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Abstimmung

Waldkindergarten hat 17 Anmeldungen

60 Zuhörer waren gekommen, um die Debatte um das neue pädagogische Vorzeigeobjekt in Sinzing zu verfolgen.
Von Dieter Waeber, MZ

  • Die natürliche Umgebung spielt bei der Pädagogik eine herausragende Rolle. Foto: Waeber
  • Gabi Hartkopf (rechts) und Bürgermeister Patrick Grossmann verabschiedeten Isolde Regensburger, Mitarbeiterin im Vorzimmer der Gemeinde vor dem GR Gremium in den Ruhestand. Foto: Waeber

SINZING.Die wesentlichen Punkte, Zuschuss für den Waldkindergarten und die Frage, ob das Pflaster vor der alten Kirche ersetzt wird, lockten etwa 60 Zuhörer in den prall gefüllten Lehrsaal des Feuerwehrgerätehause zur jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Zunächst steuerte Franz Huber mit seinem Redebeitrag die Zuhörer in eine ganz andere Richtung. Der Redner sprach die Verkehrsproblematik an, auf die sich die Gemeinde einstellen müsse und verurteilte die Interesselosigkeit der Betroffenen, insbesondere der Stadt, zum Thema Brückenquerung.

Großes Interesse am Förderverein

Huber verwies auf die Themenwoche der MZ, die mit einem Forum am 1. Februar startet, zu dem allerdings bedauerlicherweise kein Vertreter des westlichen Landkreises geladen sei. Dr. Fabian Kellermeier erläuterte Vorzüge und Inhalte des geplanten Waldkindergartens, der im Rieglinger Holz, Nähe Walderlebniszentrum, geplant sei. Das Grundstück liegt im Staatswald. 17 Kinder seien bereits verbindlich angemeldet. Für den zu bildenden Förderverein haben bisher 22 Familien mit 28 Kindern ihr Interesse bekundet. Als Träger ist Firma h&b learning im Boot. Der Träger betreibe bereits zehn Waldkindergärten, so der Vorsitzende von h&b learning, Franz Huber.

Dazu gehöre auch die Einrichtung Pielenhofen. Die Form des Kindergartens gründet auf drei Säulen, so Huber, dem Träger, den Pädagogen und der mitarbeitenden Elternschaft. Zur Anschubfinanzierung benötigt der Förderverein des Waldkindergartens eine Defizitübernahmeerklärung von maximal 20 000 Euro und für Baukosten 50 000 Euro.

Bürgermeister Patrick Grossmann leitete die umfangreiche Diskussion ein. Er halte den Kindergarten für eine Bereicherung der Gemeinde. Die Lage sei sehr verkehrsgünstig. Auch aufgrund der prognostizierten, steigenden Kinderzahlen in Sinzing sei ein Zusatzangebot zu begrüßen. Alle folgenden Redner stimmten der Idee grundsätzlich zu, die Form der Bezuschussung wurde allerdings kritisiert. Dr. Wolfgang Wiegard meinte, das Projekt sei für die Gemeinde attraktiv,

„Wir brauchen junge Leute“. Allerdings vermisse er ausreichende Berechnungsunterlagen zu den geforderten Finanzierungen und eine Satzung. Wiegard schlug vor, die Finanzierung nur in Aussicht zu stellen. Regina Fischer fragte nach eventuellen Finanzierungen in der Zukunft.

Thomas Schwindl klagte, ursprünglich sei die Planung kostenneutral gewesen. Er wolle auch keine Konkurrenz zu den bestehenden Kindergärten und schlage außerdem zuerst einen Ortstermin vor. Grossmann verwies auf die Dringlichkeit und plädierte für die Anschubfinanzierung. Die zukünftige Finanzierung sei abhängig von der Auslastung. Huber meinte „Wir wollen keine Defizitvereinbarung für die Zukunft, wir versprechen, wirtschaftlich zu arbeiten“. Andreas Röhrl hinterfragte die Verkehrssicherung der Anmarschwege insbesondere im Privatwald. Huber meinte, es würden Sicherheitsanalysen erstellt. Zudem sei der Träger sehr gut versichert. Der Beschlussvorschlag zur Anschubfinanzierung fand am Ende Zustimmung ohne Gegenstimme.

Differenzen um Baufirma

Weitere Beschlüsse: Der Auftrag zur Erschließung des Baugebiets „Donaublick“ wurde für den Straßenbau an die Firma Josef Stanglmeier, Abensberg, zum Angebotspreis von rund 2,1 Millionen Euro Brutto vergeben. Der Auftrag für die Abwasserbeseitigung ging an die Firma Strabag, Regensburg, zum Angebotspreis von rund 1,2 Millionen Euro.

Franz Schöppl bemängelte die Unzuverlässigkeit der Firma Stanglmeier, die er vor allem beim Ausbau der Bergstraße als erwiesen ansah. Bürgermeister Grossmann bestätigte die Probleme. Allerdings habe die Gemeinde aufgrund der Ausschreibung keine Wahl, erläuterte Amtsrat Johann Müller: Einzige Ausnahme: wenn Stanglmeier schuldhaftes Verhalten nachgewiesen werden könne.

Weitere Themen

  • Videoüberwachung:

    Laut einer Stellungnahme des Datenschutzbeauftragten ist eine Videoüberwachung am Wertstoffhof aus rechtlichen Gründen „nur bedingt und sehr eingeschränkt möglich“, informierte der Bürgermeister den Gemeinderat.

  • Flüchtlinge:

    Bürgermeister Patrick Grossmann erwartet aufgrund des Flüchtlingszustroms auch in der Gemeinde einen zunehmenden Druck, öffentliche Gebäude zur Unterbringung zu nutzen.

  • Jugendtreff:

    Jugendpfleger Andreas Lohmeier erhält zusätzliche Unterstützung durch eine Teilzeitkraft.

  • Pendlerparkplatz:

    Er soll nach Beschluss im Bauausschuss um 20 Plätze erweitert werden. (ldw)

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