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Brauchtum

Ein Feiertag für ganz Wiesent

Den Josefi-Markt gibt es seit 16 Jahren wieder. Für viele ist er inzwischen zum wichtigsten Tag im Jahr geworden.
Von Theresia Luft

Immer wieder eine Runde drehen, sich in Ruhe umschauen und dann bei den Fieranten kaufen – das ist der Josefi-Markt in Wiesent. Foto: Theresia Luft
Immer wieder eine Runde drehen, sich in Ruhe umschauen und dann bei den Fieranten kaufen – das ist der Josefi-Markt in Wiesent. Foto: Theresia Luft

Wiesent.Die Sonne lachte vom Himmel und animierte am Sonntag die Menschen, nach draußen zu gehen. Diese Gelegenheit nutzten viele und machten sich nach Wiesent auf. Dort fand nämlich der 16. Josefi-Markt statt. Der Traditionsmarkt wird immer nahe dem Namenstag des Heiligen Josef, der am 19. März gefeiert wird, abgehalten. Im Jahr 2004 hatte der damalige Bürgermeister Hans Rösch mit einer Arbeitsgruppe den Markt wiederbelebt, der sich in der Folge zum wahren Besuchermagnet entwickelte. „Wer einmal da war, der kommt gerne wieder“, so der Tenor der Marktbesucher am Sonntag.

Angebot, Stimmung und Wetter passten optimal zusammen. Das Leutetreffen und ein kleiner Ratsch gehören mit zum Josefi-Markt, der ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Gemeinde geworden ist. Bereits ab der Eröffnung um 10 Uhr strömten die Besucher herbei.

Viele waren mit dem Radl da

Schon am Verkehrsaufkommen rund um Wiesent merkte man, dass es an diesem Tag etwas Besonderes geben musste. Die Feuerwehr Wiesent sorgte für die nötige Disziplin bei der Suche nach einen Parkplatz. Wobei auch viele Stammgäste des Wiesenter Josefi-Markts das gute Wetter nutzten und mit dem Rad ins Dorf fuhren. Jung und Alt genossen es, bei optimalen Wetter in Wiesent über den Josefi-Markt zu schlendern. Ein umfangreiches Warenangebot erwartete die Besucher: Kunsthandwerk, kulinarische Leckereien, Alltagsdinge sowie Frühlings- und Osterdeko und jede Menge Dinge, die einen einfach nur Freude bereiten. Daneben bot die Bühne am Schlossplatz traditionelle bayerische Musik mit „Fünf auf Kraut“ und der Stadtkapelle Wörth. Auftritte der Grundschule, des Kinderchors und der Kindertanzgruppe des Wiesenter Volkstanzkreises unterhielten die Gäste.

Die Fieranten hatten sich auf dem Schlossplatz, im Sommerkeller, im Hudetz-Turm und dem Pfarrgarten ausgebreitet und mit ihren Ständen ein einmaliges Marktflair geschaffen. Im Sommerkeller hatte Manuela Zirngibl, Klimaschutzmanagerin der Gemeinde eine Ausstellung zum Gemeinschaftsprojekt „Permakulturgarten“ vorbereitet, und der Pfarrgarten lag ganz in der Hand der kirchlichen Vereine und Institutionen der Pfarrei. Vom Glückraddrehen über Dekokissen, Osterkerzen oder den gebastelten Schmuck der Kommunionkinder gab es alles. Der Erlös daraus wird für die Renovierung des Wiesenter Pfarrsaals verwendet. Aber auch die ganz Kleinen kamen nicht zur kurz. Mit einer Kindereisenbahn, Kinderschminken oder einem Luftballonflugwettbewerb war für die Jüngsten ein vergnüglicher Sonntag organisiert.

Impressionen vom Josefi-Markt zeigt unsere Bildergalerie:

Josefi-Markt in Wiesent

Debütanten und alte Hasen

In den Räumen des Hudetz-Museums hatten vor allem Kunsthandwerker ihr Repertoire aufgebaut. Vom Perlenkettenhäkeln bis hin zum handverzierten Osterei und filigranen Laubsägearbeiten war vieles zu bestaunen. Manchen konnte man über die Schulter schauen und zusehen wie ihre Werke entstanden. Josef Ehehalt und sein Sohn David hatten sogar ihre eigene kleine Solaranlage dabei und betrieben damit die Geräte zum Schleifen und Polieren der handgeschmiedeten Silberringe.

Die Ehehalts sind sozusagen alte Hasen, was den Josefi-Markt betrifft. Isabella Thurmer dagegen bot das erste Mal ihr Kunsthandwerk beim Josefi-Markt an. Eine Freundin machte sie darauf aufmerksam, sie bewarb sich bei der Gemeinde, war begeistert und wäre gerne im nächsten Jahr wieder mit dabei.

Maria Höcherl und Julia Mühlbauer waren für die Gemeinde unterwegs und sammelten die Standgebühren ein. Für die beiden ist der Josefi-Markt der Frühlingsauftakt. „Heuer sind noch mehr Leute da wie im vergangen Jahr“, meinten die beiden und genossen neben der Arbeit den Bummel über den Markt. Auch Maria Rösch, in Wiesent für ihre Bilder bekannt, kann ohne Josefi-Markt nicht sein. Früher hatte sie einen eigenen Stand mit Blech und Holzbasteleien. Nach einer Pause organisierte sie heuer die Tierhilfe Hohe Tatra und verkaufte Lose. „Für uns Wiesenter ist der Josefi-Markt einfach ein Feiertag und eigentlich der wichtigste Tag im Jahr“, so Rösch.

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