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Sinzinger sorgen sich um ihre „Skyline“

Bei der Bürgerversammlung stieß die massive Wohnbebauung auf heftige Kritik. Das eigentliche Dorf verschwinde immer mehr.
Von Dieter Waeber, MZ

Für Diskussionsstoff sorgte das, einschließlich der Tiefgarage, viergeschossige Wohngebäude im Baugebiet Donaublick, ob seiner Fernwirkung.
Für Diskussionsstoff sorgte das, einschließlich der Tiefgarage, viergeschossige Wohngebäude im Baugebiet Donaublick, ob seiner Fernwirkung. Foto: Waeber

SINZING.Mit über 80 Besuchern war die Auftaktveranstaltung der diesjährigen Bürgerversammlungen in der Gaststätte Schwarze Laber gut besucht. „Ich weiß, wir haben die Grüngutschütte sehr gut und den Donaublick schlecht gemacht“, leitete Bürgermeister Patrick Grosmann sein Referat über die Situation der Gemeinde mit dem Ausdruck seiner persönlichen Stimmung etwas satirisch ein.

Damit gab Grossmann aber auch den Startschuss zu unterschiedlichen Meinungsäußerungen über das, mit der Tiefgarage, viergeschossige Wohngebäude im Baugebiet Donaublick. Josef Dollhofer sieht das Gebäude sehr skeptisch und meinte, „die neue Skyline von Sinzing ist abstoßend“, der Gemeinderat müsse schließlich den Siedlungsdruck der Stadt nicht alleine auffangen. Dollhofer beklagte auch die über das Limit hinausgehende Verkehrssituation. „Die Leute ziehen doch nur zu uns, weil die Grundstückspreise noch bezahlbar sind.“ Die Stadt sei Verursacher der Verkehrssituation, entziehe sich aber ihrer Verantwortung mit der Ablehnung einer Nahverkehrsbrücke. Reiner Seidl stieß ins gleiche Horn: „Das Gebäude ist eine Fehlplanung, wir wollen zu keiner Wohnstadt werden“.

Ärger um die Nahverkehrsbrücke

Anders sah das Wilfried Süß: „Wir brauchen diese mehrgeschossige Wohnbebauung.“ Bürgermeister Grossmann entgegnete den Einwendungen: „Nach dem Motto, ich bin da und will nicht mehr gestört werden, kann man keine Gemeindeentwicklung betreiben.“ Zugleich bat Grossmann um Geduld bei der der Beurteilung der Ansicht bis nach der Bepflanzung des Platzes. Hans Ziegler sah positiv in der Bauentwicklung nur die erhöhten Steuereinnahmen, aber das Ziel, „wir wollen eigentlich ein Dorf bleiben“, verschwindet.

Wilfried Süß äußerte sich kritisch zur Wohnbebauung an der Staatsstraße. Diese Straße habe das höchste Verkehrsaufkommen, dort sei eine Wohnbebauung abzulehnen, sie sei auch nicht im Sinne des Leitbildes der Gemeinde. Zur Verkehrssituation und Wohnbebauung an der Staatsstraße erläuterte Bürgermeister Patrick Grossmann das Vorhaben zur Errichtung eines Kreisels bei der Ortseinfahrt. Zusätzlich seien langfristig auch andere Wege geplant, wie die Ortsumgehung. „Allerdings können wir Fehler, die vor 50 Jahren gemacht wurden, nicht auf die Schnelle revidieren“, sagte er.

Josef Dollhofer eröffnete mit seiner Kritik an der Stadt den Weg zum Dauerbrenner Nahverkehrsbrücke. Dazu fragte Franz Huber: „Hat die Gemeinde eigentlich die Nahverkehrsbrücke aufgegeben?“ Huber verwies dabei auf die kommenden Probleme beim Ausbau der Autobahn und der Erneuerung der Autobahnbrücke. Mit Tonnagebeschränkung und hinsichtlich der E- Fahrzeuge müsste doch auch die Stadt zu überzeugen sein? „Der Zug ist für die nächsten 20 Jahre abgefahren“, prognostizierte der Bürgermeister. Die Bahn garantierte 20 Jahre, meinte Grossmann zur Frage von Dollhofer nach der Dauer des Betriebes für den neuen Fuß- und Radwegsteg.

Immer mehr Grund wird versiegelt

Josef Dollhofer kritisierte zudem die vielen Baugebiete. In Sinzing werden dadurch rund „50 000 Quadratmeter durch die vier Baugebiete versiegelt. Das entspricht keinesfalls den Zielen der Bundesregierung.“ „Ich hoffe, Sinzing bleibt von den Starkregenfällen, wie in anderen Orten, lange Zeit verschont.“

Michael Zierer fand ein Bahnmuseum in der Gemeinde sehr gut, konnte sich aber mit dem Standort nicht anfreunden. Besser wäre der alte Bahnhof gewesen. Zierer befürchtete auch Turbulenzen im Verkehr. Besucher mit dem Pkw müssten über die schmale Laberbrücke und benötigten einen Parkplatz.

Bürgermeister Patrick Grossmann bestätigte, der alte Bahnhof wäre auch nach Sicht des Gemeinderates besser gewesen, aber der Eigentümer sei nicht gewillt gewesen, zu verkaufen. Da der Rat aber das Museum haben wolle, habe er zugestimmt. Selbstverständlich müsse die Verkehrssituation durch Anpassung der Straße und Anlage zusätzlicher Parklätze verbessert werden.

Weitere Diskussionspunkte

  • Verkehrsprobleme bei der Tankstelle und bei der Einmündung zur Staatsstraße sahen Wilfried Süß und Michael Zierer nach dem Bezug des Gewerbegebietes Am Reitfeld. Michael Zierer beanstandete die neue Bushaltestelle an der Schule. Die Überschneidungen seien für ältere Bürger gefährlich. Das Buswartehäuschen biete aufgrund des schmalen Daches wenig Regenschutz. Das Bushäuschen sei eigentlich Standard, meinte Bürgermeister Patrick Grossmann. Die Wegesituation sei bekannt und werde aber mit dem Ingenieur-Büro nochmals besprochen.

  • Beleuchtung:

    Dem Einwand von Gisela Dollhofer, der Fußweg am Hohen Ranken sei zu schlecht beleuchtet, versprach Grossmann nachzugehen. Auch Markus Wolf sah ein Problem mit dem Verkehr am neuen Baugebiet durch die hohe Mauer der Tiefgarage bei der Buchenstraße.

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