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Konflikt

Gläubige bangen um Gemeindehaus

Evangelische Landeskirche genehmigt in Sinzing nur ein eingeschossiges Gebäude. Das widerspricht den Vorgaben der Gemeinde.
Von Dieter Waeber, Mz

Interessenkonflikt: An dieser exponierten Stelle soll nach den Vorgaben der Gemeinde ein zweigeschossiges Gebäude entstehen, das aber die evangelische Landeskirche ablehnt.
Interessenkonflikt: An dieser exponierten Stelle soll nach den Vorgaben der Gemeinde ein zweigeschossiges Gebäude entstehen, das aber die evangelische Landeskirche ablehnt. Foto: Waeber

Sinzing.„Wann wird endlich ein neues evangelisches Gemeindehaus in Sinzing gebaut? Diese Frage wird im Moment nicht nur von den evangelischen Gläubigen sondern auch von vielen Gemeindebürgern gestellt“, meint Pfarrerin Ingrid Erichsen und gibt auch selbst eine Antwort: „ Leider lässt sich immer noch kein Termin nennen, ja es ist sogar fraglich, ob wir überhaupt bauen können.“

Es habe schon lange nichts mehr zu lesen gegeben, meint die Pfarrerin, weil es noch viele Unklarheiten gebe und nichts halb Ausgegorenes vorgestellt werden sollte. Nach dem Abriss des alten Gebäudes 2012 gab es von Michael Feil, dem von der Gesamtkirchenverwaltung beauftragten Architekten, einen Entwurf für ein zweigeschossiges Gemeindehaus, der viel Zustimmung bekam, leider jedoch nicht durch die Landeskirche.

Der alte Pfarrhof ist mittlerweile abgerisssen.
Der alte Pfarrhof ist mittlerweile abgerisssen.Foto: Waeber

Von dort wurde klar die Vorgabe zum Ausdruck gebracht, dass ein zweigeschossiger Bau für das Areal an der Bruckdorfer Straße mit Blick auf den Bedarf der Kirchengemeinde nicht in Frage komme. So entwickelten der Landeskirchliche Architekt Nils Kugelstadt und Architekt Feil einen neuen eingeschossigen Entwurf. Dieser entspricht vom her Raumangebot dem, das einer Gemeinde mit bis bis 800 Mitgliedern laut evangelischer Landeskirche zustehe.

Markante Dachkonstruktion

„Die Architekten schufen dabei einen Entwurf, der deutlich als öffentliches Gebäude zu erkennen ist und einer modernen evangelischen Gemeinde entspricht“ sagt die Pfarrerin. Die Architekten hätten sich zudem bemüht, die Vorgaben des Bebauungsplans einzuhalten, was allerdings bei einer eingeschossigen Bauweise nicht voll umsetzbar gewesen sei. Daher versuchten die Architekten die fehlende Höhe durch eine markante Dachkonstruktion auszugleichen.

Der Entwurf wurde am 25. November 2015 dem Gemeinderat vorgelegt, mit der Hoffnung, es würden die Ausnahmen vom Bebauungsplan genehmigt. In der Sitzung waren sich alle Räte einig, das die evangelische Gemeinde ein Heim brauche, dennoch stimmten nur vier für den vorgelegten Entwurf. Zum Teil wollten die Gemeinderäte dabei aus grundsätzlichen Gründen am Bebauungsplan festhalten, zum Teil wurde die Dachdeckung mit Blech, die Fassade in Holz sowie die Form des Daches kritisiert.

Die Kirchengemeinde prüft nun Möglichkeiten, den Bauplan zu modifizieren, um vom Rat eine Zustimmung zu erhalten. Da die Landeskirche die Alternativvorschläge wieder als nicht verhandelbar signalisierte, geht ein Appell an die Sinzinger Gemeinderäte der vorgelegten Alternative bei einem neuen Antrag zuzustimmen. „Wenn der Gemeinderat den erneuten Bauantrag wieder ablehnt, wird es sehr schwierig, wenn nicht unmöglich, in Sinzing ein evangelisches Gemeindehaus zu bauen“, betont Erichsen. Die Landeskirche unterstütze einen weiteren Entwurf nicht mehr. „Wir brauchen aber ein zuhause in Sinzing, sagt die Pfarrerin.

Informationsabend am Freitag

Gemeindebürger und Räte sind deshalb eingeladen, sich über den Stand der Baupläne und das weitere Vorgehen ein Bild zu machen. Dazu soll ein Informationsabend am Freitag um 19.30 Uhr im Jugend-und Kulturhaus dienen. Dabei werden auch der Leiter der Gesamtkirchenverwaltung, Klaus Neubert als Bauherr und Architekt Michael Feil anwesend sein.

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