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Leidenschaft

Natascha aus Tegernheim liebt Judo

Seit sie fünf Jahre alt ist, hat sich die Tegernheimer Jugendliche dem Kampfsport verschrieben. Nun sammelt sie Meistertitel.
Von Petra Schmid

Natascha Lauber (links), hier beim Training, gibt alles für ihren Sport Foto: Peter Lauber
Natascha Lauber (links), hier beim Training, gibt alles für ihren Sport Foto: Peter Lauber

Tegernheim.Der freche, praktische Kurzhaarschnitt und die betont sportliche Kleidung lassen die Leidenschaft von Natascha Lauber erraten. Es muss etwas mit Sport zu tun haben. Richtig, die Jugendliche hat sich dem Judo verschrieben.

Man möchte es kaum glauben, die 14-Jährige, die ihren heißgeliebten Kampfsport mittlerweile bald zehn Jahren betreibt, ist erfolgreich auf der Jagd nach Titeln. Sie holte kürzlich eine Medaille als Süddeutsche Meisterin in der Altersklasse U18 und Gewichtsklasse 52 Kilo. Das Mädchen kann eine beachtliche Erfolgsbilanz vorweisen: Natascha Lauber mit ihren 14 Jahren wurde im Januar zur „Judoka des Jahres 2018 in der Oberpfalz“ gewählt.

Viele Titel und Pokale

Im Jahr 2017 erkämpfte sie sich in der U15 den Titel der Süddeutschen Meisterin. So ließe sich die Liste ihrer errungenen Titel, Pokale und Medaillen noch lange fortsetzen, denn diese stapeln sich quasi schon im Hause Lauber. Ihr ganzes Zimmer sei schon dekoriert, erzählt Natascha lachend. In der Küche hat Papa Peter extra ein Regal geschaffen, um die „wertvollsten“ Stücke zu präsentieren. Als der Papa dann die Pokale aus Nataschas Zimmer holte, habe er den wichtigsten übersehen, da dieser recht unscheinbar wirkt, erzählt die junge Judoka lachend die Familien-Anekdote.

Anfangs habe sie alle ihre Medaillen exakt sortiert und mit Bedacht im Zimmer dekoriert, blickt Natascha zurück. Mittlerweile werde die Auszeichnung dahin gelegt, gehängt oder geräumt, wo Platz sei, gesteht sie. Der Ehrenplatz für Pokale und Medaillen wird wohl bei Familie Lauber noch weniger werden, denn Nataschas Geschwister eifern der großen Schwester in sportlicher Hinsicht nach.

Ein lebhaftes Kind gewesen

Mathilda (zwölf Jahre), Peter (zehn Jahre) und Adrian (sieben Jahre) haben nämlich auch die Leidenschaft für Judo für sich entdeckt. Woher die Lauber-Kinder das Faible für den Kampfsport haben, lässt sich nicht so einfach sagen. Weder Mama noch Papa seien so erfolgreiche Sportskanonen gewesen, wie es ihre Kinder seien, versichert Mama Tatjana Metz.

Mathilda, Peter und Adrian ist der Stolz auf ihre große Schwester deutlich anzusehen. Er wolle auch einmal so gut werden wie Natascha, versichert Adrian. Wie Natascha zu ihrer Leidenschaft kam, ist schnell erklärt.

Natascha Laubers Lieblingssport

  • Begriff:

    Judo ist eine japanische Kampfsportart, deren Prinzip „Siegen durch Nachgeben“ oder „maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand“ ist. Heute wird Judo in über 150 Ländern ausgeübt und ist die am weitesten verbreitete Kampfsportart der Welt.

  • Kleidung:

    Traditionell tragen Judoka bei ihrem Sport eine knöchellange weiße Baumwollhose (Zubon) und darüber eine halblange weiße Jacke (Uwagi) aus Baumwolle, die durch einen (weißen oder farbigen) Gürtel (Obi) zusammengehalten wird (Judo-Gi).

  • Grade:

    An der Gürtelfarbe kann man den Ausbildungsstand eines Judoka erkennen. Es gibt die Schülergrade und Meistergrade (Dan). Jeder Anfänger beginnt mit einem weißen Gürtel und kann dann durch eine Prüfung den nächsthöheren Grad erlangen.

„Ich soll angeblich ein sehr lebhaftes Kind gewesen sein und meine Eltern haben einfach einen Sport gesucht, bei dem ich so richtig ausgepowert werde“, erzählt die Jugendliche. Ja, es sei schnell klar gewesen, dass beispielsweise die üblichen Turnstunden, die für Vorschulkinder angeboten werden, für Natascha nicht ausreichen würden. Bei der Suche an dem richtigen Sport für ihre Tochter seien sie auf Judo gestoßen, erzählt Mama Tatjana. Sie hätten sich weiter informiert und bei einer Probestunde rasch festgestellt, dass Judo etwas für ihre Tochter sein könnte. Von Anfang an, habe es Natascha Spaß gemacht, auch wenn sie bereits als Fünfjährige die Disziplin, die zu dem japanischen Kampfsport gehört, einhalten habe müssen.

Judo

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Schon als Anfängerin müsse man beginnen, die sogenannten Judo-Werte auswendig zu lernen. Freilich bringe dies die Übung mit sich. Aber wer beim Training Quatsch machte oder störte, der musste diese Werte abschreiben, erzählt Natascha. Naja, zwei- bis dreimal habe sie auch schreiben müssen, gestand sie augenzwinkernd. Auch der Gürtel müsse immer akribisch richtig gebunden sein, erklärt sie weiter.

Der Spaß am Sport

Die ganzen Regeln und Dinge, die zu beachten sind, nehmen Natascha allerdings nicht den Spaß an ihrem Sport. Im Gegenteil, sie fährt dreimal in der Woche zum Training nach Amberg und absolviert diverse Lehrgänge, die sie weiter bringen sollen. Die Erfolge, die sie in ihrer jugendlichen sportlichen Karriere schon eingefahren hat, kosten freilich auch ihren Preis. Während Freundinnen oft einmal gemeinsam shoppen gehen oder Party machen, hat sie Training oder Wettkämpfe. Auch Feiern im Familienkreis müssen für Judo zurückstehen. Allerdings würde dies für sie kein Opfer bedeuten, sagt Natascha, denn sie habe ja eine Riesen-Freude an ihrem Sport. Ein Traum sei es, einmal an Olympia teilzunehmen, verrät sie verschmitzt.

Die Herausforderung, den Schulalltag am Gymnasium zu meistern, schaffe sie derzeit gut. Die Hausaufgaben mache sie immer gleich zügig und lernen könne sie auch bei der Fahrt zum Training, erklärt Natascha ihr System.

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