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Premiere

Theaterstück greift Thema Pflege auf

Im neuen Stück des Theaterkreises St. Jakobus Regenstauf wehrt sich der Opa gegen die Pflege. Lustig wird es trotzdem.
Von Ralf Strasser

Die liebe Verwandtschaft und das Kümmerer-Team halten Opa Zangerl in „Sei doch net so dumm“ auf Trab.Foto: Ralf Strasser
Die liebe Verwandtschaft und das Kümmerer-Team halten Opa Zangerl in „Sei doch net so dumm“ auf Trab.Foto: Ralf Strasser

Regenstauf.Alt, Witwer, nicht mehr ganz so fit, ein wenig vergesslich: Opa Zangerl (Karl-Heinz Rösch) hat es nicht leicht im Abendlicht des Lebens. Okay, das Alter hat seine Tücken, aber gleich senil sein, wie es andere behaupten? Niemals, findet der Senior. Doch seine drei Kinder und die Schwiegertochter sind da anderer Meinung: Opa kann niemals sich und sein kleines Häuschen allein versorgen, sagen Ludwig (Martin Kowalli), Hans (Franz Schaffer), Gerda (Marie Seitz) und Lydia, die Schwiegertochter (Barbara Eberwein). Und natürlich wissen es die „jungen Leut“ immer besser: Haushälterin oder ab ins Heim. Gegen beides sträubt sich der Opa energisch.

Willkommen in der realen Welt möchte man sagen, doch der geneigte Theatergänger darf sich auf eine Komödie der besonderen Art freuen. Am Samstag, 25. Mai, hebt sich der Premierenvorhang im Pfarrheim des Theaterkreises St. Jakobus Regenstauf zu „Sei doch net so dumm“, einer Geschichte mit anspruchsvollem Background. „Eine wahre Begebenheit in drei Akten“, steht als Untertitel auf dem Textbuch der Autorin Ulla Kling. Authentisch? Sicher, denn so wie im Theater kann es auch im wirklichen Leben sein. Doch ist ein ernstes Thema auch lustig? Und wie! Vor allem wenn man auf ein Ensemble bauen kann, das mit Karl-Heinz Rösch den ultimativ lustigen Opa an die vorderste Theaterfront schickt.

Hilfe zuhause oder Heim?

Die Komödie kommt richtig in Schwung, als sich auf eine Annonce der Kinder unterschiedliche Bewerberinnen (Carla Figliozzi und Martha König) vorstellen. Fatima und die fesche Lilo, die wegen ihrer äußeren Qualitäten dem Opa am liebsten wäre. Doch dann kommt Irma (Maria Rösch), die den Laden aufmischt und in mancherlei Hinsicht für Ordnung sorgt. „Überraschen lassen“, meint Regisseur Thomas Schneider, der von einem guten Ende spricht, sich aber nicht entlocken lässt wie sich die Dinge entwickeln.

Dabei ist das Geheimnis nur ein halbes, denn wer vor 19 Jahren schon einmal in im Theaterraum saß, weiß, wie es ausgeht. „Wir haben das Stück bereits im Jahr 2000 aufgeführt und haben damit großen Erfolg gehabt“, erinnert sich Schneider. „Diese Komödie passt einfach zu uns.“

Das Besondere: Vier Akteure von damals sind auch diesmal wieder mit von der Partie, Opa Zangerl wurde einst und jetzt von Karl-Heinz Rösch gespielt. „Das hat auch seine guten Seiten, dann brauche ich nicht mehr so viel Text auswendig lernen“, lächelt der Senior der Theatergruppe. Es sei seine letzte Rolle in Regenstauf, meint er, „nach über 50 Jahren wird’s Zeit zum Aufhören.“ Doch bis es so weit ist, stürzen sich er und das überaus bewährte Darstellerteam mit viel Talent und noch mehr Humor in das Abenteuer Theater.

Zeitloser Spiegel

„Es ist kein Haudraufstück“, betont Schneider, der sich diesmal ganz auf die Regie konzentriert. „Sondern eine zeitlose Boulevardgeschichte mit Pfiff und jeder Menge Wort- und Situationskomik.“ Klar, dass einige humorvolle Klischees nicht fehlen dürfen, die ins geschmeidige Spiel mit eingebaut werden. Den Schmunzelfaktor kann man bedenkenlos mit „XXL“ bezeichnen.

Zwar wird noch an den Stellschrauben fein gedreht, aber die Texte sitzen, Lautstärke, Mimik und Laufweg haben die Protagonisten verinnerlicht, das Adrenalin steigt. Ist man als erprobter Schauspieler immer noch mit Lampenfieber behaftet? „Aber klar“, bemerkt Rösch, „auch wenn es mehr eine Anspannung ist, aber ohne geht’s auch nicht.“

Die Stimmung auf der Bühne stimmt, die Funken des Humors sprühen, das war schon bei den Proben spürbar. Premiere ist am Samstag, 25. Mai, um 20 Uhr, Karten gibt es noch im Vorverkauf. Tipp: Taschentuch für die Lachtränen nicht vergessen.

Die Aufführung

  • Wann:

    Premiere ist am Samstag, 25. Mai, 20 Uhr. Weitere Aufführungen sind am Mittwoch, 29. Mai, Freitag, 31. Mai und Samstag, 1. Juni, jeweils 20 Uhr.

  • Wo:

    Im Pfarrzentrum St. Jakobus, Mesnergasse. Eintritt: fünf Euro.

  • Karten:

    Im Vorverkauf im Pfarrbüro, Tel. (0 94 02) 12 68.

  • Info:

    www.stjakobus-regenstauf.de

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