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Geflügelpest: 10000 Puten getötet

Ein neuer Fall in Geiselhöring an der Landkreisgrenze hat Folgen für Aufhausen, Mötzing, Riekofen, Sünching und Schierling.

 Die Geflügelpest hat in der Region innerhalb weniger Tage zugeschlagen. Jetzt gibt es neue Fälle in Geiselhöring und der Stadt Regensburg.
Die Geflügelpest hat in der Region innerhalb weniger Tage zugeschlagen. Jetzt gibt es neue Fälle in Geiselhöring und der Stadt Regensburg. Archivfoto: dpa

Schierling.Die Geflügelpest zieht in der Region immer weitere Kreise. Jetzt gibt es einen neuen Fall in der Stadt Geiselhöring im Landkreis Straubing-Bogen, der auch den südlichen Landkreis Regensburg betrifft. In dem Hausgeflügelbestand sind am Mittwoch 10000 Puten gekeult worden. Sie wurden mit Kohlenstoffdioxid vergast. Das Landratsamt Straubing-Bogen hat im Umkreis von drei beziehungsweise zehn Kilometern um das betroffene Anwesen Geflügelpest-Restriktionszonen eingerichtet.

Das Beobachtungsgebiet erstreckt sich über die Landkreisgrenze hinaus auch auf das Gebiet des Landkreises Regensburg und betrifft die Gemeinden Aufhausen, Mötzing, Riekofen und Sünching sowie den Markt Schierling mit insgesamt 27 Ortsteilen. An den Hauptzufahrtswegen wird das Landratsamt Schilder mit der deutlichen Aufschrift „Geflügelpest-Beobachtungsgebiet“ gut sichtbar anbringen. Nähere Infos zu den betroffenen Ortsteilen sowie die geltenden Anordnungen sind der entsprechenden Allgemeinverfügung zu entnehmen. Sie ist unter www.landkreis-regensburg.de hinterlegt.

In der Stadt Regensburg gibt es einen weiteren Verdachtsfall von Geflügelpest bei einem Wildvogel. Daher gilt im Umkreis von mindestens drei Kilometern um den Fundort (Innenstadt/Steinerne Brücke) der verendeten Möwe ein von der Stadt eingerichteter „Wildvogelgeflügelpest“-Sperrbezirk. Das Beobachtungsgebiet erstreckt sich - wie schon im Fall der am Pfaffensteiner Wehr verendeten Wildgans - über das gesamte Stadtgebiet hinaus auch auf Teile des Landkreises Regensburg und überschneidet sich größtenteils mit dem Beobachtungsgebiet, welches das Landratsamt anlässlich des ersten Wildvogelgeflügelpest-Falles festgelegt hatte.

Betroffen sind erneut die Gemeinden Obertraubling, Pentling, Barbing, Pettendorf, Pielenhofen, Sinzing, Tegernheim, Wenzenbach, Wolfsegg und Zeitlarn, die Märkte Donaustauf, Lappersdorf, Nittendorf und Regenstauf sowie die Stadt Neutraubling mit insgesamt über 190 Ortsteilen. Hinzugekommen ist lediglich die Gemeinde Mintraching mit dem Ortsteil Rosenhof.

Innerhalb der Geflügelpest-Restriktionszonen dürfen Geflügelhalter ihren Bestand nicht verändern, es gilt strikte Aufstallungspflicht. Gehaltene Vögel, Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie von Geflügel und Federwild stammende sonstige Erzeugnisse und tierische Nebenprodukte dürfen weder eingeführt noch ausgeführt werden. Die Anordnungen gelten bis auf weiteres.

