben mittragen, für die konstruktive Zusammenarbeit sein Dank.

Wertschätzung

  • Margareta Liebl:

    „Als ehemalige Sängerin des Kirchenchors habe ich es besonders geschätzt, dass Pfarrer Dachauer immer Wert auf neue Lieder legte. Auch für die Gruppe 55 plus hat er immer eine offenes Ohr und hat uns unterstützt.“

  • Johannes Schmidbauer:

    „Seine offene, freundliche und ruhige Ausstrahlung finde ich gut. Das Zeltlager mit Lagerfeuer, Fackelwanderung oder Schnitzeljagd für die Ministranten war immer der Höhepunkt im Jahr. Da hat man sich schon darauf gefreut.“

  • Elisabeth Schmidbauer:

    „Pfarrer Dachauer hatte immer ein offenes Ohr für uns Jugendliche und Ministranten. Seit einigen Jahren gibt es den Riekofener Jugendchor und es war uns immer eine Freude, bei Gottesdiensten für ihn zu singen.“

  • Ludwig Meßner:

    „Es ist ihm immer gelungen, sein besonderes theologisches Fachwissen volksnah für alle zu vermitteln. Pfarrer Dachauer machte keine Unterschiede und hat jeden genommen, wie er ist, und versucht, auf die Menschen einzugehen.“

Pfarrgemeinderatssprecherin Rosemarie Meßner zitierte zunächst aus der Bibel: „Plötzlich erhob sich ein hefiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen hoch ins Boot.“ Ein heftiger Sturm habe die Pfarrei und Diözese erschüttert. Enttäuschung und Wut habe sich in der Pfarrei breit gemacht. Meßner spielte dabei auf Dachauers Vorgänger an, der wegen Missbrauch für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Boot wieder in ruhigem Fahrwasser

Dies sei sicher kein guter Anfang für Prälat Dachauer gewesen, aber er habe in mühevoller Arbeit wieder Ruhe in die Pfarrei gebracht. Das Vertrauen sei zurückgekehrt und das „Boot“ wieder in ruhiges Fahrwasser geraten.

Langsam habe man wieder begonnen, für Jugendliche und Ministranten Aktivitäten anzubieten. Ein Höhepunkt sei immer das Zeltlager beim Pfarrhof gewesen, zählte sie auf. In ihrer Abschiedsrede kam sie auch auf die großen und kleinen Pfarrwallfahrten zu sprechen. „Wir haben Sie in Ihrer ruhigen und bescheidenen Art als fleißigen Mitarbeiter im Weinberg Gottes kennengelernt“, fasste sie zusammen und überreichte ein Geschenk.

Bürgermeister Hans Schiller verabschiedete sich mit persönlichen Worten. Pfarrer Dachauer sei vor gut zehn Jahren in einer schwierigen Zeit in die Pfarrei gekommen. Er habe stets ein offenes Ohr für alle Pfarrangehörigen und ihn als Bürgermeister gehabt. Die große Renovierung der Filialkirche in Taimering sei ebenso wie vor Kurzem die Renovierung der St. Anna-Kapelle in Riekofen in seinen Händen gelegen.

Für die Kirchenverwaltungen sprach Georg Schmalhofer. Er ging auf die vielen Aufgaben ein, die Prälat Dachauer bewältigte, und hob hervor, wie selbstverständlich sich dieser um das Pfarrhaus kümmerte. Schnee zu räumen oder die streikende Heizung in Gang zu bringen, sei für den Pfarrer selbstverständlich gewesen. Sonnenblumen und ein Geschenk gab es für Dachauer von den Ministranten.

Dass der Abschied dem Prälaten nicht einfach fällt, war an seinen warmen Worten über seine bisherige Pfarreiengemienschaft ablesbar. „Als Höhepunkt sehe ich an, dass alles in den vergangenen zehn Jahren so gut geklappt hat. Die Zeit wird mir sicherlich in bester Erinnerung bleiben“, sagte Dachauer. „Die Pfarreiengemeinschaft besteht aus insgesamt neun Orten mit zehn Kirchen und überall gibt es Leute, die sich aktiv in das Pfarreileben eingebracht haben. So war es mir eine Freude, hier tätig zu sein.“ Seinem Nachfolger wünscht Dachauer, dass er sich genauso gut einlebt, wie es ihm beschieden war. „Dass er ebenso viel Entgegenkommen und Engagement erhält. Aber da habe ich keine Bedenken. Er wird offen empfangen werden.“

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