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Premiere

Eine Glaskugel gibt Rätsel auf

Das Wenzenbacher Brettl präsentiert eine turbulente Komödie. Im Stück geht es um Geld, Liebe und zwei verrückte Schwestern.
Von Ralf Strasser

Das Wenzenbacher Brettl spielt wieder: Turbulent, esoterisch und witzig geht es in der zauberhaften Glaskugel zu. Foto: msr
Das Wenzenbacher Brettl spielt wieder: Turbulent, esoterisch und witzig geht es in der zauberhaften Glaskugel zu. Foto: msr

Wenzenbach.Bunte Tücher hängen von der Decke, der Raum wird dominiert von einem rotbedeckten Tisch, in der Ecke bullert ein Holzofen, an den Wänden reihen sich allerlei Tinkturen und Fläschchen. Esoterik liegt in der Luft – und mittendrin agieren zwei kauzige Schwestern, die mit Glaskugel, selbst gepanschten Wunderheilmitteln und Seancen sich und die Welt verrückt machen. Das ist das Entree, mit dem das Wenzenbacher Brettl im Mai auf die Bühne geht. Und diese Bühne ist fast schon ein Kunstwerk, das in eine (nur vermeintliche) Zauberwelt von Prophezeiungen, Hexereien und sonstigen weltlichen Begleiterscheinungen entführt.

Am 10. Mai hebt sich der Premierenvorhang im Pfarrheim Keilberg zur Komödie „Die zauberhafte Glaskugel“. Und wieder ist es kein Bauernstückl, sondern eine im Boulevard angesiedelte Komödie, die mit derb-humorigen Sprüchen durchaus nicht geizt. „Bitte nicht allzuviel vom Inhalt verraten“, bittet Regisseurin Kathrin Weigert, immerhin gebe es einige Überraschungen. Der Plot dreht sich um die Schwestern Lina (Beate Kalteis) und Veronika (Manuela Kerscher), die sich in dem alten Eisenbahnwaggon mit fragwürdigen Seancen, viel Wasserdampf und kleinen Tricks über Wasser halten.

Ein Brief bringt Leben ins Spiel

Das ändert sich, als ihnen durch den etwas einfältigen Briefträger Heini (David Dirnberger) die Information zufällt, dass Bürgermeister Gierig (Arno Klein) ein Wellnesshotel bauen lassen will – auf dem Grundstück der Schwestern. Doch deshalb die Segel streichen? Mit uns doch nicht, meinen die beiden und überlegen fieberhaft, wie sie vom Kuchen auch ein Stück abbekommen.

Gut zu wissen

  • Veranstaltungen:

    Freitag, 10. Mai um 20 Uhr. Weitere Termine sind Samstag, 11. Mai, um 20 Uhr, und Sonntag, 12. Mai, um 19 Uhr. Weiter geht es am 17. und 18. Mai, jeweils um 20 Uhr, sowie am 19. Mai um 19 Uhr.

  • Darsteller:

    Auf der Bühne stehen Beate Kalteis, Manuela Kerscher, David Dirnberger, Arno Kleine, Hannelore Diewald, Karl Mantovan, Kathrin Weigert und Christina Platzer.

Der Rest ist turbulent, lustig, überraschend und garniert mit Liebelei und listiger Cleverness. Umgesetzt wird das alles von einer Schauspielriege, die schon bei ihrer Premiere im vergangenen Jahr auf dem Keilberg mit „Haushalt für alle“ für viel Applaus sorgte. Dabei erfreut sich das Wenzenbacher Brettl seit der Reunion vor 13 Jahren allerhöchster Beliebtheit. „Unser Umzug ins Pfarrheim Keilberg war wirklich ein Segen“, betont Beate Kalteis. „Wir haben wundervolle neue Keilberger Schauspieler dazugewonnen, die Wenzenbacher halten uns die Treue und wir haben permanent die Bühne zur Verfügung.“ Auch die Bewirtung, die heuer von den Ministranten und dem Keilberger Frauenkreis kommt, sei vorzüglich.

Eine Win-win-Situation also, was sich auch im entspannten Spiel der Protagonisten widerspiegelt. Der Blick in die Probenwelt offenbart ein Dialogfeuerwerk, das die bewährte Darstellerriege mit enormer Spielfreude zündet. Darunter ist auch ein Küken. „Darf man das sagen?“ Aber natürlich, meint die 17-jährige Christina Platzer, die neben den Stars ganz frisch auf der Bühne steht. Erfahrungen hat sie, das Schultheater lässt grüßen. Das neue Stück lebt von Herausforderungen: Technik, Maske, Kostüme, Ausstattung. Wie das alles zusammenhängt? „Überraschen lassen“, lächelt Hannelore Diewald verschmitzt. So viel sei verraten: Die Liebe und ein Haarwuchsmittel spielen eine Rolle, fiese Immobilienpläne kreuzen den Weg, Geheimnisse werden quasi zugestellt und geheimnisvolle Mixturen warten auf ihre Verwendung. Und dass Seancen mit der Glaskugel alles andere als langweilig werden, dafür sorgt das achtköpfige Ensemble sowieso.

Demokratische Anweisungen

Die Regie führt diesmal Kathrin Weigert, die ein leitendes und wachsames Auge auf ihre Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne wirft. „Nein, keine Diktatur“, lacht sie, „wir machen das schon demokratisch, jeder bringt sich ein.“ Das hat sich bewährt und zeigt sich bei jeder Vorstellung, die vom „Brettl“ mit Verve und Können auf die Theaterbühne gebracht wird. Und schon ist sie wieder mittendrin im Stück, schließlich steht Weigert auch als Darstellerin ihren „Mann“.

Wer wissen will, welche Überraschungen der Theaterverein parat hält, sollte sich Karten für eine von sechs Vorstellungen sichern. Vorverkauf ist bei der Raiffeisenbank Wenzenbach.

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