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Wasser

Zweckverband investiert 1,9 Millionen

Allein die Umstellung auf Magnetfeld-Zähler verursacht für Viehhausen-Bergmattinger Gruppe Kosten von rund 300 000 Euro.
Von Dieter Waeber, MZ

Umfangreiche Baumaßnahmen begleiteten Geschäftsführer Rudolf Eisenhut (links) und Vorsitzender Anton Schwindl. Für sein 25. Dienstjubiläum wurde der Verbandsvorsitzende jetzt geehrt.
Umfangreiche Baumaßnahmen begleiteten Geschäftsführer Rudolf Eisenhut (links) und Vorsitzender Anton Schwindl. Für sein 25. Dienstjubiläum wurde der Verbandsvorsitzende jetzt geehrt. Foto: Archiv/Waeber

Sinzing.Der Haushalt 2016 und die Entscheidung wegen eines Virus, auf elektronische Zähler umzustellen, bestimmten den Verlauf der Sitzung des Wasserzweckverbands der Viehhausen-Bergmattinger Gruppe im Sitzungssaal des Verbandsgebäudes. „Auch 2016 wird ein Investitionsjahr“, leitete #Geschäftsführer Rudolf Eisenhut ein. Der Etat bewegt sich mit knapp unter 1,1 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Haupteinnahmequelle ist der Wasserverkauf mit knapp einer Million Euro. Der Vermögensplan umfasst rund 2,363 Millionen (Vorjahr 1,335) Euro.

Haupteinnahmen kommen aus den Beiträgen der verschiedenen Erschließungsgebiete und den Verbesserungsbeiträgen der Grundstückseigentümer. Die Gesamtinvestitionen liegen bei knapp unter 1,9 Millionen Euro. Dazu gehören die Aufbereitungsanlage Kühblöß mit 0,4 Millionen, Tiefbaumaßnahmen wie Städtebauförderung Eilsbrunn mit 0,1 Million, Buchen-Eichenstraße mit 0,5 Millionen und diverse Erschließungen mit 0,559 Millionen Euro.

Eine Kreditaufnahme von 0,4 Millionen Euro ist vorgesehen. Die Verbindlichkeiten würden dann von 0,7 auf rund eine Million Euro steigen. Der Kredit sei allerdings nur notwendig, wenn die Aufbereitungsanlage gebaut werde, so Eisenhut. Sie steht bei der nächsten Sitzung auf der Agenda. Johann Dechand stellte seine obligatorische Frage nach den Rücklagen, die seiner Meinung nicht ausreichend beantwortet werde. Er stimmte deshalb der Haushaltssatzung nicht zu.

Der Wasserpreis steigt

Diskussionen löste der Vorschlag zur Umstellung auf elektronische Wasserzähler aus. Geschäftsführer Eisenhut trug das Vorkommen und die Wirkungsweise des Bakteriums Pseudomonas aeruginosa vor. Der Keim entstehe in den Wasserresten von mechanischen Wasserzählern. Durch Einsatz elektronischer Zähler, in denen es keine Wasserreste gebe, ließe sich das vermeiden. Das Problem seien die höheren Kosten. Während die herkömmlichen Zähler bis 20 Euro kosteten, müssen für die neuen bis zu 85 Euro ausgegeben werden. Durch die Verlängerung der Laufzeiten für die Eichung könnten die Kosten allerdings halbiert werden. Die Elektronik biete noch weitere Vorteile, wie Ablesen der Zählerstände per Funk und Erfassung und Erkennen von Rohrbrüchen. In einer intensiven Diskussion ließen die Räte, insbesondere durch die Erklärungen von Dr. Bernhard Edenharter, Zweifel an der Notwendigkeit der Umstellung erkennen. Der Hinweis von Eisenhut auf die Haftpflicht des Verbands bei eventuellen Gesundheitsschäden ließ die Räte am Ende aber zu Gunsten der Umstellung stimmen.

Für den Start sollen 900 Magnetfeld-Wasserzähler bestellt werden. Kosten rund 76000 Euro. Bei insgesamt über 3500 Abnehmern müssen in den nächsten sechs Jahren damit mehr als 300000 Euro aufgewendet werden. Die Kosten verursachen, so Eisenhut, einen Wassermehrpreis für die Abnehmer von etwa 2,9 Cent pro Kubikmeter. Die Kosten gehen in die nächste Gesamtkalkulation des Wasserpreises ein. Umgestellt wird immer dann, wenn die Eichung eines alten Zählers anfällt.

Rechnungen sind geprüft

Der Kelheimer Verbandsrat Raimund Fries trug das Ergebnis der Rechnungsprüfung für 2014 vor und bescheinigte der Verwaltung gewohnte Kontinuität der Rechnungsführung. Offen sei eine Überzahlung an die Firma Stanglmeier in Höhe von 8000 Euro, die aus nachträglichen Reklamationen der Gemeinde resultiere. Die Rückzahlung steht noch aus. Bemerkenswert für die Baumaßnahme in Sinzing waren erhöhte Chlorid-Werte, die wohl aus der Salzstreuung stammten und rund 25000 Euro Mehrkosten verursachten. Die Jahresrechnung wurde bei einem Verlust von 129000 Euro festgestellt. Die Prüfung der Jahresrechnung 2011 bis 2013 durch den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband kostete rund 11000 Euro.

Die Zweckvereinbarung zur Versorgung von Waltenhofen und Gorihof durch die Laber-Naab-Gruppe wurde erneuert. Das Hoheitsgebiet bleibt für den Zweckverband erhalten, so Eisenhut, die Abnehmer haben allerdings eigene Verträge. Die Räte beschlossen, die datenschutzrechtliche Betreuung des Verbands als zentrale Aufgabe dem Landratsamt zu übergeben und folgten damit dem Beispiel mehrerer Gemeinden und Zweckverbände.

Probebohrungen in Eilsbrunn

Johann Dechand befürchtet, dass in Eilsbrunn durch die Probebohrungen beim Gorihof ein weiteres Wasserschutzgebiet entstehen könnte. Ergebnisse aus der Bohrung, so Bürgermeister Helmut Sammüller, Nittendorf, seien nicht bekannt.

Vorsitzender Anton Schwindl informiert: 2017 ist die Erschließung des neuen Baugebiets „Klosterblick“ in Viehhausen geplant.

Ein Tag der offenen Tür

Am 17. April ist Tag der offen Tür im Zweckverband.

Die Schlussrechnung für das Investitionspaket soll im Frühjahr an die Haus- und Grundstückeigentümer gehen.

Verbrauch und Erschliessungen

  • Wasserverbrauch

    Der Wasserverbrauch 2015 betrug 468 543 Kubikmeter (Vorjahr 443 861). Der Zweckverband betreute 3505 Haushalte (Vorjahr 3462). Pro Tag verbraucht ein Einwohner im Einzugsgebiet durchschnittlich 116 Liter Wasser (Vorjahr 111).

  • „Donaublick“

    Den Zuschlag für die Erschließungsarbeiten im Baugebiet „Donaublick“ in Sinzing erhielt die Firma Strabag, Regensburg. Ausschlaggebend war die gleichzeitige Auftragserteilung für das Abwasser durch die Gemeinde. Die Kosten betragen rund 148 000 Euro.

  • Planung für „Am Bauernfeld“

    Auch die Planung der Versorgung für das Baugebiet „Am Bauernfeld“ in Nittendorf wurde vergeben. Hier schloss sich der Zweckverband der Vergabe des Markts Nittendorf an das Büro Dinauer, Laufenthal, an. (ldw)

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