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Entwicklung

Muna: Jetzt soll ein Konzept entstehen

Der Planungsverband Schierling-Langquaid hat seine Arbeit aufgenommen. Eine verträgliche Nutzung des Geländes ist das Ziel.
Von Fritz Wallner, MZ

Ein gemeinsamer Planungsverband kümmert sich jetzt um die Entwicklung des ehemaligen Munitionshauptdepots Schierling.
Ein gemeinsamer Planungsverband kümmert sich jetzt um die Entwicklung des ehemaligen Munitionshauptdepots Schierling. Foto: Wallner

Schierling. Für die Flächennutzungsplanung des ehemaligen Munitionshauptdepots Schierling wurde der Planungsverband Schierling-Langquaid „Vernetzung-Entwicklung-Niederbayern-Oberpfalz 4.0“ (VENO 4.0) gegründet und die Satzung von der Verbandsversammlung einstimmig beschlossen. Die Bürgermeister Christian Kiendl und Herbert Blascheck hoben jetzt bei der ersten Sitzung des Verbandsgremiums die große Bedeutung und die damit verbundenen Chancen für die Entwicklung des Wirtschaftsraumes heraus.

Seit Ende des Jahres 2009 steht das ehemalige Munitionsdepot weitgehend leer. Von Anfang an bestand die Absicht der gemeinsamen Überplanung des Geländes, das der Planungshoheit der beiden Gemeinden entzogen war, weil es sich um eine militärische Anlage handelte.

Aumers Konzept überzeugte

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat im Auftrag des Bundes bereits im Jahre 2010 das Gelände zum Verkauf ausgeschrieben und die beiden Markträte haben sich damals zusammen verschiedene Konzepte von Interessenten angeschaut. Am Schluss überzeugte das vom Brennberger mittelständischen Unternehmer Ernst Aumer präsentierte Entwicklungskonzept am besten.

Über die Jahre hinweg ergaben sich immer wieder neue Hürden von verschiedenen Seiten, die eine konkrete Planung verhinderten. Es ging um Altlasten, Haftungsfragen und den Vorschlag, dort Asylbewerberunterkünfte unterzubringen. Anfang 2016 haben die beiden Gemeinden die Gründung des Planungsverbandes vereinbart und im Frühjahr förmlich beschlossen. Am Donnerstagabend tagte nun zum ersten Mal die Verbandsversammlung, die aus jeweils zehn Vertreten beider Gemeinden besteht. Dabei handelt es sich ausschließlich um Bürgermeister und Gemeinderäte.

„Wir müssen die Chancen jetzt konsequent nutzen.“

Bürgermeister Herbert

Blascheck aus Langquaid

Langquaids Bürgermeister Herbert Blascheck sprach vom gegenseitigen Vertrauen sowie einer offenen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit, die den Planungsverband prägen sollen. Jetzt sei man in eine „echte Planungsphase“ eingetreten. Die Gründung des Planungsverbandes nannte er ein deutliches Zeichen der Verantwortung und ein wichtiges Signal an die Bürger, dass es die beiden Gemeinden ernst meinen. „Wir müssen die Chancen jetzt konsequent nutzen und dafür sorgen, dass es zu einer guten Entwicklung kommt“, so Blascheck. Eine solche Zusammenarbeit von zwei Gemeinden sei nicht alltäglich und deshalb sei ein spannender Prozess.

Den gemeinsamen Planungsverband werden die Bürgermeister Christian Kiendl (links) und Herbert Blascheck abwechselnd führen.
Den gemeinsamen Planungsverband werden die Bürgermeister Christian Kiendl (links) und Herbert Blascheck abwechselnd führen.Foto: Wallner

Schierlings Bürgermeister Christian Kiendl sprach im Langquaider Rathaus von einem „historischen Moment“, weil beide Gemeinden an einem Strick ziehen und die Vernetzung das Thema der Zukunft ist. Er stellte fest, dass es Zeit sei, sich von alten Denkmustern zu verabschieden. Es gehe nicht um einen Konflikt zwischen Natur und Wirtschaft, und damit auch nicht um einen Konflikt zwischen Verbänden und Behörden. Es gehe auch nicht um einen Wettbewerb zwischen Schierling und Langquaid – „wobei dieser grundsätzlich nicht negativ ist und zu guten Ergebnissen führen kann“, so Kiendl.

„Die Zukunft ist die Vernetzung!“

Bürgermeister Christian Kiendl aus Schierling

„Die Zukunft ist die Vernetzung!, fuhr er fort. Es gehe um die Vernetzung aller Interessen und Gruppen, um daraus den größten Vorteil zu ziehen. Dies gelte auch für den Wirtschaftsraum Schierling-Langquaid. Kiendl erinnerte daran, dass von Anfang an außer Frage gestanden sei, dass ein großer Teil – der größte Teil – des Muna-Geländes naturbelassen bleibt. Dass ein anderer Teil der Wirtschaft dienen soll, das liege auf der Hand. Investoren würden nur darauf warten, dass das Gelände – oder wenigstens ein großer Teil davon – einen neuen Eigentümer bekommt, der die Türen öffnet für eine sanfte, dem Gelände entsprechend verträgliche neue Nutzung.

Verband hat eigenen Haushalt

Die Verbandssatzung sieht vor, dass der Planungsverband als eigenständiges Konstrukt einen eigenen Haushalt hat, der in der Gemeindeverwaltung Schierling geführt wird. Die Kosten teilen sich die Gemeinden jeweils zur Hälfte. Zusätzlich wird angestrebt, dass möglichst rasch eine schriftliche Vereinbarung darüber geschlossen wird, dass auch Einnahmen, wie etwa Gewerbesteuereinnahmen, künftig ebenfalls hälftig aufgeteilt werden.

Einstimmig in die Satzung aufgenommen wurde, dass nicht nur die beiden Verbandsmitglieder als Gemeinde, sondern auch alle einzelnen Verbandsräte der beiden Gemeinden jederzeit vom Planungsverband Auskünfte erhalten und auch das Recht haben, eigenen Anträge zu stellen“

Der Planungsverband

  • Ausdehnung:

    Das 176 Hektar große Areal der ehemaligen Muna liegt zu 69 Prozent auf dem Gebiet des Marktes Schierling und zu 31 Prozent auf dem Gebiet des Marktes Langquaid. Derzeit wird geprüft ob Teile des Geländes als Ausgleichsflächen für Maßnahmen des Bundes geeignet sind.

  • Name:

    Der Planungsverband heißt „Vernetzung-Entwicklung-Niederbayern-Oberpfalz 4.0“ (VENO 4.0). Er hat das Ziel der Vernetzung von Kommunen, Betrieben, Dienstleistern, Flächen und Nutzungen im Sinne der Natur, der Wirtschaft und der Erholung, heißt es in der Präambel der Satzung.

Der Vorsitz in der Verbandsversammlung wechselt jeweils nach einem Jahr zwischen den beiden Bürgermeistern. Es beginnt Christian Kiendl aus Schierling. Die erste konkrete Aufgabe ist die Beauftragung eines Planers. Die beiden Bürgermeister wurden beauftragt, mit fachlich geeigneten Architekturbüros Vorstellungsgespräche zu führen und dann der Verbandsversammlung einen Vergabevorschlag zu machen.

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