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E-Mobilität: Das Interesse ist sehr groß

„48 Prozent der Wenzenbacher könnten sich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen“, sagt Bürgermeister Sebastian Koch.
Von Ralf Strasser, MZ

Am Energiewendetag war die Ladestation für E-Autos noch ein Modell. Foto: msr
Am Energiewendetag war die Ladestation für E-Autos noch ein Modell. Foto: msr

Wenzenbach.Braucht die Energiewende schönes Wetter? „Sicher nicht“, schmunzelt Hans Lengdobler, „vielleicht bei Photovoltaik, da ist es nicht verkehrt, wenn die Sonne lacht, denn die schreibt keine Stromrechnung.“ Darum kam der „eingeschobene“ Frühlingstag gerade recht zum ersten Energiewendetag in Wenzenbach, den Lengdobler als Vorsitzender der Ortsgruppe des Bund Naturschutz mit seinem Team und mit der Gemeinde auf die Beine stellte. „Es geht um die Umsetzung des Pariser Klimavertrages“, fixierte Lengdobler als Überschrift der Veranstaltung.

Doch die eigentliche Motivation für den Tag der Energie sind Möglichkeiten. Was können Bürger, die Politik und Institutionen wie der Bund Naturschutz tun, um Wenzenbach zu einer echten Energiewende-Gemeinde zu machen? Als Geschmacksträger pickte man sich die Elektromobilität heraus, neben Strom und Wärme einer der Bausteine auf dem Weg zum Einsparen von Ressourcen.

Gut zu wissen

  • Auch das Naturmobil des Bund Naturschutz machte Station in Wenzenbach und hatte für die kleinen Besucher allerhand zu bieten. Etwa ein Experiment, das als Minibiogas in der Flasche erklärt, wie Energie aus Erde gewonnen wird. Ein Solarbaukasten lud zum Spielen mit Aha-Effekten ein.

  • Energiewendetag:

    Das informative Angebot in Wenzenbach konzentrierte sich auf die Mobilität, auch aus der Tatsache heraus, dass Vertreter für Solarenergie, Photovoltaikanlagen oder Elektrospeicher der Einladung des Bund Naturschutz nicht folgten, wie Hans Lengdobler bedauerte.

  • Preise:

    Die Anschaffungskosten für ein Elektroauto werden günstiger. Zwar kostet ein exklusiver Tesla immer noch 80 000 Euro, aber es geht auch günstiger. Für den Mitsubishi Ev oder Hyundai IONIC, die mit sehr kurzen Ladezeiten glänzen. muss man nur etwa 24 000 Euro ausgeben,

Das mobile Element in der Energiewende ist in aller Munde, endgültig angekommen ist sie jedoch noch immer nicht. Dabei ist das Interesse hoch. „48 Prozent der Wenzenbacher könnten sich vorstellen, ein E-Auto zu kaufen“, erklärte Bürgermeister Sebastian Koch mit Blick auf einen Energieleitplan, der bereits 2013 erstellt wurde und auch die Elektromobilität mit abfragte. Also könne der erste Energiewendetag eine gute Initialzündung im Bereich des Klimaschutzes sein.

Ohnehin sei die Gemeinde dabei ihren Beitrag zu leisten. „Der Gemeinderat hat erst kürzlich den Erwerb eines Elektrowagens für den kommunalen Fuhrpark beschlossen“, informierte der Bürgermeister. Man gehe mit gutem Beispiel voran, zumal auch eine Ladestation auf öffentlichen Grund aufgestellt werde und auf den Dächern der öffentlichen Gebäude Energie durch Sonne generiert wird.

Auch das Naturmobil war mit spielerischen Energieexperimenten dabei. Foto: msr
Auch das Naturmobil war mit spielerischen Energieexperimenten dabei. Foto: msr

Das Interesse in Wenzenbach war groß, es kamen nicht wenige, die sich Gedanken machten um die Umwelt. Viele drängten sich auf dem Platz vor dem Rathaus um die batteriebetriebenen Fahrzeuge von Tesla, VW, Renault, Mitsubishi oder BMW, fachsimpelten mit deren Besitzern über Reichweiten, Kaufpreise, Tankstellennetze oder wie es sich anfühlt, einen leisen Vertreter der Fahrzeugindustrie zu bewegen.

Doch einen kaufen? Man winkt (noch) ab. „Das größte Problem der fehlenden Akzeptanz ist die Versorgung“, zurrte Wolfgang Wegmann vom Solarförderverein Regensburg (Samos) fest. „Die Energiekosten sind gering, doch viele Versorger würden versuchen daraus Kapital schlagen“, mutmaßt Wegmann. Warum nicht kostenlos tanken lassen?, fragte er in die Runde, zumal die reinen Selbstkosten einer „Tankfüllung“ bei 1,50 Euro liegen. „Pentling oder Hemau machen es uns vor, dort kann man kostenlos Energie tanken. Ohne Anmeldung, ohne Smartphone, ohne extra Karte.“ Vieles sei andernorts zu kompliziert. Da tun sich die Zweiräder leichter, die in der Ökobilanz ohnehin schon lange vor den Elektroautos liegen.

Rad Wall präsentierte E-Bikes. Foto: msr
Rad Wall präsentierte E-Bikes. Foto: msr

Der Wenzenbacher Radspezialist Walter Wall hatte eine Auswahl an Bikes mit Akkuunterstützung mitgebracht, informierte, klärte auf, zeigte in der Praxis, warum gerade E-Bikes immer beliebter werden. Entsprechend dicht umlagert war die Station mit den Leihrädern.

Über die Elektromobilität zum Anfassen hinweg informierte der Bund Naturschutz über globales Denken, das in lokales Handeln mündet, Ludwig Meier von BERR berichtete über über „Bavariastrom“ auf den Dächern von Rathaus, Feuerwehr und Schule, auch die Gemeinde selbst warb für die Umsetzung von Handlungszielen.

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