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Gemeinderat

Wenzenbach will Steingärten verbieten

Die Gemeinderäte denken über Regelungen für unbebaute Flächen nach. Das Gewerbegebiet Thanhof hat die erste Hürde genommen.
Von Ralf Strasser

Geht es nach dem Gemeinderat, wird es Steingärten in Wenzenbach nicht mehr geben. Foto: Marion Nickig/picture-alliance/dpa
Geht es nach dem Gemeinderat, wird es Steingärten in Wenzenbach nicht mehr geben. Foto: Marion Nickig/picture-alliance/dpa

Wenzenbach.Braucht es Steingärten vor den Haustüren? Wie steht es mit der Versiegelung von Baugrundstücken? Welche Höhe darf ein Zaun erreichen? Wenzenbach will diese Fragen mit einer Satzung regeln, die die Gestaltung von unbebauten Flächen und Grundstücken sowie Einfriedungen verbindlich festlegt. Dabei sollen etwa vegetationsarme Stein- und Kiesschüttungen oder mineralische Abdeckungen von mehr als drei Prozent der Grundstücksfläche nicht zulässig sein.

Versiegelungen so gering wie möglich zu halten stehe im Vordergrund. Aber: „Steingarten ist nicht gleich Steingarten“, schränkte Bürgermeister Sebastian Koch ein. Deshalb wolle man die Satzung ganz bewusst „schlank“ halten, entgegnete er auf den Einwand, eine solche Satzung könne einer juristischen Behandlung kaum standhalten.

Gärten naturnah gestalten

Und es gehe um Bereiche in der Kommune, die nicht mit einem Bebauungsplan belegt sind, ergänzte Geschäftsführer Benjamin Leistner. Die Zielrichtung geht zu Neuanlagen, im Übrigen gelte der Bestandschutz. Johannes Wiesbeck erinnerte an das Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Er stellte fest, dass so manche Gärten alles andere als naturnah seien. Noch sei das Papier eine Anregung, die auf Feedback aus den Fraktionen wartet, so Koch.

Der Flächennutzungsplan für das Gewerbegebiet Thanhof hat die erste Auslegungshürde genommen. Gerhard Frauenstein von der EBB Ingenieurgesellschaft Regensburg, setzte den Gemeinderat auf den aktuellen Stand. An der Böhmerwaldstraße (Kreisstraße R 6) sollen bis zu 20 Hektar für Gewerbe erschlossen werden. Die Erschließung des Gebiets erfolgt über drei Zufahrten. Das Problem liege in der überörtlichen Verkehrssituation, erklärte Frauenstein. Es gibt Planungen für die Verlängerung der Osttangente und Pilsen-Allee zur B16. Dies könne Einfluss auf die Verkehrsführung haben.

Das Gewerbegebiet

  • Verkehrsbelastung:

    Man rechnet mit täglich 7000 Fahrzeugen auf der Böhmerwaldstraße, ein Drittel davon in Richtung Wenzenbach.

  • Planung:

    Bis zu 55 Gewerbeparzellen sollen geschaffen werden. Betroffen ist das Areal von Planungen zur überörtlichen Anbindung der Osttangente an die B16. Ein Gutachten prüft die Trassenvarianten.

Insgesamt werden sechs Trassenführungen untersucht, die Ergebnisse sollen Anfang 2020 bekannt gegeben werden. „Zurzeit erscheint es nicht absehbar, ob und wie eine Erweiterung der Ortsumgehung samt neuer B-16-Anschlussstelle realisiert wird“, erklärte der Planungsexperte. Es zeichne sich jedoch ab, so Bürgermeister Koch, dass die bestehende Bestandsstraße ausreichend sei. Befürchtungen einer Durchschneidung des Gewerbegebietes durch die Anbindung wären damit vom Tisch.

Gehweg in Gonnersdorf

In der Verlängerung dazu sind die Überlegungen der Gemeinde zur Erstellung eines Gehwegs samt Querungshilfe an der Böhmerwaldstraße in Gonnersdorf weiter gediehen. Der Gemeinderat entschied sich in seiner Sitzung für einen beidseitigen Ausbau auf 400 Meter Länge. Als erste Kostenschätzung nannte der begleitende Projektplaner Manuel Hofstetter 322000 Euro, der Eigenanteil der Gemeinde läge bei 195000 Euro. Details wie Standort der Bushaltestelle oder verkehrshemmenden Maßnahmen müssten noch geklärt werden.

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