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Gemeinderat

Thalmassing: Kindergarten wird Wohnhaus

Auf dem Gelände sollen zwei weitere Häuser entstehen. Für Diskussionen sorgte eine beantragte Halle im Außenbereich.
Von Josef Eder

Das alte Bonifaz-Wimmer-Haus in Thalmassing, ein ehemaliger Kindergarten, soll zu einem Wohnhaus umgebaut werden. Foto: Eder
Das alte Bonifaz-Wimmer-Haus in Thalmassing, ein ehemaliger Kindergarten, soll zu einem Wohnhaus umgebaut werden. Foto: Eder

Thalmassing.Der Gemeinderat hat der Änderung einer Fläche im Flächennutzungsplan zum allgemeinen Dorfgebiet mit 17:0 zugestimmt. Den entsprechende Vorentwurf hat das Ingenieurbüro Wöhrmann aus Hagelstadt erarbeitet. Ein Investor möchte nach Erwerb der beiden Grundstücke auf einer Gesamtfläche von circa 2650 Quadratmetern den bestehenden Kindergarten entkernen und zu einem Sechsfamilienhaus umbauen und zudem zwei weitere Vierfamilienhäuser errichten.

Die Änderung des Flächennutzungsplans wird im vereinfachten Verfahren betrieben. Im gültigen Plan ist die Fläche als Sondergebiet Kindergarten ausgewiesen. Der nächste Schritt ist nun die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit.

Der Antrag auf Neubau einer landwirtschaftlichen Halle in der Gemarkung Sanding hat in der Sitzung zu einer längeren Diskussion geführt. Das Grundstück befindet sich im Außenbereich. Das Amt für Landwirtschaft und Forsten bejaht die Privilegierung. Der zusätzlichen Feststellung, dass das Grundstück unmittelbar an die Hofstelle angrenzt, wurde aber nicht zugestimmt. Tatsächlich befindet sich das Grundstück nach Angaben der Verwaltung circa 70 Meter entfernt auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dies bedinge einen höheren innerbetrieblichen Verkehr, der sich negativ auf den fließenden Verkehr der Gemeindestraße auswirken könnte. Zudem sei auf der Straße ein höheres Verkehrsaufkommen durch landwirtschaftliches Großgerät und Lastwagen für den Lieferverkehr zu befürchten.

Bereits jetzt werden laut Verwaltung in Luckenpaint (kein Gehweg) und in der Luckenpainter Straße in Thalmassing (stark frequentierter Schulweg) Anliegerbeschwerden laut. Zur Entlastung der untergeordneten Straßen sollte der Lieferverkehr in Richtung Kreisstraße R 35 erfolgen.

Ausfahrt nicht dargestellt

Eine gemeindliche Löschwasserversorgung ist auf der vorgesehenen Fläche nicht vorhanden. Ebenso ist eine Oberflächenwasserentsorgung nicht nachgewiesen. Insbesondere fehle ein Hinweis, wie das wild abfließende Hangwasser einem Vorfluter zugeführt wird, heißt es in der Sitzungsvorlage. In der Planung sei die Ausfahrt nicht dargestellt. Hier sei darauf zu achten, dass das Sichtdreieck dargestellt wird. Es sei von jeglicher Bepflanzung frei zuhalten. Ebenso sei die für Lastwagen notwendige Ladezone zwischen Bauwerk und Gemeindestraße einzuhalten.

Weitere Punkte

  • Bauangelegenheiten:

    Genehmigt wurden der Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage und Carport in Thalmassing und der Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage im Baugebiet Luckenpaint-Nord.

  • Verkehrsüberwachung:

    Die Ausgaben für die Verkehrsüberwachung betrugen 27 500 Euro. Die Einnahmen der Verwaltung durch Verwarngelder lagen bei 20 000 Euro.

Nicht nur diese Gründe machen nach Ansicht der Verwaltung die Planung auf der gewünschten Fläche schwierig. Um die Vorgaben in Sachen Anbindegebot und sparsamer Umgang mit Grund und Boden einzuhalten und um das Projekt gut in die nähere Umgebung einzufügen – die bisherige Hofstelle liegt parallel zur Gemeindestraße –, sollte das Vorhaben auf einer anderen Fläche (Flächennummer 317) verwirklicht werden.

3.Bürgermeister Thomas Sembach sagte, er habe mit dem Bauwerber gesprochen. Die Beladung erfolge längsseits des Gebäudes. Thomas Stadler meinte: „Ein Betrieb außerorts ist besser als innerorts.“ Dietmar Breu plädierte für die Hoferweiterung, auch wenn sie versetzt sei. Raphael Parzefall betonte, dass das Landratsamt die Bedenken der Kommune prüfen werde.

Zustimmung trotz Bedenken

Der Tenor im Gemeinderat war, dass es besser wäre, wenn keine Zersiedelung erfolgt. Man war der Meinung, dass ein Grundstückstausch, wenn er zustandekommen würde, die beste Lösung wäre. Auch der Bauwerber meldete sich in der Sitzung zu Wort. Bürgermeister Helmut Haase lehnte dessen Auskunftsangebot aber ab. „Der Gemeinderat hat genug Information“, begründete Haase seine Ablehnung. In der Abstimmung sprachen sich 14 Gemeinderäte für den Bauantrag aus.

Die Bauvoranfrage zur Errichtung einer Vierfach-Kleingarage (unter 100 Quadratmeter Stellfläche) in Sanding wurde einstimmig genehmigt, obwohl die Verwaltung Bedenken anführte. Das Bauvorhaben liegt im Außenbereich, außerdem grenzt es an den Sandbach (Überschwemmungsgebiet). Nachdem es sich um einen sensiblen Bereich handelt, ist ein Abstand von fünf Metern zum Gewässerrand einzuhalten.

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