MyMz
Anzeige

Sitzung

Thalmassing: Dem Hochwasser vorbeugen

Der Gemeinderat beschäftigte sich unter anderem mit dem Baugebiet „An der Weilloher Straße“. Eine Zisterne wurde abgelehnt.
Von Josef Eder

„An der Weilloher Straße“ in Wolkering entsteht ein weiteres Baugebiet. Foto: Josef Eder
„An der Weilloher Straße“ in Wolkering entsteht ein weiteres Baugebiet. Foto: Josef Eder

Thalmassing.Der Gemeindehaushalt wurde den Räten in ihrer jüngsten Sitzung von Verwaltungsleiter Riedl vorgestellt. Er soll am 8. April beschlossen werden. Der Vermögenshaushalt umfasst 3,22 Millionen Euro und der Verwaltungshaushalt 5,2 Millionen Euro. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt 304000 Euro und somit die Mindestzuführung.

Unwirsch zeigte sich Bürgermeister Helmut Haase, als Räte die Kosten für das neu zu errichtende Feuerwehrgerätehaus ansprachen. Es gebe keine Zahlen, auch keine Schätzungen. „Was durch den Raum geistert, sind nicht haltbare Prognosen.“ Es seien lediglich 250 000 Euro an Planungskosten eingestellt.

Auch Zahlen für weitere Projekte, die im Umlauf seien, seien nicht belegt. „Wir müssen unsere Pflichtausgaben erfüllen und Wünsche hinten anstellen.“ Der Haushalt gerate an seine Grenzen. Investitionen gebe es nur über Kredite. Das Feuerwehrgerätehaus werde aus dem laufenden Haushalt bezahlt, Überschreitungen würden besprochen. Die Konsolidierung der Finanzen habe in den nächsten Jahren Vorrang.

BUND-Antrag wird diskutiert

Für das Baugebiet „An der Weilloher Straße“ in Wolkering wägte der Gemeinderat die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit ab. Mit einer Ausnahme wurden alle einstimmig verabschiedet. Zwei Eigentümern wurde für ihre Parzellen (870 bzw. 980 Quadratmeter) als zusätzliche Option die Bebauung mit einem Mehrfamilienwohnhaus (max. vier Parteien) genehmigt. Die Vollgeschosse bleiben bei zwei. Bei einer Abstimmung war Gemeinderat Richard Wild als Beteiligter nicht stimmberechtigt. Der BUND-Naturschutz Ortsgruppe Thalmassing stellte den Antrag beim aktuellen Bebauungsplan „An der Weilloher Straße“ und den zukünftigen Bebauungsplänen dezentrale Wasserzisternen mit geregeltem Überlauf schon in die Bebauungsmaßnahmen zu integrieren. Er verweist auf den bayerischen Koalitionsvertrag (vorbeugende Überschwemmungsstrategie).

Im Rathaus wurden mehrere Beschlüsse gefasst.  Foto: Michael Jaumann
Im Rathaus wurden mehrere Beschlüsse gefasst. Foto: Michael Jaumann

Der weiterführende Antrag muss gesondert behandelt, stellte dritter Bürgermeister Thomas Sembach fest. Die Kommune begrüße jede Maßnahme zum Schutz des Trinkwassers. Im vorliegenden Bebauungsplan ist eine Empfehlung zur Nutzung von Zisternen (Gartenbewässerung) enthalten. Der Entlastung des Wolkeringer Mühlbach schenkt sie besondere Aufmerksamkeit. Lokale Starkregenereignisse lassen den Unterlauf ansteigen. Zisternen bei drei Quadratmeter Speichervolumen würden bei 22 Parzellen 66 Quadratmeter Volumen bereitstellen.

Durch das geplante Regenrückhaltebecken mit circa 200 Quadratmeter sei die Funktionsfähigkeit dauerhaft gesichert. Lediglich für zwei Parzellen, die wegen ihrer Topografie die gemeindliche Rückhaltung nicht erreichen, seien Rückhaltezisternen festgesetzt.

„Was durch den Raum geistert, sind nicht haltbare Prognosen.“

Helmut Haase, 1. Bürgermeister

Heribert Pritzl war der Ansicht, dass die dezentrale Lösung wirtschaftlicher sei. Das Gemeindeoberhaupt appellierte an die Freiwilligkeit. Die vom BUND vorgeschlagenen Sechsmeter-Zisternen und die vorgeschriebenen Revisionsschächte für Wasser und Abwasser schränkten die Wohnhaus- oder Garagenplanungen ein. Johann Biener und Nina Unterholzner befürworteten den BUND-Antrag. Die Abstimmung lautete 11:3.

Sorge bereitet dem Wasserwirtschaftsamt Regensburg das wild abfließende Wasser. Dieses solle über einen Vorfluter dosiert abgegeben werden. Nachdem dieses Wasser derzeit nur auf nordöstlich des Baugebietes vorhandene Bebauung einwirkt, um dann über die öffentlichen Entwässerungseinrichtungen in der Weilloher Straße abzugehen, verschlechterten sich der Abflussweg sowie die Hochwassersituation am Bach nicht.

Das Amt sieht die Ableitung in die öffentlichen Entwässerungseinrichtungen als sehr kritisch an. Es könne zu Überlastungen und Sedimenteintrag kommen, so dass sich die Situation bei Starkregenereignissen im Siedlungsbereich verschärfe.

Vorteil für die Unterlieger

Durch das neue Baugebiet entsteht für die Unterlieger ein Vorteil, denn das Wasser kann nicht mehr direkt abfließen. Das anfallende Niederschlagswasser wird aus dem Abflussbereich gänzlich herausgenommen. Es wird dem Regenrückhaltebecken im Westen zugeführt. Der Abflussweg verschlechtert sich dadurch nicht.

Das Landratsamt gibt zu bedenken, dass wasserrechtliche Sonderregelungen wegen des 60-Meter-Bereichs bestehen Es verweist auf den Arten- und Tierschutz. Besonders zu schützende Pflanzen und Tiere seien im Plangebiet nicht vorhanden. Die zulässigen Sockel an den seitlichen und rückwärtigen Grundstücksgrenzen werden auf zehn Zentimeter über Geländeoberkante begrenzt. So stellen sie für Kleintiere keine unüberwindbaren Hindernisse dar. Weiter werde das Baugebiet entlang der Südseite und Westseite durch eine öffentliche Grünfläche begrenzt, die das Oberflächenwasser abfangen soll.

Der Schulhort ist mit 35 Anmeldungen bereits überbucht, es soll daher wieder eine verlängerte Mittagsbetreuung eingeführt werden.

Weitere Themen

  • Schaden:

    Ein Wasserschaden im Werkraum der Schule macht diesen bis Mai unbenutzbar.

  • Dorfladen:

    Am 9. Mai gibt es eine Versammlung im Pfarrheim bezüglich des Dorfladens.

  • Natur 2000:

    Seit der Auflassung des Standortübungsplatzes ist die Population des Kammmolches und der Gelbbauchunke rückläufig. Querungshilfen sollen helfen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht