MyMz
Anzeige

Bürgerinitiative

Protest der Ettersdorfer wird stärker

Gegen das Vorhaben, einen Steinbruch im T&T-Forst zu errichten, haben schon über 1000 Anlieger unterschrieben.
von Walter Schiessl, MZ

  • Eva Wiethaler, Christian Graf, Paul Wiethaler und Anke Urban gehören zum Kern der Bürgerinitiative gegen den Steinbruch. Gestern abend brachten sie am Kreisel mehrere Schilder an, mit denen sie das „Nein“ zum Vorhaben des Bauunternehmers Robert Fahrner verdeutlichen. Fotos: Schießl
  • Dieser Steinbruch im fürstlichen Forst soll massiv erweitert werden.

Wiesent.„Das Ausmaß, das unser Protest angenommen hat, ist gewaltig!“ Darin sind sich Eva und Paul Wiethaler, Christian Graf und Anke Urban einig. Wo fast immer das Quartett aus Ettersdorf zum Unterschriften-Sammeln in den letzten Tagen auftauchte, häufig hieß es, „wir haben ja schon unterschrieben!“ Denn viele weitere Ettersdorfer hatten sich bereits auf den Weg gemacht, um die Protest-Unterschriften gegen das Vorhaben auf der Straße, an Haustüren oder in Geschäften einzuholen. Binnen kurzer Zeit hatten die Steinbruch-Gegner schon 1000 Signaturen aus Ettersdorf, Wiesent, Frauenzell und Wörth beisammen.

Die Empörung ist groß

Das Haus Thurn und Taxis und der Mallersdorfer Bauunternehmer Robert Fahrner sind sich einig, dass die niederbayerische Firma im fürstlichen Thiergarten unweit von Ettersdorf einen Steinbruch, der im Endausbau 12 Hektar groß sein soll, errichten darf. Im Augenblick läuft dafür ein Raumordnungsverfahren der Regierung, das die Auswirkungen der Maßnahme unter überörtlichen Gesichtspunkten bewerten soll. Das Verfahren kostet den Unternehmer keinen Cent, denn landesplanerische Überprüfungen, so teilt Regierungs-Pressesprecher Dr. Robert Feicht mit, sind grundsätzlich kostenlos. Die Frist, in der alle Einwände gegen das Vorhaben eingereicht werden können, endet am 3. Juni.

„Alle sollen wissen, was hier geplant wird!“

Bürgerinitiative gegen den Steinbruch

In dem 197 Bewohner zählenden Wiesenter Ortsteil Ettersdorf ist seit der Eröffnung des Verfahrens die Welt nicht mehr in Ordnung. Die Idylle ist bedroht. Schnell wurde eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen, die sich mächtig ins Zeug legt, um dem Unternehmer die Suppe zu versalzen. Am Dienstag wurden am Kreisel an der Wiesenter Ortseinfahrt fünf große Schilder angebracht, in denen der Protest gegen die Fahrner’sche Absicht kund getan wird. „Alle sollen wissen, was hier geplant wird“, sagt der harte Kern der Bürgerinitiative.

„Der Thiergarten mit einer Fläche von 2800 Hektar ist in seiner Dimension und seinem Naherholungswert für unsere Region einzigartig“, sagt Paul Wiethaler, dem nicht in den Kopf will, wieso das Fürstliche Haus auf diese Weise Geschäfte machen will, ohne auf die Belange der Bürger Rücksicht zu nehmen. „Glauben kann man das wirklich nicht“, sagt Christian Graf. Die Fürsten würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie von der Absicht der jetzigen Durchlaucht erfahren würden, sind sich die Ettersdorfer einig.

Angst um die Lebensqualität

Die Ettersdorfer und mit ihnen viele Wiesenter und Frauenzeller befürchten eine massive Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität, sei es durch Lärm, den die Sprengungen verursachen, Staub vom Schwerlastverkehr, oder gar durch eine erhöhte radioaktive Belastung, „und das alles wegen dem Profitdenken einiger weniger!“, sagen sie. Arge Belastungen sieht auch Heribert Wirth, der unweit des künftigen Steinbruchs eine malerische Anlage mit einem Nepal-Tempel errichtet hat, auf sich zukommen. „Wir fürchten, dass wir an manchen Tagen regelrecht eingestaubt würden“, sagt der vielfach für seine naturschützerischen Verdienste ausgezeichnete ehemalige Regensburger.

Die Bürgerinitiative soll auf eine breite Basis gestellt werden, um zu erreichen, dass der unter Landschaftsschutz stehende Thiergarten dauerhaft geschützt wird. „Den Begehrlichkeiten einzelner Privatpersonen muss ein Riegel vorgeschoben werden“, sagen die Ettersdorfer.

Termine der Gegner

  • Am 9. Mai findet um 19.30 Uhr im Gasthaus Schellerer in Wiesent ein Informationsabend der Bürgerinitiative statt. Die Bevölkerung soll einen gravierenden Eingriff in Straßenverkehr, Landschaftsschutzgebiet, und der Verlärmung vorher stiller Orte verhindern, heißt es in der Einladung.

  • Versammlung:

    Die Gemeinde veranstaltet am Donnerstag, 19. Mai, um 19 Uhr im Gasthaus Schellerer einen Infoabend. Geladen sind dazu Regierungsdirektor Axel Koch, Dr. Grünewald, der Leiter der Umweltabteilung im Landratsamt, und Bauunternehmer Robert Fahrner.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht