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Geschichte

Die Infanterie kam nach Sünching

Beim Museumsfest stand die Schlacht von Eggmühl im Mittelpunkt. Eine willkommene Abwechslung für Familien.
Von Gabriele Thomann

Den interessierten Besuchern wurde gezeigt, wie ein historisches Gewehr geladen wird.  Foto: Gabriele Thomann
Den interessierten Besuchern wurde gezeigt, wie ein historisches Gewehr geladen wird. Foto: Gabriele Thomann

Sünching.210 Jahre nach der Schlacht von Eggmühl wurde das Geschehen im Heimatmuseum Sünching nochmals Wirklichkeit. Heimatpfleger Willi Zölch zeigte die Bedeutung und Zusammenhänge zwischen Eggmühl und Sünching auf.

Ursprünglich plante Zölch, beim Museumsfest 2019 die Königlichen Feuerschützen, die es in Sünching gab, in den Mittelpunkt zu stellen. Allerdings fand der Archivar dazu wenig Material. Beim Thema Waffen kam dann der Zusammenhang zur Schlacht von 1809. Zölch stöberte im Schlossarchiv und nahm Kontakt zu Eggmühl auf. Eigentlich wollte er nur einen Vorderlader für die Ausstellung leihen, dort aber sagte man ihm sofort Unterstützung durch den historischen Verein des Königlich Bayerischen 2. Chevauleger Regiment Taxis e. V. zu.

Nach Sünching gekommen war dann die Infanterie. Zahlreiche Gäste hatten sich bei bestem Wetter deshalb im Sünchinger Wald beim Museumsgelände eingefunden, um das Spektakel mitzuerleben. Sechs Mann des historischen Vereins begrüßten die Gäste mit Böllerschüssen. Dann wurde erklärt, was es mit der originalgetreuen Uniform auf sich hat.

Enge Verbindung aufgezeigt

Willi Zölch hatte in und vor den Museumsbunkern eine Sonderausstellung zur Schlacht von Eggmühl aufgebaut. Besonders spannend für die Sünchinger war aber sicherlich die enge Verbindung des herrschaftlichen Hauses zu den Ereignissen. So fuhren Graf Joseph Maria Arbogast Erkinger von Seinsheim und seine Ehefrau Gräfin Clementine von Seinsheim nach der Schlacht bei Eggmühl an den Ort der Kampfhandlungen, um die Verwundeten zu versorgen und auf Fuhrwerken in ein Lazarett zu bringen. Die Notleidenden versorgten sie mit Lebensmitteln.

Sehen Sie hier mehr Bilder vom Museumsfest:

Die Gräfin nahm ein Neugeborenes vom Schlachtfeld auf und brachte es nach Schloss Sünching, wo sie es erziehen ließ. Carolina Lihaska, so der Name des Findelkindes, heiratete 1834 den Lehrer Johann Butzmann auf Grafentraubach, ein Vorfahre des heutigen Schreiners Butzmann aus Sünching. Gräfin Seinsheim stattete die Braut mit der nötigen Mitgift aus.

Vor und während der Schlacht waren in Sünching und Umgebung mehrere Truppenverbände stationiert. Sie nahmen Quartier und forderten von den Bauern die Lieferung von Verpflegung für Mensch und Tier.

Für viele Besucher sicherlich neu war, dass das in Bayern so beliebte Kartenspiel „Watten“ in der Zeit der napoleonischen Kriege in Bayern entstanden ist. Damals verbrachten die verbündeten Franzosen und Bayern ihre Freizeit beim Karteln in den Feldlagern. Der Namen „Watten“ entstand aus dem französischen Begriff „va tout“ – letzter Trumpf. Der Herz-König, der als „Max“ bezeichnet wird, erhielt seinen Namen nach König Maximilian I Joseph von Bayern. Der Erlös des Museumsfestes geht an das indische Kinderdorf San Joe Puram.

Sünchinger Heimatmuseum

Das Sünchinger Heimatmuseum, es befindet sich im Waldgebiet zwischen Sünching und Geiselhöring, besteht seit 14 Jahren. Es ist einmal im Monat am Sonntagnachmittag geöffnet. Triebfeder war Willi Zölch, der das Museum auch heute noch betreibt und leitet.

Die Räume sind in den Bunkern des ehemaligen Munitionsdepots untergebracht. In 25 Räumen gibt es Wohnungen aus verschiedenen Epochen und alle Gewerke rund um das tägliche Leben von damals zu bestaunen.

Die Schlacht zwischen Eggmühl und Sünching

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