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Verkehr

Ein sicherer Radweg nach Regensburg

Mit dem Bau der Verbindung zwischen Grünthal und der Keilbergstraße erfüllt sich ein lang gehegter Wunsch der Bürger.
Von Ralf Strasser

Gemeinsamer Startschuss mit Spaten durch Stadt, Kommune, Bauunternehmen und Regierung der Oberpfalz. Fotos: Ralf Strasser
Gemeinsamer Startschuss mit Spaten durch Stadt, Kommune, Bauunternehmen und Regierung der Oberpfalz. Fotos: Ralf Strasser

Regensburg.„Ich will ja nur sicher mit dem Rad nach Regensburg fahren können. Ist das zuviel verlangt?“ Die Frage einer Grünthalerin wurde schon vor elf Jahren gestellt. Öffentlich. Bei einem MZ-Bürgerforum, das den Unmut der Wenzenbacher bündeln sollte, hin zu einer Lösung. Das Problem: Zwischen der Vorderen Keilbergstraße in Regensburg und Grünthal, schlängelt sich die schmale Straße etwa 1,5 Kilometer ohne einen Rad- oder Fußweg. „Zu den Stoßzeiten wird diese Straße stark befahren. Radfahren ist dann nur noch unter Lebensgefahr möglich, wir fordern einen sicheren Weg von und nach Regensburg“, schrieb ein leidgeprüfter Radfahrer in das Pflichtenheft der Gemeinde und der Stadt Regensburg.

Maßnahmen beginnen im April

Seitdem ist viel Zeit vergangen, doch jetzt ist es soweit: Die Stadt Regensburg und die Gemeinde Wenzenbach schließen in Kooperation die Lücke im Radwegenetz, ab April beginnen die Baumaßnahmen. Zum Spatenstich luden Regensburgs Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Bürgermeister Sebastian Koch gemeinsam ein. Viele Wenzenbacher kamen mit dem Fahrrad, freuten sich, dass künftig das Radeln hier entspannter abläuft. „Dass ich das noch erleben darf“, sagt Hubert Beier und schüttelt Bürgermeister Sebastian Koch die Hand.

Man ist gut gelaunt. Auch die Regensburger Bürgermeisterin, die von einem Beginn nach einem langen Weg spricht. Die Prioritäten haben sich geändert, die Stadt legt mehr Wert auf das Fahrrad. „Wir haben in Regensburg bewusst das Thema Feld- und Radweg festgemacht“, sagt Maltz-Schwarzfischer, „das Fahrrad ist eine der tragenden Säulen in unserer Umweltpolitik.“ 19 Millionen Euro hat man dafür bereits verplant, umgerechnet elf Euro pro Einwohner.

Der Radweg: Zahlen und Fakten

  • Termine:

    Die Baumaßnahmen beginnen im April und sind voraussichtlich Ende 2019 abgeschlossen.

  • Kosten:

    Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,9 Millionen Euro. Die Gemeinde wird für ihren Streckenabschnitt 300 000 Euro aufwenden, wobei mit einer Förderung der Regierung von 120 000 Euro gerechnet wird.

  • Historie:

    Schon 1992 gab es eine erste Anfrage der Gemeinde, ein Umdenken erfolgte 2015 mit einer von Bürgermeister Koch organisierten verkehrspolitischen Radtour.

„Klingt erstmal wenig, aber wir liegen da im Vergleich mit Amsterdam gleichauf, und die Stadt ist bekannt als Radlstadt.“ Mobilität macht vor Stadtgrenzen nicht halt, betont sie, deshalb sei auch die gemeinsame Entwicklung wichtig. Dabei hat es schon 1992 recht hoffnungsvoll begonnen. „Die Gemeinde Wenzenbach baut derzeit in Grünthal einen Fuß- und Radweg bis zur Stadtgrenze. Wir würden es begrüßen, wenn die Stadt auf ihrem Gebiet den Radweg weiterbauen würde“, schrieb der damalige Bürgermeister Wilfried Mißlbeck.

Hier wird angeschlossen: Der Fuß- und Radweg nach Regensburg.
Hier wird angeschlossen: Der Fuß- und Radweg nach Regensburg.

Im Prinzip ja, lautete die Antwort, es gäbe jedoch ein Verkehrskonzept, das den Ausbau der Hinteren Keilbergstraße in Verbindung mit einem Bebauungsplan Keilberg vorsieht. In diesem Zusammenhang sei auch ein Rad- und Fußweg vorgesehen. Der Rest ist Zeitgeschichte. Der Schriftwechsel zwischen Kommune und Stadt füllt in den Jahren Aktenordner, ebenso die Ablehnungen, die zum einen die Wirtschaftlichkeit zum Inhalt hatten und immer wieder auf die erhoffte Verkehrsentlastung Grünthals durch die die Posener Allee abzielten. 2014 kam wieder Dynamik ins Spiel: Ortstermine mit Bürgermeistern, Stadträten und Gemeinderäte oder medienwirksame Radtouren machten auf das Problem aufmerksam. Erst ein Umdenken in der Stadt Regensburg und Finanzmittel in den Haushalten öffneten den Weg.

Der Wenzenbacher Bürgermeister Sebastian Koch veröffentlichte zum Lückenschluss ein Video bei Facebook:

„Wir haben geliefert“

„Es hat mich schlaflose Nächte gekostet“, sagt Bürgermeister Koch, denn die Herausforderungen der Realisierung hießen Geologie und Grunderwerb. „Die Steine, die da aus dem Weg geräumt wurden, reichen locker für den Bau der ganzen Strecke“, sagt er bevor er zusammen Vertretern der Stadt, Bauunternehmen und Regierung zum Spaten griff. Und so verläuft die Strecke: Der gemeinsame des Rad- und Gehweg führt entlang der Grünthaler Straße von Regensburg kommend in Richtung Grünthal. Er beginnt an der Kreuzung Grünthaler Straße / Haidhofweg und wird auf etwa 1 800 Metern als Zweirichtungsweg angelegt. Vollständig asphaltiert und drei Meter breit, bis zur Gemeindegrenze Wenzenbach.

Verkehr

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Dort schließt die Gemeinde auf 250 Metern die Lücke des Radweges. Das Problem bei der Einmündung Vordere Keilbergstraße in die Grünthaler Straße wird mit einer Neugestaltung gelöst. Zur Verbesserung der Sichtverhältnisse wird die Grünthaler Straße nahezu rechtwinklig an die Vordere Keilbergstraße angeschlossen und erhält eine Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer.

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