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Investition

Die Rathausplanung stößt auf Kritik

Die nun auf 4,1 Millionen Euro geschätzten Kosten lösten im Gemeinderat Sorge aus. Die Mehrheit steht aber zum Projekt.
Von Dieter Waeber, MZ

Aus zwei Gebäuden soll der Rathauskomplex, der hier im Modell zu sehen ist, später bestehen.
Aus zwei Gebäuden soll der Rathauskomplex, der hier im Modell zu sehen ist, später bestehen. Foto: Archiv/Waeber

Sinzing.Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats lösten die auf knapp 4,1 Millionen Euro gestiegenen Kostenplanungen für das neue Rathaus intensive Diskussionen aus. Am Ende billigte das Gremium die vorgelegte Planung und die weiterführenden Planungsschritte bei sieben Gegenstimmen.

Zunächst trug Planer Manfred Blasch dem seit den Wahlen von 2014 veränderten Gremium nochmals das Konzept der Planungen vor. 2014 erzielte das Planungsbüro Blasch das einstimmige Votum des Rates zur Neugestaltung des Rathauses. Ziel sei es gewesen, das alte Gebäude im Wesentlichen unverändert zu lassen und daneben einen zeitgemäßen Neubau zu errichten. Die Verbindung wird durch eine Glaskonstruktion mit Treppen- und Liftanlage hergestellt.

Service und Bauverwaltung sind im Erdgeschoss, Bürgermeisteramt und Finanzverwaltung im ersten Stock geplant. Im zweiten Obergeschoss finden der Sitzungssaal, im Keller Archiv, Besucher-WC und Technik Platz. Die Wärmeversorgung im Neubau soll durch eine Grundwasserwärmepumpe mit Fußbodenheizung, im alten Bau durch die vorhandene Heizung und Heizkörper erfolgen. Durch Brandschutzvorgaben und Sanitär- und Haustechnik habe es, in Abstimmung mit Fachplanern wie den anwesenden Ing. Büros Ulrich Dickert und Johannes Richthammer, einige Änderungen seit der letzten Vorlage gegeben. Die Kosten, ursprünglich auf rund 3,62 Millionen Euro geschätzt, liegen jetzt bei knapp 4,1 Millionen Euro brutto, so der Planer.

Kaum Zuschüsse für den Neubau

Mit der Frage „Können wir uns das leisten“ löste Schwindl eine längere Diskussion aus. „Das neue Rathaus gehört nach dem Hochwasserschutz zu den größten Investitionen der Gemeinde überhaupt“, meinte der Bürgermeister. Leider gebe es kaum Zuschüsse, „so dass wir das alleine stemmen müssen“.

Dr. Wolfgang Wiegard fragte nach eventuellen Kosteneinsparungen. Planer Blasch trug dazu drei Möglichkeiten vor, wie Reduzierung der Photovoltaikfläche, Verzicht auf moderne Zugangseinrichtung und Belassen der alten Heizung mit einem Einsparvolumen von insgesamt etwa 130 000 Euro. Einschränkungen von Photovoltaikanlage und Zugangskontrolle fanden indes keine Zustimmung bei den Räten.

Dr. Wiegard meinte, Sinzing strebe wohl danach, das attraktivste Rathaus im Landkreis zu bekommen. Er könne dem Vorschlag nur mit Bauchschmerzen zustimmen. Wiegards Vergleich des Projekts mit monströsen Bauten lehnte Bürgermeister Grossmann als unseriös ab. Das Rathaus sei kein Domizil für den Bürgermeister, sondern werde für Mitarbeiter und Bürger gebaut. Der Gemeinderat habe sich 2014 einstimmig für die Variante mit zwei Stockwerken entschieden – und das sei nun mal teuer.

Laut Planer Blasch wird das Gebäude wohl die nächsten 50 Jahre Bestand haben und sei auch für zukünftig steigende funktionelle Ansprüche gerüstet. Andreas Geim meinte, die hohen Kosten lägen in der teuren Grundversion, Einsparungen seien nur in minimaler Höhe möglich. Dr. Bernhard Edenharter fragte nach den Finanzierungsmöglichkeiten und ob Kredite aufgenommen werden müssten. Zudem sei wohl zu befürchten, dass die derzeitige Planung von 4,1 Millionen nicht reichen würde.

Ohne Kredite geht es nicht

Kämmerer Alfred Fleischmann erinnerte an den Finanz- und Investitionsplan, der bis 2018 Kosten in Höhe von 3,62 Millionen beinhalte und in dem keine Kreditaufnahme vorgesehen sei. Bürgermeister Grossmann prognostizierte, durch die gestiegenen Kosten und der gleichzeitig notwendigen Zwischenfinanzierung des Gewerbegebietes Am Reitfeld, sei in nächster Zeit eine Kreditaufnahme sicher notwendig.

Gernot Seybold bat den Planer sich, am Westeingang an der alten Fassade des Gebäudes zu orientieren. Alois Renner schlug vor, im Untergeschoss für Tätigkeiten im Archiv eine Arbeitsmöglichkeit einzurichten. Andrea Ramsauer warnte hier vor unberechtigten Zutritten.

Franz Schöppl fragte, ob mit Schmutzbeeinträchtigungen oder zusätzlichem Lärm für die Nachbarn zu rechnen sei. Entfernung und eine Baumreihe würden ausreichend Schutz bieten, meinte Planer Blasch. Auch mit einer Verschlechterung durch Schallreflexe sei nicht zu rechnen. Der Agenda Arbeitskreis Energie habe ursprünglich eine andere Wärmeversorgung vorgeschlagen, wusste Schöppl. Dem Arbeitskreis sei die Planung vorgestellt worden und ein Konsens erzielt worden, so Grossmann.

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