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Senioren

Der Mittagstisch kommt gut an

Gemeinsam schmeckt das Essen besser und im Anschluss können sich die Junggebliebenen in Tegernheim unterhalten.
Von Petra Schmid

Für Senioren in Tegernheim wird ein offener Mittagstisch angeboten. Foto: Patrick Pleul/dpa
Für Senioren in Tegernheim wird ein offener Mittagstisch angeboten. Foto: Patrick Pleul/dpa

Tegernheim.Die Tische sind alle voll besetzt, überall Frauen und Männer, die sich fröhlich unterhalten. Sie haben alle etwas gemeinsam, sie warten auf ihr bestelltes Schnitzel mit Pommes oder Bratkartoffeln. Eine weitere Gemeinsamkeit gibt es, sie sind alle jenseits der 60. Die Gesellschaft feiert keinen runden Geburtstag oder einen sonstigen festlichen Anlass, sondern es sind Tegernheimer Senioren, die den ersten „gemeinsamen Mittagstisch“ ausprobieren.

Der Mann, der mit seinem Team das ganze ins Leben gerufen hat, ist Roberto Mazzotta. Er ist Tegernheims Beauftragter für Angelegenheiten die Senioren und Menschen mit Behinderung betreffen. Der rührige Italiener ist ein Mensch, der sich mit vollem Elan und Leidenschaft einer Aufgabe widmet. Ob dies nun als Gemeinderat ist, als Stadtführer, Sprachlehrer oder ob er sich für seine italienischen Landsleute einsetzt, man kann sich darauf verlassen, er ist mit vollem Herzen dabei.

Hartnäckig und kreativ

Sylvia Gärtner: „Den Mittagstisch finde ich sehr gut, hier lernt man neue Leute kennen. Auch das Seniorenkino ist eine gute Idee, zusätzlich könnte ich mir gut vorstellen, zusammen Ausflüge zu unternehmen oder ein Kaffeekränzchen zu gründen.“ Foto: Petra Schmid
Sylvia Gärtner: „Den Mittagstisch finde ich sehr gut, hier lernt man neue Leute kennen. Auch das Seniorenkino ist eine gute Idee, zusätzlich könnte ich mir gut vorstellen, zusammen Ausflüge zu unternehmen oder ein Kaffeekränzchen zu gründen.“ Foto: Petra Schmid

So ist es auch mit seiner Aufgabe als Beauftragter für Senioren und Menschen mit Behinderung. Zu seiner Hartnäckigkeit, mit der ein Projekt verfolgt, paart sich eine gehörige Portion Kreativität. Sein „jüngstes Kind“ der offene Mittagstisch für Senioren, zeigte gleich bei der Premiere, es funktioniert. Das erste Treffen fand in der Gaststätte „Bella Tandoori“ an der Mehrzweckhalle statt. Unter dem Motto „Gemeinsam schmeckt’s besser“ lud der Seniorenbeauftragte zum Mittagessen ein. Wichtig war Mazzotta und seinem Beirat, dass das Lokal barrierefrei, ohne Stufen bewältigen zu müssen, erreicht werden kann. Der Beirat, sein Team hat für Mazzotta einen großen Stellenwert, den nur wenn viele mitanpacken, Ideen einbringen, könne man etwas voranbringen.

Christa Fuchs: „Es freut mich, dass das Angebot gleich so gut angenommen wurde und so viele gekommen sind. Ich finde es gut, dass jetzt den Mittagstisch gibt. Als Witwe ist es schön, nicht alleine zu essen und auch noch Gelegenheit zur Unterhaltung zu bekommen.“ Foto: Petra Schmid
Christa Fuchs: „Es freut mich, dass das Angebot gleich so gut angenommen wurde und so viele gekommen sind. Ich finde es gut, dass jetzt den Mittagstisch gibt. Als Witwe ist es schön, nicht alleine zu essen und auch noch Gelegenheit zur Unterhaltung zu bekommen.“ Foto: Petra Schmid

Als Einzelkämpfer sei der Weg viel länger, um etwas zu erreichen, erklärt er. Außerdem ist es dem Seniorenbeauftragten wichtig, dass der Mittagstisch auch für den „kleinen Geldbeutel“ finanzierbar ist. So hat er für die Junggebliebenen, die gerne einmal in Gesellschaft essen möchten, für das erste Treffen als Gericht „Schnitzel mit Pommes frites oder Bratkartoffel“ organisiert und dies zum Preis von sechs Euro.

