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Natur

Borkenkäfer setzt den Fichten kräftig zu

Der gefürchtete Buchdrucker hatte heuer optimale Wetterbedingungen. WBV hält Kontrollen in den Wäldern für dringend nötig.

Förster und Waldarbeiter finden derzeit wieder viele Bäume, die von Borkenkäfern befallen sind. Im Bild ist eine vom Borkenkäfer befallene Fichte.
Förster und Waldarbeiter finden derzeit wieder viele Bäume, die von Borkenkäfern befallen sind. Im Bild ist eine vom Borkenkäfer befallene Fichte. Foto: dpa

Riekofen.In den vergangenen zwei Wochen fand laut Korbinian Arzberger von der Waldbesitzervereinigung (WBV) Regensburg-Süd ein erneuter Schwärmflug des von Waldbesitzern gefürchteten „Käfers“, genauer des Buchdruckers, statt. Im Süden Regensburgs haben die Borkenkäfer viele Wälder bereits akut befallen.

Aufgrund der milden Temperaturen konnten viele Buchdrucker den Winter überleben und haben im Frühling Bruten angelegt. Ein Weibchen kann dabei bis zu drei Geschwisterbruten jährlich produzieren. Die Jungkäfer jeder Brut wachsen unter der Rinde heran. Nach etwa sechs bis zehn Wochen ist die Entwicklung vom Ei zum ausgewachsenen Borkenkäfer abgeschlossen und die Jungkäfer schwärmen, um eigene Bruten anzulegen.

Bei dem jetzigen Befall handelt es sich um den zweiten Schwärmflug in diesem Jahr. Die optimale Flugtemperatur des Buchdruckers liegt zwischen 16 und 25 Grad. So fliegen die Käfer je nach Witterung bis in den Spätherbst.

Bohrmehl ist ein Hinweis

Diese Borkenkäferart befällt ausschließlich Fichten. Waldbesitzer sollten daher in den kommenden Wochen ihre Fichtenbestände genau und regelmäßig kontrollieren. Ob ein Baum befallen ist oder nicht, lässt sich unter anderem daran erkennen, dass sich am Stamm braunes Bohrmehl oder Einbohrlöcher befinden. Die Bohrmehlsuche sollte nur bei trockenem Wetter durchgeführt werden, da das Bohrmehl bei Regen abgewaschen und bei Wind verblasen wird, so Azberger. Ebenfalls sichere Anzeichen für einen Käferbefall sind abfallende Rinde, rötliche Verfärbung der Nadeln von oben nach unten, einsetzender Nadelfall und sogenannte Spechtspiegel. Hierbei handelt es sich um kahle Stellen am Stamm, an denen Spechte Rindenschuppen entfernt haben, um an die Borkenkäfer zu gelangen.

Hat sich der Borkenkäfer erst einmal in die Fichten eingebohrt, so hilft nur noch die Entnahme der befallenen Bäume. Befallene Bäume müssen aus dem Wald transportiert und mindestens 500 Meter davon entfernt gelagert werden. Sehr wichtig ist aber ein zügiger Abtransport vor dem erneuten Ausfliegen der Käfer, um einen weiterer Befall zu verhindern. Die Rundholzlagerplätze der WBV Regensburg-Süd außerhalb des Waldes können von Mitgliedern genutzt werden.

Die WBV hilft gerne

Ist ein schneller Abtransport des Holzes aus dem Wald nicht möglich, können gefällte Bäume alternativ entrindet werden. Die abgeschälte Rinde muss auf mindestens 0,5 Meter hohe Haufen geworfen werden, damit dann die steigende Temperatur Pilze wachsen lässt, welche die restlichen Käfer abtöten. Die WBV mit der Geschäftsstelle in Riekofen steht Waldbesitzern bei der Bestandskontrolle sowie im Zweifelsfall gerne unter Tel. (09480) 9382850 beratend zur Seite.

Waldbesitzervereinigung

  • Zuständigkeit

    Die WBV Regensburg-Süd betreut die Gemeinden Alteglofsheim, Hagelstadt, Aufhausen, Sünching, Schierling, Pfakofen, Mötzing, Riekofen und Pfatter, Pentling, Thalmassing, Köfering, Obertraubling, Neutraubling, Mintraching, Barbing, Sinzing und das Stadtgebiet Regensburg.

  • Mitglieder

    Derzeit sind mehr als 600 Waldbesitzer mit einer Fläche von rund 3575 Hektar in der WBV Regensburg-Süd organisiert.

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