Vier Fälle im Landkreis

Aktuell gibt es im Landkreis Regensburg vier bestätigte Fälle von Geflügelpest: zwei Fälle in Hausgeflügelbeständen und zwei Fälle bei Wildvögeln. Am 28. Januar wurde bei einer verendeten Hausgans aus dem Bestand eines Hobbygeflügelhalters im Markt Lappersdorf der erste Fall von Geflügelpest im Landkreis Regensburg bestätigt. Es folgten zwei Fälle von Wildvogel-Geflügelpest am 2. Februar. Bei einer an der Naab (Gemeinde Pettendorf-Deckelstein) aufgefundenen Wildgans und bei einem an der Donau (Gemeinde Pentling-Unterirading) verendeten Schwan hatte das Friedrich-Loeffler-Institut ebenso die hochpathogene Form des Virus H5 N8 festgestellt.

Das Landratsamt errichtete Geflügelpest- (Lappersdorf) beziehungsweise Wildvogelgeflügelpest-Restriktionszonen (Pettendorf und Pentling). Im Falle der vier verendeten Hühner eines Hausgeflügelbestands mit über 100 Tieren in der Gemeinde Zeitlarn wurde am 4. Februar ebenfalls die Geflügelkrankheit nachgewiesen. Bereits nach Eingang der Verdachtsmeldung durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ) hatte das Veterinäramt umgehend die erforderlichen Maßnahmen laut Geflügelpestverordnung ergriffen. Der Bestand wurde sofort gesperrt, die Tiere gekeult und ein weiterer Geflügelpest- Sperrbezirk eingerichtet. Bei den umfangreichen amtstierärztlichen Untersuchungen in den Sperrbezirken wird das Veterinäramt von den benachbarten Landkreisen und vom LGL personell unterstützt.

Aufgrund des Ausbruchs der Geflügelpest in der Stadt Regensburg sowie in den benachbarten Landkreisen Schwandorf und Straubing-Bogen hat das Landratsamt Regensburg neben diesen Zonen vier weitere Beobachtungsgebiete im Landkreis eingerichtet.

Alle Allgemeinverfügungen können auch an der Info-Theke im Foyer des Landratsamts (Altmühlstraße 3, 93059 Regensburg) zu den Öffnungszeiten eingesehen werden.

Übersichtskarten über die „Geflügelpest“- und „Wildvogelgeflügelpest“-Restriktionszonen gibt es unter www.Landkreis-regensburg.de.

Stallpflicht gilt bis auf weiteres

Das Landratsamt erinnert noch einmal ausdrücklich daran, dass für den gesamten Landkreis eine allgemeine Stallpflicht sowie ein Verbot für Ausstellungen, Märkte und Veranstaltungen ähnlicher Art von Geflügel und gehaltenen Vögeln anderer Arten gelten.

Beim Fund eines verendeten Wildvogels können Sie sich telefonisch an das Veterinäramt wenden, welches dann in Abhängigkeit von Fundort, Tierart und Zustand über den weiteren Verbleib des Kadavers entscheidet. Hält das Veterinäramt eine Untersuchung für nötig, werden Mitarbeiter des Kreisbauhofs die Abholung des Kadavers übernehmen. Verendetes Wassergeflügel (Wildenten, Wildgänse, Schwäne usw.) sowie größere Greifvögel sollten nicht ohne Schutzhandschuhe berührt werden. Zum Verpacken eignen sich auslaufsichere Plastik-Müllsäcke. Des weiteren wird empfohlen, Hunde und Katzen nicht frei laufen zu lassen. Bei weiteren Fragen erteilt das Veterinäramt telefonisch Auskünfte.

Kontakt: Landratsamt Regensburg, Abteilung Veterinäramt: Tel. (0941)4009 - 520; Fax: 4009 - 560.

veterinäramt@lra-regensburg.de

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat speziell für Tierhalter ein Merkblatt erarbeitet, das Maßnahmen auflistet, mit denen der Eintrag der Geflügelpest in Bestände vermieden werden soll. Hier ist insbesondere die konsequente Einhaltung von betriebshygienischen Maßnahmen zu nennen. Das Merkblatt und alle wichtigen Infos zur Geflügelpest gibt es auf der Landkreis-Homepage.

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