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Glaube

Endlich auch ein eigenes Gotteshaus

Die Evangelische-Luherische Kirchengemeinde Regenstauf hat in Wenzenbach eine neue Kirche gebaut. Der Kirchturm fehlt noch.
Von Ralf Strasser, MZ

Pfarrer Arne Schnütgen vor seiner neuen Arbeitsstätte: Die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche wird am 3. Juli eingeweiht.
Pfarrer Arne Schnütgen vor seiner neuen Arbeitsstätte: Die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche wird am 3. Juli eingeweiht. Foto: Strasser

Wenzenbach.„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Diese Sehnsucht, die der Schriftsteller Antoine de Saint-Exupery einst zu Papier brachte, erfüllt sich nun für die evangelische-lutherische Kirchengemeinde in Wenzenbach. Die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche steht vor der Einweihung.

Am 3. Juli ist es soweit, dann wird Dekan Eckhard Herrmann die Kirchenweihe vollziehen. Pfarrer Arne Schnütgen lächelt, das tut er meistens. Doch in diesen Tagen strahlt er, er ist zufrieden. Und er hat auch allen Grund dazu: Das lange Warten hat ein Ende. Über 70 Jahre mussten die evangelischen Christen im Sprengel Wenzenbach (dazu gehören auch Bernhardswald und Zeitlarn) an verschiedenen Orten ihren Gottesdienst feiern. Im Schloss Kürn und Schloss Schönberg, in der Wenzenbacher Schule, seit 1992 im ehemaligen Sitzungssaal im Feuerwehrhaus. Schwer zugänglich, mit Treppe und sachlichem Ambiente. Verständlich, dass sich der Wunsch nach eigenen Räumlichkeiten fest in die Herzen der Gläubigen verankerte.

Baukosten von 1,3 Millionen Euro

Man tat sich schwer mit der Realisierung eines eigenen Gotteshauses, bei Baukosten von 1,3 Millionen Euro auch wenig verwunderlich. Doch 1800 evangelische Christen sehnten sich nach einer sichtbaren Kirchengemeinde und einer spirituellen Heimat.

Im Juni 2001 wurde mit dem Grundstückskauf der erste Grundstein gelegt, 14 Jahre später der erste Spatenstich. Auf dem Grundstück mit der profanen Nummer 424/38 entstand ein kirchliches Gebäude mit sakralem Raum nach den Plänen des Architekten Klaus Thiemann. Eingeschossig, mit 33 Metern Länge und elf Metern Breite. Viel Glas, noch mehr Holz. Bis zu 150 Plätze für ein vielseitiges Gemeindeleben. Zentral, mitten im Leben von Wenzenbach.

Im Innern ein Altar, der sich bescheiden in den Charakter des Gottesdienstraums einfügt und dennoch zentraler Mittelpunkt ist. Ein Block aus Stampflehm, erdfarben, gut eineinhalb Tonnen schwer und vor Ort gefertigt. Das Material kommt aus der Region, ebenso wie Fließen, Holz oder die im Vorplatz verbauten Pflastersteine.

Noch beherrschen die Handwerker die Szenerie, Kabel werden verlegt, Türen gesetzt, die Küche angeschlossen, an der Akustik gefeilt. Es wird gebohrt, geschraubt und gehämmert. „Wir liegen im Zeitplan“, sagt Pfarrer Schnütgen, nur die Lichtanlage bereitet noch ein wenig Magengrimmen. „Wir hoffen, dass auch die Beleuchtung rechtzeitig fertig wird.“

Von Kirchenmitgliedern gestiftet

Fertig wird auf jeden Fall der Schriftzug an der Giebelseite der Kirche. 24 Buchstaben sind es, jeder einzelne von Kirchenmitgliedern gestiftet. Ein Zeichen der Gemeinschaft, wie Schnütgen findet.

Einzig der Kirchenturm wird fehlen. „Das Fundament ist vorbereitet und der Kirchenbauverein hat die Hälfte der nötigen Summe schon beieinander. Es fehlen noch 20000 Euro, aber da sind wir sehr zuversichtlich“, sagt Pfarrer Schnütgen

Am Sonntag. 3. Juli, um 11 Uhr ist es so weit. Dann wird die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche eingeweiht. Anschließend lädt die Kirchengemeinde zum Kirchweihfest.

Die neue Kirche und die Weihe

  • Das Gebäude

    Das neue evangelische Gemeindezentrum ist ein eingeschossiges Gebäude mit etwa 33 Metern Länge und elf Metern Breite. Es enthält einen Sakralraum mit rund 90 Plätzen, mit der Möglichkeit, diesen mit dem angrenzenden Gruppenraum auf 150 Plätze zu erweitern. Ein weiterer Gruppenraum, zwei Büroräume, eine Teeküche, Sanitärräume, Foyer und Vorplatz ergänzen das Raumprogramm. Das Gebäude wurde in Massivholzbauweise errichtet. Neben einer Fotovoltaikanlage wird eine durch Erdwärme gespeiste Heizung eingebaut.

  • Die Kirchenweihe

    Dekan Eckhard Herrmann wird die Weihe des neuen Gotteshauses in Wenzenbach am 3. Juli um 11 Uhr vollziehen. Am Parkplatz der Gemeinde wird ein Zelt aufgestellt, der Gottesdienst wird auch in dieses Zelt übertragen. Beim anschließenden Kirchweihfest werden Führungen angeboten. Eine Ausstellung über den Namensgeber wird zu sehen und viel Musik wird zu hören sein. Auch kulinarisch wird zum Kirchweihfest natürlich einiges geboten. (msr)

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