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Historie

Tegernheimer Geschichte zum Nachlesen

Der Heimatverein gibt jährlich ein Heft mit einem Blick in die Vergangenheit heraus. Bei Sammlern sind diese begehrt.
Von Petra Schmid

Viele Flüchtlinge mussten in der Nachkriegszeit mit beengten Wohnverhältnissen (wie hier im Flüchtlingslager Allach) zurechtkommen. Foto: dpa-Bildarchiv
Viele Flüchtlinge mussten in der Nachkriegszeit mit beengten Wohnverhältnissen (wie hier im Flüchtlingslager Allach) zurechtkommen. Foto: dpa-Bildarchiv

Tegernheim. Wer in der Stadtrandgemeine Tegernheim noch ein Geschenk mit örtlichem Bezug sucht, wird derzeit leicht fündig. Denn es gibt den aktuellen heimathistorischen Band, den der Heimat- und Geschichtsverein herausgibt. Für viele Tegernheimer sind die jährlich erscheinenden sogenannten Heimat- und Geschichtsblätter zu begehrten Sammlerobjekten geworden. Rechtzeitig zum Fest ist Band 15 erschienen. Das historisch interessante Büchlein gibt diesmal einen Querschnitt durch die Ortsgeschichte vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Heimat- und Geschichtsverein-Vorsitzender Martin Jäger stellte gemeinsam mit Bürgermeister Max Kollmannsberger, Kreisheimatpfleger Thomas Feuerer und den Autoren die Publikation nun vor.

Hans-Joachim Graf, der das Gemeindearchiv betreut und sich gern der Heimatgeschichte widmet, liefert regelmäßig einen umfassenden Beitrag zu dem geschichtlichen Heft. Dieses Mal befasst er sich mit der Orts-Chronik in der unmittelbaren Nachkriegszeit zwischen 1945 bis 1948. Historisch fundiert und facettenreich arbeitet Graf auch hier die Themen auf. Nach einem allgemeinen Überblick „Leben in dieser Zeit“ spannt sich der Bogen von Grafs Aufsatz über die ersten Nachkriegsjahre.

Beengte Wohnverhältnisse

Sensibel schildert er die Problematik der Entnazifizierung. Außerdem gibt er einen Überblick zur Bevölkerungsentwicklung im damaligen Bauerndorf. Es sei sicherlich nicht leicht gewesen, die anstehenden Probleme jener Zeit in den Griff zu bekommen. Die Unterbringung der Vertriebenen und die dadurch sehr beengten Wohnverhältnisse hätten sicherlich die Lebensbedingungen der Bevölkerung verändert und auch die Aufgaben des Bürgermeisters seien zu jener Zeit schwierig gewesen, erklärt Graf.

Der aktuelle Band der Heimatblätter

  • Geschichte:

    In seinem Aufsatz befasst sich Joachim Graf unter anderem mit der Thematik „Heimatvertriebene“. Alois Federl, der zu dieser Zeit Bürgermeister in Tegernheim war, fand Lösungen, die Wohnungsnot zu lindern.

  • Zeitgeschehen:

    Traditionell widmet sich Vereinschef Martin Jäger in seinem Beitrag den Ereignissen im Vereinsjahr und befasst sich auch mit den Höhepunkten des gesellschaftlichen Lebens der Gemeinde Tegernheim.

Der Archivpfleger befasst sich in seinem Aufsatz auch mit der schwierigen Ernährungslage. Schwarzschlachtungen seien damals an der Tagesordnung gewesen. Oft sei es wohl nur so möglich gewesen, die Familie durchzubringen oder das Fleisch und die Würste gegen etwas einzutauschen, was man dringend brauchte, vermutet Graf. Der Autor, der zu den „Stammschreibern“ der Heimat- und Geschichtsblätter gehört, ist freilich schon wieder mittendrin in den nächsten Recherchen. Denn das Eintauchen in die Ortsgeschichte und das Forschen in Archiven gehört zu Grafs Steckenpferden. Sicher hat er schon das eine oder andere für die Fortsetzung der Geschichtsblätter im nächsten Jahr zusammengetragen.

Die Autoren und Bürgermeister Max Kollmannsberger Foto: Jäger
Die Autoren und Bürgermeister Max Kollmannsberger Foto: Jäger

Zur Autoren-Mannschaft der Heimat-und Geschichtsblätter gehört seit einigen Bänden auch Dr. Ulrike Gutch. In der aktuellen Ausgabe erstellte sie drei kurze Aufsätze. In ihrem Beitrag „Unsere Soldaten des Ersten Weltkriegs kommen heim“, beschäftigt sie sich mit den Empfangsfeiern der Tegernheimer Bevölkerung für die zurückkehrenden Soldaten im Februar 1919 und für die Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft im Mai 1920. In ihrem nächsten Artikel widmet sich Gutch dem Thema „Panduren im Dorf“. Es wird der Aufenthalt der Panduren und Husaren in Tegernheim während des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748) behandelt. Dr. Gutch befasst sich in ihren Aufsätzen gerne mit gebräuchlichen Dialektwörtern oder typisch Tegernheimer Ortsnamen und Plätzen. Sie erörtert das fast ausgestorbene Dialektwort „siere“ und dessen Bedeutung. Wer zugezogen ist oder nicht mit alten Wörtern und Ausdrucksweisen vertraut ist, kann hier etwas lernen.

Kostspieliger Kohleabbau

Armin Gugau schrieb den Artikel „Die Suche nach der Steinkohle in der Gemeinde Tegernheim im 18. und 19. Jahrhundert“. Hier werden der aufwendige und kostspielige Abbauversuch von 1788 beschrieben sowie mehrere Probebohrungen in den Jahren 1844/45.

So wie es bei den vorherigen Bänden der Heimat- und Geschichtsblätter Tradition ist, befasst sich der Vorsitzende des Heimatvereins, Martin Jäger, mit der aktuellen Gemeindechronik und dem Vereinsjahr 2017.

Alois Federl Foto: Schmid
Alois Federl Foto: Schmid

Bürgermeister Max Kollmannsberger, der das erste Heft aus den Händen des Vorsitzenden erhielt, dankte den Autoren und dem Radaktionsleiter Tobias Appl. Kreisheimatpfleger Thomas Feuerer betonte, dass es im Landkreis Regensburg nichts Vergleichbares gebe, wie die jährlichen Publikationen der Heimat- und Geschichtsblätter. Die „Tegernheimer Heimat- und Geschichtsblätter“ (Band 15) sind im Treffpunkt Zahnweh für sechs Euro erhältlich.

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