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Freizeit

Das Tor zum Frieden in Wiesent

Im Nepal-Himalaya-Pavillon entsteht eine neue Attraktion. Das farbenprächtige Schmuckstück wurde aus Korea importiert.
Von Engelbert Weiß

  • Ab nächstem Frühjahr können die Besucher des Nepal-Himalaya-Pavillons bei Wiesent durch das neue Korea-Tor auf einen goldenen Ring blicken, der im Won Buddhismus als Symbol für die Wahrheit und die erleuchtete Natur steht. Foto: E. Weiß
  • Die Schlusssteine am First wirken wie Flügel. Sie sollen der schweren Dachkonstruktion – das Tor wiegt insgesamt 4,5 Tonnen – eine gewisse Leichtigkeit verleihen. „Mit dem Gewicht wird das Tor hier jedem Sturm widerstehen“, versichert Stabnau. Foto: Engelbert Weiß
  • Ein zu einem Kreis geformtes Gebilde aus mehreren Lotusblumen-Symbolen liegt am Boden mitten unter dem Tor. Es verschließt den Zugang zur Unterwelt. „Böse Leute sollen durch diese Öffnung die Wahrheit hören, damit sie besser werden“ erklärt Stabnau. Foto: Engelbert Weiß

Wiesent.Ein Klumpen zähflüssiger weißer Masse liegt auf einer schwarzen Folie an einer Baustelle im Nepal-Himalaya-Pavillon in Wiesent. Zwei Handwerker aus Nepal und Korea schlagen die kräftige Plane über die Masse und treten dann mit den Füßen darauf herum. So wird für das neue koreanische Tor in der Tempelanlage auf der Martiniplatte nach alter koreanischer Tradition bei Temperaturen an der Frostgrenze der Mörtel gemischt, um die Dachziegel zu befestigen.

In Korea angefertigt

Der Mörtel wird mit den Händen zu Knödeln geformt und dann zum Dachdecker hochgeworfen.
Der Mörtel wird mit den Händen zu Knödeln geformt und dann zum Dachdecker hochgeworfen.

Das etwa sechs Meter breite und gut drei Meter hohe farbenprächtige „Ein-Säulen-Tor“ wurde in Korea angefertigt. Tempeleigentümer Heribert Wirth (80 Jahre) hat es im Frühjahr bei einer Reise in Korea selbst in Auftrag gegeben. Er hat im April in Korea Tempel und Parks besucht. Vor einem Kloster hat er so ein prächtiges Tor gesehen, wie es vor jeder Tempelanlage steht. So ein Tor der friedenstiftenden Religion des Buddhismus wollte Wirth unbedingt in seiner Anlage auf der Martiniplatte haben. In Zusammenarbeit mit dem Kloster konnte er den Unternehmer Lin Sung Ky gewinnen. Für Lin war es ein Anliegen, ein besonders prächtiges Tor als repräsentatives koreanisches Element herzustellen, betonte Lin beim Aufbau des Tores in Wiesent. Er ließ es sich nämlich nicht nehmen, dazu nach Europa zu kommen und auch selbst mit anzupacken.

Hier sehen Sie ein Video vom Aufbau des koreanischen Tores.

Nepal-Himalaya-Pavillon: KoreaTor

Damit die neue Attraktion im Nepal-Himalaya-Pavillon zur Neueröffnung nach der Winterpause Anfang Mai 2019 auch fertig ist, sollte es unbedingt noch vor Wintereinbruch aufgebaut werden. Dabei waren einige Schwierigkeiten zu überwinden, berichtet Heribert Wirth im Gespräch mit unserem Medienhaus. Weil es in diesem Sommer auch in Korea sehr heiß war, konnten die Holzbalken erst spät bemalt werden. „Wenn die Temperatur beim Bemalen zu extrem ist, dann besteht die Gefahr, dass die Farbe wieder abblättert“, übersetzt Dolmetscherin Haegyung Stabnau. Die Musiklehrerin im westlichen Landkreis Regensburg ist die Frau des won-buddhistischen Priesters Peter Stabnau in Regensburg und seit 38 Jahren in Deutschland.

