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Jubiläum

Sein Lebensbaum blüht bunt

Riekofens Altbürgermeister ist weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Viele kamen und feierten mit ihm den 70. Geburtstag.
Von Petra Schmid

Erfreut präsentiert Altbürgermeister Armin Gerl sein Geschenk Fotos: Petra Schmid
Erfreut präsentiert Altbürgermeister Armin Gerl sein Geschenk Fotos: Petra Schmid

Riekofen.Ohne lautes Poltern und mit zurückhaltender Entschiedenheit in seinem Auftreten könnte man Riekofens Altbürgermeister Armin Gerl beschreiben. Der Mann, der die leisen Töne meisterhaft beherrscht, steht bei den Riekofener Bürgern und Vereinen hoch im Kurs. Auch weit über die Grenzen der Ortschaft hinaus, war und ist er geschätzt.

Fesselnd und unterhaltsam beherrscht Gerl es, zu erzählen und die Menschen zu unterhalten.

Die Gratulanten für den Altbürgermeister Armin Gerl. Foto: Petra Schmid
Die Gratulanten für den Altbürgermeister Armin Gerl. Foto: Petra Schmid

Kein Wunder, dass alle gespannt zuhörten, als er bei seiner Geburtstagsfeier im Gasthaus Schiller in Riekofen Anekdoten aus seinem Leben erzählte. Neben seiner Familie, die ihm sehr am Herzen liegt, ließen ihn auch Wegbegleiter, Freunde und Vereinsvertreter zum 70. Ehrentag hochleben.

Schon früh hinterm Steuer

Es freue ihn, so viele bekannte Gesichter zu entdecken, die meisten davon hätten auch schon seinen 60. und 50. Geburtstag gemeinsam mit ihm gefeiert, betonte er. Wenn er jetzt 70 Jahre zurückblicke, sehe man, wie schnell die Zeit vergeht. Damals sei er 15 Minuten vor seinem Zwillingsbruder geboren worden.

„Ich habe alles und brauche nichts, deshalb spende ich.“

Armin Gerl, Altbürgermeister und Jubilar

Als „Fliegengewicht“ mit gerade mal rund 1500 Gramm hätten er und sein Bruder es geschafft, obwohl man damals im Krankenhaus Sünching noch nicht über die moderne Ausstattung wie heutzutage verfügt hätte.

Er habe eine schöne Kindheit und Schulzeit erlebt. Damals habe man noch „Räuber und Schandi“ gespielt und Baumhäuser gebaut, zählte er auf. Den blitzenden Augen war es anzusehen, dass Gerl wieder eintauchte in seine Kinder- und Jugendzeit. Vermutlich heckte er als damaliger Lausbub so manchen Streich aus – aber darüber waren keine Details zu erfahren.

Gratulationschor des Altbürgermeisters

  • Glückwünsche:

    Altbürgermeister Armin Gerl dürfte an seinem Ehrentag viele, viele Hände schütteln.

  • Vereine:

    Abordnungen der Ortsvereine der Gemeinde waren zur Geburtstagsfeier gekommen und posierten für ein Erinnerungsfoto.

Fahrerfahrung habe er schon relativ jung gesammelt. Denn seine Mutter sei einmal auf dem Weg zur Kirche mit dem Auto in den Büschen gelandet und habe dann vor Aufregung nicht mehr fahren können, erzählte er. „Dann bin halt ich mit zwölf oder 13 Jahren weiter gefahren“, sagte er augenzwinkernd und ergänzte: Freilich sei so was heutzutage nicht mehr denkbar. In offizielle Bahnen seien seine Fahrkünste gelenkt worden, als er mit rund 14 Jahren den Bulldog-Führerschein und mit 17 Jahren den Autoführerschein gemacht habe. Dies sei möglich gewesen für betriebsnotwendige Fahrten in der Landwirtschaft, erklärte er. Praktisch sei es gewesen, dass er und sein Zwillingsbruder sich quasi einen Führerschein teilen konnten, denn man habe sie sowieso nicht auseinander gekannt, scherzte er.

Es sind keine Geschenke nötig

Mit seiner „Liese“ habe er die Frau fürs Leben kennengelernt und nächstes Jahr stehe schon die Goldene Hochzeit an, kündigte er die nächste große Feier im Haus Gerl an. Die beiden Mädchen Marion und Monika hätten das Glück perfekt gemacht. Dass der ehemalige leidenschaftliche Landwirt und spätere Bürgermeister mit der Natur und seiner Heimat fest verbunden ist, kann man auch daran sehen, dass er, bevor er die Landwirtschaft aufgab, noch einen „Dokumentationsfilm“ mit allen Arbeiten, die hier anfallen, von seinen Töchtern erstellen ließ. Der Film lief ebenso wie Impressionen der 50. und 60. Geburtstagsfeier ohne Ton im Hintergrund. Oft hörte man „schau, da bin ja ich“ oder „mei, so hat man das gemacht“.

18 Jahre Bürgermeister

Seine 18 Jahre als Bürgermeister seien eine schöne Zeit gewesen, hob Gerl hervor. Vieles habe man während dieser Zeit im Gemeindegebiet voranbringen können, betonte er. Nach gesundheitlichen und persönlichen Rückschlägen genieße er nun mittlerweile seinen Ruhestand. „Aber langweilig ist mir noch nicht geworden – am Hof gibt es immer was zu tun“, machte er deutlich. Mit Liebe und Leidenschaft widme er sich dem einen oder anderen Oldtimer.

„Aber langweilig ist mir noch nicht geworden – am Hof gibt es immer was zu tun.“

Armin Gerl, Altbürgermeister und Jubilar

Und dann sei ja schließlich auch sein Enkel Simon da, mit dem er immer wieder etwas aushecke. Der Jubilar wünschte sich, dass seine Gäste sich zwanglos unterhalten und gemeinsam mit ihm einige schöne Stunden verbringen. Außerdem hob er hervor, dass er keine Geschenke wolle und er sich freue, dass dies akzeptiert worden sei. Da nicht alle Menschen auf der Sonnenseite des Lebens seien, wolle er an den Verein „Landkreis mit Herz“ spenden, kündigte er an. Familie und Freunde gestalteten mit Sketchen und Einlagen die Geburtstagsfeier.

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