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Festakt

Mut und Weitblick bewiesen

„20 Jahre Gemeindeentwicklung im Bürgerdialog“ wurde in Schierling gefeiert. Die Ergebnisse finden bundesweit Beachtung.
von Fritz Wallner

In Schierling feierten zusammen mit dem Bayerischen Staatsminister für Bauen, Verkehr und Wohnen, Dr. Hans Reichhardt (2. v. r.), Bürgermeister Christian Kiendl, seine Stellvertreterin Maria Feigl, Bürgermeister a.D. Otto Gascher, der ehemalige evangelische Pfarrer Wolfgang Lahoda, MdL Sylvia Stierstorfer, Kreisrätin Rita Blümel, Wolfgang Grubwinkler und MdB Peter Aumer (v. l.) „20 Jahre Gemeindeentwicklung im Bürgerdialog“ Foto: Fritz Wallner
In Schierling feierten zusammen mit dem Bayerischen Staatsminister für Bauen, Verkehr und Wohnen, Dr. Hans Reichhardt (2. v. r.), Bürgermeister Christian Kiendl, seine Stellvertreterin Maria Feigl, Bürgermeister a.D. Otto Gascher, der ehemalige evangelische Pfarrer Wolfgang Lahoda, MdL Sylvia Stierstorfer, Kreisrätin Rita Blümel, Wolfgang Grubwinkler und MdB Peter Aumer (v. l.) „20 Jahre Gemeindeentwicklung im Bürgerdialog“ Foto: Fritz Wallner

Schierling.Bayerns Bauminister Dr. Hans Reichhardt war voll des Lobes: Im Markt Schierling könne man sehen, was Städtebauförderung und Bürgerbeteiligung bewirken können, sagte er beim Festakt zu „20 Jahre Gemeindeentwicklung im Bürgerdialog“. Dieser fand im Rahmen des bundesweiten Tages der Städtebauförderung statt. „Die Verantwortlichen haben Mut und Weitblick bewiesen“, betonte der Minister vor Bürgern, die in Lenkungsgruppen engagiert sind, sowie vor ehemaligen und aktiven Kommunalpolitikern.

Es sei vor 20 Jahren nicht der Normalfall gewesen, zusammen mit den Bürgern die Zukunft der Gemeinde anzupacken, so der Minister. Schierling sei nicht den Weg des geringsten Widerstands gegangen, sondern „es ging um gelebte Demokratie“. Auf die Ergebnisse könnten Bürger und Kommunalpolitiker gleichermaßen stolz sein. Denn Schierling habe es geschafft, den Ortskern erlebbar zu machen und Gemeinschaftsleben im Zentrum zu ermöglichen. Damit sei ein „essenzieller Beitrag“ für die Zukunft gelungen.

Bürgermeister Christian Kiendl stellte fest, dass mit der Bürgerbeteiligung und dem politischen Handeln der Versuch gestartet worden sei, das Beste aus allen kulturellen, sozialen und politischen Interessen und Bedürfnissen der Schierlinger Bürger-Gesellschaft herauszufiltern. Heute werde deutlich, welche Pionierleistung der damalige Bürgermeister Otto Gascher, der Marktrat und die Bürgerschaft geleistet haben und welchen Weitblick sie hatten.

Schierling als Beispiel

„Und wir haben vor zehn Jahren mit einem weiteren Gemeinde-Entwicklungsprozess im Rahmen des Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramms ‚Aktive Stadt- und Ortsteilzentren‘ für die Weiterentwicklung gesorgt“, betonte Kiendl. Fast jeden Tag werde heute vor der Verödung von Zentren gewarnt und eine Wieder-Belebung der Innenstädte gefordert. Schierling habe den Wandel bei den Zielen der Städtebauförderung sehr früh verinnerlicht. Nicht die bauliche Gestalt alleine, sondern ihre vielfältige Nutzung mache einen Ortskern lebens- und liebenswert. Da sei Schierling ganz weit vorn. Mit der Wahl der beiden Veranstaltungsorte – der ganz neuen Marktbücherei und dem sehr alten, vielleicht ältesten Schulhaus Deutschlands – sei der Hinweis verbunden, dass man zur Geschichte stehe, auf der darin begründeten Tradition aufbaue und doch ebenso zielstrebig in die Zukunft gehe.

Der ehemalige Rathaus-Geschäftsleiter Fritz Wallner blickte zurück und zollte den damaligen Gemeinderatsmitgliedern großen Respekt. „Die haben für die professionelle externe Moderation der Bürgerbeteiligung 100 000 Mark bewilligt, obwohl niemand wusste, ob der Prozess einen wirklichen Nutzen bringen würde“, so Wallner. Die Gemeindeentwicklung sei eine Daueraufgabe.

Der jetzige Bürgermeister von Eggenfelden, Wolfgang Grubwinkler, hatte die beiden Bürgerbeteiligungsprozesse geleitet. Die heutigen Ergebnisse bestätigten, dass damals mit Herzblut an der Zukunft gearbeitet worden sei. MdB Peter Aumer hatte bei einem Städtebauförderungs-Kongress in Berlin den Eindruck bestätigt bekommen, dass „Schierling bundesweit für vorzeigewürdig befunden wird“.

Christian Kiendl stellte die weiterentwickelte „kommunale Selbstreflexion“ (Evaluierung) vor und übergab sie offiziell dem Minister. Die Evaluierung ist die Fortsetzung des Entwicklungsprozesses. Sie zeigt auf, welche Maßnahmen auf dem Weg zum Mehrgenerationen-, Wirtschafts-, Kultur- und Kommunikationsort geschafft, in Arbeit oder erledigt sind.

Ausstellung gibt Überblick

Minister Reichhardt trug sich ins Goldene Buch ein. Anschließend spazierten alle zum alten Schulhaus. Dort wurde die Ausstellung „20 Jahre Gemeindeentwicklung im Bürgerdialog“ eröffnet, die einen Bogen von der Dorferneuerung der 1990er Jahre bis zum bevorstehenden Hotel-Neubau spannt. Architekt Michael Nadler gab einen Überblick über die Geschichte und die Sanierungsmaßnahmen an dem über 400 Jahre alten Denkmal.

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