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Unglück

Feuer: Millionenschaden auf dem Hölzlhof

Am Gut der Familie Wiesbeck bei Gonnersdorf brannten die Hallen ab. Ein Großeinsatz für die Feuerwehr aus Stadt und Land.
Von Stefan Gruber und Martina Schaeffer, MZ

Brand unter Kontrolle: Ein Großaufgebot an Feuerwehren ist im Einsatz. Foto:
Brand unter Kontrolle: Ein Großaufgebot an Feuerwehren ist im Einsatz. Foto: Gruber

Wenzenbach.Justine und Johannes Wiesbeck steht der Schock ins Gesicht geschrieben, viel Worte haben sie nicht: Die Maschinenhalle auf ihrem landwirtschaftlichen Gut, dem Hölzlhof bei Gonnersdorf (Gemeinde Wenzenbach), brannte in den Morgenstunden am Mittwoch komplett ab. Nur ein paar rauchende, glimmende Trümmer sind übrig. Der Schaden wird von der Polizei auf rund eine Million Euro beziffert, so Pressesprecher Albert Brück vom Polizeipräsidium Oberpfalz.

Personen kamen bei dem Großbrand nicht zu Schaden und auch das Vieh – die Wiesbecks betreiben auf ihrem Hof eine Hühnerzucht und eine Direktvermarktung ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse – blieb unverletzt.

Gegen 5.30 Uhr war Mittwochfrüh in der Einsatzzentrale der Notruf eingegangen: Großbrand in dem landwirtschaftlichen Anwesen im Hölzlhof, Gemeinde Wenzenbach. Großalarm für die Wehren im Umkreis. „Insgesamt haben wir den Brand mit rund 160 Einsatzkräften aus Grünthal, Hauzenstein, Wenzenbach, Zeitlarn, Lappersdorf, Wutzlhofen, Sallern, Keilberg und Schwabelweis bekämpft“, sagte Einsatzleiter Matthias Götzfried, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Grünthal, unserer Zeitung. Insgesamt wurden neun Wehren aus dem Landkreis und der Stadt Regensburg alarmiert, 30 Atemschutztrupps waren im Einsatz.

Als die ersten Feuerwehren eintrafen, brannten die Hallen, in denen Fahrzeuge und Geräte sowie Hackschnitzel untergebracht waren, lichterloh. Laut Matthias Götzfried mussten die Feuerwehren erst eine Wasserversorgung aufbauen. „Hydranten waren nicht verfügbar, wir mussten das Löschwasser aus dem nahen Wenzenbach pumpen“.

Feuer war weit zu sehen

Am frühen Morgen stand die Scheune in Flammen. Schon von weitem war das Feuer zu sehen.
Am frühen Morgen stand die Scheune in Flammen. Schon von weitem war das Feuer zu sehen. Foto: Ratisbona Media

Zeugen berichteten, dass die Flammen bereits aus mehreren Kilometern zu sehen waren. Der Brandgeruch sei selbst in den Orten auf der anderen Regenseite und im Norden von Regensburg noch wahrnehmbar gewesen.

Die in Flammen stehenden Hallen mussten die Feuerwehrkräfte abbrennen lassen, Teile stürzten auch ein. Doch gegen 8 Uhr hatten die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle. „Das läuft gut“, meinte Einsatzleiter Matthias Götzfried über die Arbeit der Hilfskräfte. Die Feuerwehren waren aber noch Stunden danach im Einsatz. Glimmendes Heu musste auseinandergezogen werden, die Hackschnitzel wurden abtransportiert, erklärt Kreisbrandmeister Andreas Rockinger, der genauso wie Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer und Kreisbrandinspektor Thomas Diez ebenfalls selbst vor Ort war.

Die Landwirts-Familie Wiesbeck, die den Hölzlhof betreibt, ist vielen Menschen in der Region als Direktvermarkter ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse bekannt – früher gab es hier auch eine Schnapsbrennerei – und vor allem auch durch das politische Engagement von Betriebsleiter Johannes Wiesbeck. Der Diplom-Agraringenieur war bei den Kommunalwahlen 2014 für die CSU als Bürgermeisterkandidat angetreten und ist seit Jahren Mitglied des Wenzenbacher Gemeinderats. Er ist in zahlreichen Vereinen, darunter auch der Freiwilligen Feuerwehr Grünthal, deren Kommandant Matthias Götzfried jetzt bei dem Brand die Einsatzleitung innehatte. Und auch Wiesbeck packte bei dem Einsatz selber mit an.

Technischer Defekt vermutet

Rund 150 Feuerwehrkräfte waren vor Ort. Foto:
Rund 150 Feuerwehrkräfte waren vor Ort. Foto: Gruber

Als Brandursache vermutet die Polizei inzwischen einen technischen Defekt. In der Halle war auch eine Hackschnitzelheizung untergebracht. Es gebe bislang keinerlei Hinweise auf vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung, betont Präsidiumssprecher Brück auf Nachfrage. Die Kripo ermittelt. Bei dem Hallenbrand sollen zwei Traktoren, ein historischer Bulldog, andere Maschinen sowie die Heizung zerstört worden sein. Auch Nebengebäude seien in Mitleidenschaft gezogen worden.

In unserer Fotostrecke sehen Sie mehr Bilder vom Brandort:

Feuer auf dem Hölzlhof

Betriebsinhaber Johannes Wiesbeck zeigte sich vor dem Trümmerfeld auf seinem Hof sichtlich geschockt und wollte auf Nachfrage unserer Zeitung keinerlei Stellungnahme abgeben. Der Brand war am Morgen von einem der beiden Wiesbeck-Söhne entdeckt worden.

„Tragisch, einfach tragisch“, zeigte sich auch Wenzenbachs Bürgermeister Sebastian Koch von dem Unglück auf dem Hölzlhof betroffen.

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