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Tradition

Tegernheim: Adlerseige lässt es krachen

Die Schützengesellschaft ist 90 Jahre alt geworden. Im Jubeljahr wurden die Schießstände modernisiert.
Von Petra Schmid

Schützenmeister Martin Schächinger präsentiert das Chronikbuch der Schützengesellschaft „Adlerseige“ Foto: Theresia Luft
Schützenmeister Martin Schächinger präsentiert das Chronikbuch der Schützengesellschaft „Adlerseige“ Foto: Theresia Luft

Tegernheim.Die Schützengesellschaft „Adlerseige“ in Tegernheim hat eine lange Tradition. Vor 90 Jahren wurde sie gegründet. Nun trafen sich die Schützenschwestern und -brüder in ihrem Vereinslokal Federl/Scheck zum Ehrenabend. Neben dem Geburtstag wurden auch die neuen Würdenträger gefeiert.

Schützenmeister Martin Schächinger freute sich, dass so viele gekommen seien. Im Jubeljahr sei bei den Schützen viel geschehen, nicht nur das übliche sportliche und gesellschaftliche Programm sei absolviert worden, sondern man habe auch noch die Schießstände modernisiert und zukunftsfit gemacht. Neben der Freude und Arbeit, habe es auch reichlich Stress gegeben, sagte Schächinger verschmitzt mit Blick auf Bürgermeister Max Kollmannsberger, denn bei der Sanierung der Anlage mit Einbau der neuen elektronischen Schießstände gab es zeitliche Verzögerungen. Nun passe alles und es sei an der Zeit zu feiern. Anlässe gebe es ja genügend, meinte er und zählte auf: Neuer Schießstand, Königsproklamation und freilich auch das Gründungsjubiläum.

Geburtsurkunde in der Hand

Schächinger hatte für die Mitglieder ein besonderes historisches Stück mitgebracht – das Chronikbuch der SG „Adlerseige“. Er hielt es hoch und sagte in Richtung der Mitglieder: „Ich habe praktisch unsere Geburtsurkunde in der Hand.“ Am 1. Dezember 1928 bei der Monatsversammlung des Dramatischen Clubs Waldeslust Tegernheim – dies sei nämlich der Vorgänger der Schützen gewesen, erklärte er – habe Vorstand Biermaier begrüßt und die erschienenen Anwesenden seien Emil Biermaier, Alois Bauer, Josef Zahnweh, Josef Brandl, Xaver Fuchs, Xaver Zahneh und durch Einladung Forstverwalter Nötzl gewesen. Nach der Verlesung des Protokolls habe man mit der Besprechung über die Auflösung des Dramatischen Clubs Waldeslust begonnen, zitierte Schächinger weiter.

Die Könige der SG Adlerseige mit Bürgermeister Max Kollmannsberger Foto: Theresia Luft
Die Könige der SG Adlerseige mit Bürgermeister Max Kollmannsberger Foto: Theresia Luft

Als nächster Punkt habe damals die Besprechung über die Gründung einer Schützengesellschaft angestanden. Nachdem Forstverwalter Nötzl Auskünfte über Schützengesellschaften gegeben hatte, habe man einstimmig beschlossen, eine solche zu gründen. Der Name der Gesellschaft habe „Zimmerstutzen-Schützengesellschaft Adlerseige Tegernheim“ gelautet, heißt es in der Chronik weiter. Als Vereinslokal legte man die Wirtschaft „Gasthaus zur Walhallabahn“ fest. Dem Vereinslokal sind die Schützen noch heute treu, denn dies ist das heutige Dorfwirtshaus Federl/Scheck.

Man fasste weiter den Beschluss, dass das Vermögen des Dramatischen Club auf die Schützengesellschaft Adlerseige übergeht. Vermögen war der Kassenbestand von 32,50 Mark und die Theaterbühne. Der erste Schützenmeister habe Otto Nötzl geheißen und außer ihm seien Emil Biermaier, Alois Bauer, Josef Zahnweh, Josef Brandl, Xaver Zahnweh, Xaver Fuchs, Alois Federl, Max Kollmannsberger, Ludwig Perzl, Xaver Federl, Alois Wolf, Christian Schmid, Xaver Brem, Josef Glötzl und Jakob Dierlmeier Gründungsmitglieder, zählte Schächinger auf.

Die Majestäten der Schützen Adlerseige

  • König:

    Den Königstitel holte sich Florian Theml. Beim Königsschuss erzielte er einen 159,2-Teiler. Für Theml ist es keine neue Erfahrung; vor zwei Jahren errang er bereits Königswürde.

  • Vizekönige:

    Den Rang des „Knackerkönigs“ holte sich Schützenmeister Martin Schächinger (171,9) und den Titel des „Brezenkönigs“ bekam Andreas Höpfl (219).

  • Jugendkönig:

    Auch heuer wieder schoss sich Fabian Höpfl (118,3) zum Jugendkönig. Dieses Mal habe er allerdings das letzte Mal bei der Jugend antreten können, erklärte Schützenmeister Schächinger.

  • Jugendvizekönige:

    Die „Knackerkette“ im Jugendbereich ging an Ralf Preschl (209,7) und zum „Brezenkönig“ bei der Jugend wurde Johannes Eder (1208).

In der Vereinschronik kann man weiter nachlesen, dass schnell Verbindungen zu auswärtigen Schützenvereinen aufgenommen und eifrig Preis- und Pokalschießen besucht wurden. Bereits am 14. Juli 1929 wurde das erste End- und Königsschießen ausgetragen. Die Schützen huldigten aber nicht nur dem Schießsport, sondern bereicherten auch das gesellschaftliche Leben in Tegernheim. Höhepunkte im Jahreskreis bildeten stets die Schützenbälle oder auch die Theateraufführungen. Einen ersten Höhepunkt im Vereinsleben bildete das Jubiläumsschießen 1938. Auch in den Wirren des Zweiten Weltkriegs kam das Vereinsleben nicht zum Erliegen. Noch 1942 bauten sie einen Sommerschießstand, 1943 konnten sie noch ein End- und Königsschießen durchführen.

Großartige Kameradschaft

Nach kriegsbedingter Pause erfolgte im Jahr 1950 die Wiederbelebung. Die folgenden Jahre beschreibt die Vereinschronik als „geprägt von echtem Sportsgeist und großartiger Kameradschaft“. In den vergangenen Jahrzehnten wurden Feste und Jubiläen gefeiert.

Heuer hatte man sich entschieden wie beim 80. Gründungsjubiläum einen Ehrenabend zu feiern. Bürgermeister Max Kollmannsberger betonte, er freue sich jedes Jahr auf die Königsproklamation der Schützen. Denn er fühle sich eng verbunden, sein Großvater sei Gründungsmitglied gewesen. Der neue Schießstand sei eine tolle Sache, hob der Rathauschef hervor. Lob gab es für die große Eigenleistung, die der Schützenverein eingebracht habe. Nach dem offiziellen Teil ließen die Schützenschwestern und -brüder unter den Klängen des „Stoapfalz Trios“ den Abend ausklingen.

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