Ein wenig war Mazzotta die Freude über die Premiere des Mittagstisches schon anzusehen. Mit einem Lächeln auf den Lippen suchte er das Gespräch mit den Senioren. Dabei verfolgt er nicht nur dem Leitgedanken, die Menschen ins Gespräch zu bringen, sondern vielmehr „checkte“ er ab, was den die Senioren zu seiner Idee sagen würden und welche Wünsche es noch gebe. Erfreut war er, dass sich Bürgermeister Max Kollmannsberger die Zeit genommen hatte und auch zum Mittagstisch gekommen war. Lob gab es vom Rathauschef für das Engagement des Seniorenbeauftragten: „Es ist wichtig, dass hier etwas gemacht wird und Roberto Mazzotta und sein Team investieren viel Mühe in ihre Arbeit.“ Wenn er sich umschaue, könne man sehen, wie gut die neue Idee ankomme, sagte der Rathauschef weiter.

Monatlicher Rhythmus

Gertrud Hausmann: „Es ist wichtig, den älteren Menschen Unterhaltung zu bieten. Bei dem gemeinsamen Essen kann man sich kennenlernen und anknüpfen und sich vielleicht zusätzlich zu treffen. Außerdem ist es schön, wenn man an einem Tag nicht kochen muss.“ Foto: Petra Schmid
Gertrud Hausmann: „Es ist wichtig, den älteren Menschen Unterhaltung zu bieten. Bei dem gemeinsamen Essen kann man sich kennenlernen und anknüpfen und sich vielleicht zusätzlich zu treffen. Außerdem ist es schön, wenn man an einem Tag nicht kochen muss.“ Foto: Petra Schmid

Der Seniorenbeauftragte erklärte, dass ihn der gute Besuch des ersten gemeinsamen Mittagstischs motiviere, sich weiter mit dem Projekt zu beschäftigen. Aus den Gesprächen, die er mit den Senioren an den Tischen geführt habe, habe sich herauskristallisiert, dass ein Mittagstisch zunächst einmal im Monat sehr gewünscht werde. Gerne wolle er die Organisation übernehmen, voraussichtlich Ende Februar werde er den nächsten Termin ansetzen, kündigte er an. Essen wolle man an wechselnden Orten, wichtig sei die Barrierefreiheit. Dass die Gemeinde Tegernheim stetig daran arbeiten müsse, barrierefrei zu werden, sei keine lästige Marotte, die er pflege, sondern eine Notwendigkeit, erklärte er im Gespräch mit der MZ.

Reinhard Peter: „Das ist eine gute Ideen, da ist man nicht alleine beim Essen. Kulturell könnte man noch etwas für die Senioren bieten. Bei der Planung der Veranstaltungen sollte der Seniorenbeauftragte auch an die jüngeren Rentner denken.“ Foto: Petra Schmid
Reinhard Peter: „Das ist eine gute Ideen, da ist man nicht alleine beim Essen. Kulturell könnte man noch etwas für die Senioren bieten. Bei der Planung der Veranstaltungen sollte der Seniorenbeauftragte auch an die jüngeren Rentner denken.“ Foto: Petra Schmid

Bisher sei ein Fahrservice noch kein Thema gewesen. Er könne sich jedoch vorstellen, dass man beispielsweise die Nachbarschaftshilfe dafür mit ins Boot holen könne. Denn wichtig sei es ihm auch die vorhandenen Einrichtungen und Vereine, die sich um die Senioren bemühen, zu bündeln und zu vernetzen. „Man muss das Rad ja nicht neu erfinden, sondern sollte ihm lieber Schwung geben“, sagte er augenzwinkernd.

Bei allen Aktionen die er plane, sei es wichtig, dass viele Menschen heutzutage mehr denn je die Möglichkeit suchen gemeinsam etwas zu tun, erklärt der Seniorenbeauftragte abschließend.

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