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Bauarbeiten

Erdaushub sorgt für Schlammpiste

Der Abtransport sorgt in Minoritenhof für eine verdreckte Ortsdurchfahrt. Endstation ist eine Fläche neben Sinzings Brunnen.
Von Christof Seidl, MZ

  • Der Erdaushub des neuen Yachthafens wird unterhalb der Sinzinger Trinkwasserbrunnen zur Geländemodellierung des Golfplatzes benutzt. Laut Landratsamt wird das ausgebrachte Material überprüft. Fotos: Seidl
  • Im Ort sorgen die Fuhrwerke für eine stark verschmutzte Fahrbahn.
  • So soll der Bootshafen mit gut 30 Liegeplätzen an der Donau bei Minoritenhof einmal aussehen. Darstellung: Golfplatz Sinzing GmbH & Co
  • Eine kleiner Radlader versucht, die Dreckschicht in der Ortsdurchfahrt von Minoritenhof zu beseitigen. Foto: cs

Sinzing.Der Golfplatz Minoritenhof steht in dem Ruf, eine grüne Idylle zu sein. Im Moment ist davon allerdings wenig zu spüren. Wer mit dem Auto durch den kleinen Ort bei Sinzing fährt, braucht anschließend erst einmal eine Wagenwäsche. Die Ortsdurchfahrt gleicht zeitweise einer Schlammwüste. Zentimeterdick bedeckt nasses Erdreich die Fahrbahn.

Der Grund sind die Arbeiten an dem neuen Yachthafen, der unterhalb des Clubhauses an der Donau entsteht. Martin Horlacher, Inhaber der Golfplatz Sinzing GmbH & Co. Betriebs-KG, will den Minoritenhof langfristig zu einem breit aufgestellten Freizeit- und Urlaubszentrum ausbauen. Der Bootshafen ist ein erster großer Schritt in diese Richtung.

Im Moment ist das Projekt aber Anlass für Verdruss. Anwohner und Ausflügler beschweren sich bei der MZ über die verdreckte Ortsdurchfahrt. Zu Fuß oder mit dem Rad sei die Straße praktisch nicht mehr passierbar. Im Zehn-Minuten-Takt karren schwere Traktoren die mit Erdreich beladenen Anhänger vom Clubhaus bis zum Ortseingang. Eine kleine Planierraupe versucht immer wieder, die Schmutzschicht wegzuräumen – mit mäßigem Erfolg.

Gelände wird neu modelliert

Nach rund 400 Metern biegen die Fuhrwerke am Ortseingang ab und schaffen ihre Fracht einen Hang hinauf. Eine große Planierraupe verteilt das Material auf einer Fläche direkt unterhalb der beiden Sinzinger Brunnen. Horlacher benutzt den Erdaushub, um das Gelände des Golfplatzes in diesem Bereich benutzerfreundlicher zu gestalten.

Sinzings Bürgermeister Patrick Grossmann räumte auf Anfrage der MZ ein, dass die Arbeiten für die Anwohner in Minoritenhof schon eine starke Belastung darstellen würden. Auch bei der Gemeindeverwaltung seien Beschwerden eingegangen. Der Bürgermeister betonte, dass es für die Transportroute keine Alternative zu der Ortsdurchfahrt gebe.

Schwerwiegender sind die Vorwürfe einer Bürgerin, die befürchtet, das direkt neben den beiden Trinkwasserbrunnen gelagerte Material werde nicht kontrolliert. Es könnte möglicherweise kontaminiert sein. Sie forderte das Landratsamt auf, tätig zu werden.

Bodenproben vorgeschrieben

Die Behörde wies diese Vorwürfe gegenüber der MZ zurück. Der Einbau des Erdaushubs sei genehmigt. Es gebe für die Bauarbeiten in der Zone II des Wasserschutzgebiets besondere Bestimmungen. Bei der Auffüllung dürfe nur unbelastetes Material aus dem Bootshafen verwendet werden. Es müsse laufen beprobt werden.

Nach Angaben des Pressesprechers des Landratsamts, Markus Roth, hat ein Baukontrolleur die Auffüllungen zuletzt am Montag vor Ort überprüft. Es habe dabei keinerlei Grund zur Beanstandungen gegeben. Die Arbeiten würden sich im genehmigten Rahmen bewegen. Zusätzlich wird das Wasserwirtschaftsamt laut Roth eigene Proben nehmen, um zu überprüfen, ob die Auflagen tatsächlich eingehalten werden.

Horlacher selbst erklärte auf Anfrage der MZ, die Straße werde täglich gereinigt. Wegen der feuchten Wetterbedingungen der vergangenen Tage sei diese Säuberung aber schwierig gewesen. Vor Erteilung der Baugenehmigung seien Bodenproben des Erdreichs im Aushubgebiet an der Donau entnommen und umfangreiche Gutachten erstellt worden. Eine Gefährdung des Trinkwassers durch das verbrachte Aushubmaterial bestehe daher nicht.

Die Aushubarbeiten sind nach Horlachers Angaben mittlerweile nahezu abgeschlossen. Am Grün-Donnerstag werde eine Spezialfirma die Straße rechtzeitig vor den Osterfeiertagen intensiv reinigen.

Der Yachthafen

  • Größe:

    Der 8000 Quadratmeter große Bootshafen soll naturnah gestaltet werden und gut 30 Liegeplätze bieten samt technischen Einrichtungen wie Strom- und Wasserversorgung, Slipanlage etc. Liegeflächen zum Sonnen sind ebenfalls eingeplant. Als besonderes Schmankerl denkt Betreiber Martin

  • Horlacher an eine schwimmende

  • Bar – „irgendwann einmal“.

  • Genehmigung:

    Laut Landratsamt wurden auch Wasserwirtschaftsamt, Gesundheitsamt und Zweckverband zur Wasserversorgung der Viehhausen-Bergmattinger Gruppe im Genehmigungsverfahren gehört. Sie alle hätten dem Vorhaben zugestimmt. Der Bescheid enthält 34 Auflagen zum Wasserrecht, zum Naturschutz und zum Denkmalschutz.

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