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Wohnungsnot

Flüchtlingsfamilie kann nicht umziehen

Die Familie mit drei Kindern lebt in Tegernheim derzeit in einer 45-Quadratmeter-Wohnung. Diese muss sie nun aber räumen.
Von Petra Schmid

In einer Wohnung an der Kirchstraße soll eine Familie untergebracht werden. Foto: Petra Schmid
In einer Wohnung an der Kirchstraße soll eine Familie untergebracht werden. Foto: Petra Schmid

Tegernheim.Fraktionsübergreifend herrschte bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Tegernheim Einigkeit darüber, dass man im sogenannten Lehrerwohnhaus an der Kirchstraße keine Familie unterbringen könne. Die FU hatte nämlich den Antrag gestellt, eine Familie aus dem Kosovo für einen begrenzten Zeitraum dort unterzubringen.

Die Familie mit drei Kindern bewohne derzeit eine rund 45 Quadratmeter große Wohnung in der Böhmerwaldstraße. Der Eigentümer beabsichtige, das Gebäude, in dem sich die Wohnung befindet, zu renovieren und deshalb müsse die Familie diese räumen. Als Räumungstermin sei der 31. Oktober festgelegt, heißt es im Antrag. Für die Gemeinde bestehe kein rechtlicher Handlungsbedarf und es gebe mehrere solche oder ähnliche Fälle in der Gemeinde Tegernheim.

Mehrere Flüchtlinge auf Wohnungssuche

Es würden auch mehrere anerkannte Flüchtlinge in der Gemeinde leben, die auf der Suche nach einer Wohnung seien, hieß es in der Stellungnahme der Gemeinde, und weiter: Ausschlaggebend sei jedoch der bauliche Zustand der Wohnung in der Kirchstraße 15. Dieser sei schlecht und durch entsprechende Sanierung in einen vernünftigen Zustand zu bringen. Hierzu seien keine Mittel im laufenden Haushalt eingestellt, so die Verwaltung.

Sowohl die Bausubstanz als auch die Ausstattung des 1873 errichteten Gebäudes würden sich in sehr schlechtem Zustand zeigen, erklärte er. An mehreren Stellen sei Schimmel zu lokalisieren, Fenster, Kamine und Dach bedürften der Erneuerung, Elektrik und Heizung entsprächen in keiner Weise dem heutigen Standard. Alfred Federl (CSU) führte aus, dass die Familie prädestiniert für den geplanten sozialen Wohnungsbau sei und bis zur Errichtung der Gebäude in der Kirchstraße verbleiben solle. Allerdings spreche die Bausubstanz dem Ansinnen entgegen, ein Ortstermin mit den Antragsstellern könnte für Klarheit schaffen. Rolf Wedl (SPD) regte an, auf das Landratsamt zuzugehen und dort um Vermittlung einer Wohnung nachzusuchen.

Immobilienbesitzer anschreiben?

Auf Nachfrage von Diana Zettl (FWG) teilte der Rathauschef mit, dass das von der Gemeinde erworbene Haus an der Donaustraße ausschließlich als Obdachlosenunterkunft dient und lediglich über eine Wohnfläche von 40 Quadratmetern verfüge. Heidi Federl (SPD) regte an, aufgrund der großen Zahl von leerstehenden Wohnungen im Ortsbereich ein Anschreiben an alle Immobilienbesitzer zu verschicken. Alle Fraktionen folgten letztendlich der Empfehlung der Verwaltung und lehnten den Antrag ab.

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