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Finanzen

Kostenexplosion beim Kindergarten

Die Erweiterung kommt Sinzing teuer zu stehen. Im Gemeinderat wurden Zweifel an der Eignung des Planers laut.
Von Dieter Waeber, MZ

Der Gemeinderat Sinzing stimmte trotz stark gestiegenen Kosten für die Erweiterung des Kindergartens zu, vor allem weil der Zeitdruck groß ist.
Der Gemeinderat Sinzing stimmte trotz stark gestiegenen Kosten für die Erweiterung des Kindergartens zu, vor allem weil der Zeitdruck groß ist. Foto: MZ-Archiv/Waeber

Sinzing.Der Antrag der Grünen, die Kosten für die Erweiterung des Kindergartens nochmals gründlich zu erörtern, führte in der jüngsten Sitzung des Sinzinger Gemeinderat zu heftigen Diskussionen. Auslöser war der starke Anstieg dieser Kosten. Im Juli lag die Schätzung des Architekten Manfred Blasch noch bei einer Summe von 625000 Euro, bei der Kostenrechnung vom August waren es dann 950000 Euro.

Nicolas Hilbert und Andreas Geim kritisierten insbesondere, dass es dem Architekten beim letzten Treffen nicht gelungen sei, die 52-prozentige Erhöhung detailliert zu begründen. Bürgermeister Patrick Grossmann räumte ein, der Architekt habe wohl den finanziellen Aufwand unterschätzt, sei aber unter starkem Zeitdruck gestanden. Grossmann meinte aber, auch wenn die frühe Kostenschätzung bereits an die Millionengrenze gegangen wäre, hätte der Rat auch für die Erweiterung des Kindergartens gestimmt.

Die Begründung lieferte Grossmann gleich mit. Die Zahl der Kindergartenkinder in Sinzing werde sich bis 2018 von heute 81 auf mindestens 107 erhöhen. Bereits jetzt müsse eine Gruppe Dreijähriger in der Krippe am Fährenweg untergebracht werden.

Lehren aus der Situation ziehen

Professor Dr. Wolfgang Wiegard argumentierte für die Weiterführung des Projekts, da sich der Rat einen Rückzieher nicht leisten könne, weil die Planungen bereits fortgeschritten seien. Der Rat solle aber aus der Situation seine Lehren ziehen. Wiegard bemängelte auch das Vertragsverhältnis zum Bauherrn, der Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt Sinzing, da auch weitere Zusatzkosten ohne Einspruchsmöglichkeit immer von der Gemeinde getragen werden müssten. Die Abweichung um 52 Prozent bestätige sicher auch eine hohe Unkenntnis der Sachlage durch den Schätzer.

Dr. Bernhard Edenharter ging noch einen Schritt weiter und stellte die Fähigkeit des Planers infrage. Es sollte überlegt werden, ob der, auch für das Projekt des Rathaus Neubaus, vorgesehene Planer geeignet sei. Edenharter bat die Gemeindeverwaltung gleichzeitig, nochmals zu untersuchen, ob nicht eine ausgeglichene Verteilung der Kindergartenkinder in der Gemeinde in den Kindergärten Eilsbrunn, Viehhausen und Sinzing möglich wäre.

Franz Schöppl und Johann Dechand verwiesen auf ähnliche Differenzen bei anderen Projekten in der Gemeinde, wie dem Schulhaus und dem Feuerwehrhaus in Eilsbrunn. Gabi Hartkopf befürchtete, durch den Zeitdruck und die derzeit vollen Auftragsbücher der Handwerksbetriebe würden die Kosten nochmals steigen.

Bürgermeister Grossmann überzeugte den Rat letztendlich bei drei Gegenstimmen, dem Grundsatzentscheid zur Erweiterung des bestehenden Kindergartens auch unter der derzeitigen Kostenbelastung nochmals zuzustimmen. Als Schlussfolgerung der unerwartet hohen Kosten müssten wohl andere gemeindliche Projekte, wie der Rathausneubau zeitlich verschoben werden.

Das Netz für Kinder muss aufhören

Das Netz für Kinder in Viehhausen wird es nur noch bis 31. Juli 2016 geben. Das Problem ist die Einhaltung der Zuwendungsvoraussetzungen. Danach müssten mindestens zwei Altersgruppen im Netz sein. Der Anteil der Kinder im Krippenalter dürfte ein Drittel nicht überschreiten. Da das Netz diese Bedingungen bereits 2013/14 nicht eingehalten hat, wurde die staatliche Förderung laut Landratsamt für 2013 gestrichen. Auch für 2014/15 wird es keine Förderung geben. Für 2015/16 ist es dem Vorsitzenden des Vereins, Matthias Kunz, gelungen, eine Förderung zu erhalten, mit der Bedingung, die Regelungen wieder einzuhalten und 2016 den Betrieb einzustellen. Um dem Verein im laufenden Abrechnungsjahr eine „Schwarze Null“ zu ermöglichen, beschloss der Rat, auf die Miete zur Nutzung der Räume in der Schule zu verzichten. Das Netz wurde 1997 gegründet.

Dem Antrag der Grünen, in der Bruckdorfer Straße generell Tempo 30 einzuführen, schlossen sich nur drei Räte an. Die Polizeiinspektion Nittendorf hatte erklärt, die Strecke weise keine besondere Gefahrenlage auf.

Gemeinderat in Kürze

  • Auftragsvergabe:

    Die Erweiterung des Wertstoffhofs wurde über das Ing. Büro Wöhrmann an Bau Swietelsky, aus Biburg zum Preis von rund 162 000 Euro vergeben. Baubeginn ist 2016.

  • Wassersuche:

    Der Zweckverband Laaber-Naab führt derzeit Probebohrungen durch.

  • Hochwasserschutz:

    Nach einem Treffen mit dem Umweltministerium zum Thema Hochwasserschutz-Beteiligung der Bürger an den Kosten geht die Gemeindeverwaltung von einer längeren Behandlungszeit aus, da die Meinungen über die Rechtslage weiter auseinandergehen.

  • Straßenreinigung:

    Nach Angaben von Bürgermeister Patrick Grossmann liegen die Kosten für die Straßensäuberung am Minoritenhof bei ungefähr 10 500 Euro. Die Kosten dafür trägt die Gemeinde zu 40 Prozent, der Golfplatzinhaber übernimmt 60 Prozent des Aufwands. (ldw)

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