Koreanische Diamantkiefer mit rötlichem Holz von mehr als 100 Jahre alten Bäumen haben die Handwerker für die Dachkonstruktion verwendet. Bemalt wurden die Balken in Korea: „Diese Arbeitskraft könnte man hier nicht bezahlen“, sagt Haegyung Stabnau. Foto: Engelbert Weiß
Koreanische Diamantkiefer mit rötlichem Holz von mehr als 100 Jahre alten Bäumen haben die Handwerker für die Dachkonstruktion verwendet. Bemalt wurden die Balken in Korea: „Diese Arbeitskraft könnte man hier nicht bezahlen“, sagt Haegyung Stabnau. Foto: Engelbert Weiß

Drei Schichten kräftig leuchtender Farben haben koreanische Maler auf das rötliche Kiefernholz aufgetragen, „damit des auch robust ist“, erklärt Lin. Der Unternehmer und offizielle Beauftragte für Kunst und Kultur hat in Korea übrigens die größte buddhistische Sammlung der Welt, darunter eine 37 Meter hohe Buddha-Statue.

Erst am 22. November sind die Bauteile des in Korea vollständig angefertigten Tores in einem Schiffscontainer in Hamburg angekommen. Sechs Tage hatten koreanische Handwerker unter der Regie von Lin Zeit, es im Nepal-Himalaya-Pavillon aufzubauen. Sie arbeiteten nach traditionellen koreanischen Methoden und haben dafür auch besondere Zertifikate, betont Lin.

Kinderwunsch mit Opa und Oma

4,5 Tonnen schwer ist das neue koreanische Bauwerk im Wiesenter Pavillon. Dazu kommen noch 40 Sack grauer und weißer Zement, den Heribert Wirth hier in Deutschland besorgen musste.

Die beiden Steinfiguren kommen auf Granitsäulen neben dem Tor. Den Blick richten die Tierfiguren nicht zusammen, sondern in entgegengesetzter Richtung. „Sie sollen wegschauen, damit sie nicht ins Streiten kommen“, erklärt dazu Haegyung Stabnau. Foto: Engelbert Weiß
Die beiden Steinfiguren kommen auf Granitsäulen neben dem Tor. Den Blick richten die Tierfiguren nicht zusammen, sondern in entgegengesetzter Richtung. „Sie sollen wegschauen, damit sie nicht ins Streiten kommen“, erklärt dazu Haegyung Stabnau. Foto: Engelbert Weiß

Zweilagig ruhen die Holzbalken auf hellgrauen Säulen aus Granit. Daneben werden später noch „Hae Tae“, zwei Tierfiguren, zum Schutz vor Feuer auf Granitsäulen von der Insel Go Cheung aufgestellt. Außerdem werden beim koreanischen Tor „Opa und Oma“ platziert. Die Figuren sind aus schwarzem Basalt gefertigt, der von der Insel Jejun stammt. Wenn man sie an der Nase berührt, dann soll das eine Schwangerschaft fördern und für Kindersegen sorgen, erklärt dazu Haegyung Stabnau.

Lin, Sung Ky, koreanischer Unternehmer, Regisseur für das Korea-Tor im Nepal-Himalaya-Pavillon, hat den golden glänzenden Ring enthüllt. Foto: Engelbert Weiß
Lin, Sung Ky, koreanischer Unternehmer, Regisseur für das Korea-Tor im Nepal-Himalaya-Pavillon, hat den golden glänzenden Ring enthüllt. Foto: Engelbert Weiß

Hinter dem Tor platziert Lin, Sung Ky an einer Granitsäule einen golden glänzenden Ring. Der Kreis steht als Symbol für Frieden, Wahrheit und erleuchtete Natur, die nach buddhistischer Lehre in jedem Menschen steckt. Zu Beginn der neuen Saison Anfang Mai 2019 soll das neue koreanische Tor mit einem besonderen Festakt der Öffentlichkeit vorgestellt werden, kündigt Heribert Wirth voller Freude an.

Freizeit

Bhutans ganze Farbenpracht

Der Nepal-Himalaya-Pavillon verfügt über eine neue Attraktion. Mit „Little Bhutan“ zieht ein unbekannter Teil Asiens ein.

Korea-Tor im Nepal-Himalaya-Pavillon

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