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Wiesent

„Staad halten“ im Wiesenter Hudetz-Turm

Hans Eigenstetter und Lothar Dietl zeigten dort ihre Werke, die die Besucher zum Stillhalten einluden.
Theresia Luft

Hans Eigenstetter (l.) und Lothar Dietl stellten ihre Werke im Hudetz-Turm aus. Foto: Theresia Luft
Hans Eigenstetter (l.) und Lothar Dietl stellten ihre Werke im Hudetz-Turm aus. Foto: Theresia Luft

Wiesent.„Staad halten“ – die staade Zeit ist zwar vorbei, aber wer in unsere schnelllebigen und hektischen Zeit innehalten will, hatte dazu am Sonntag im Hudetz-Turm Gelegenheit. Hans Eigenstetter und Lothar Dietl zeigten ihre Werke, die zum Stillhalten einluden und sicherlich einige Besucher auf ihre eigene Fantasiereise geschickt haben.

Zum einen waren Fotografien der besonderen Art und Skulpturen aus Kupfer zu sehen, beides ergänzte sich perfekt. Die Kunstwerke luden geradezu ein, innezuhalten, zu schauen, zu verweilen und sich von den Bildern und Skulpturen inspirieren zu lassen.

Da gab es Fotos mit wunderbaren Lichteinfall an der Donau oder Nebelschwaden, die über die Auen ziehen oder ein gelungenes Porträt, das die Pubertät widerspiegelt. Die Skulpturen erinnerten an Fantasiewesen und waren sehr individuell gestaltet – wie der arrogante Vogeldoktor beispielsweise oder der Drache an der Wand, der durch seinen Schatten den Betrachter in eine mystische Welt zog.

Dietl, im wirklichen Leben Karosseriebaumeister, hatte im Jahre 2000 angefangen Abfall, Kupfer-Draht und -Blech zu verlöten und daraus Insekten zu formen – frei nach seiner eigenen Fantasie. Beruflich bedingt hat er einen besonderen Bezug zu diesen Materialien. Die Objekte wurden immer größer und inspirierten Dietl zu immer neuen Projekten. Er sammelt seine Ideen im täglichen Leben, aus Situationen oder Eindrücken heraus, die er dann umsetzt, so wie er es empfindet. So war beispielsweise seine Mutter im Krankenhaus und es entstand die Skulptur „Der Vogeldoktor“, wie Dietl, der auch gerne Musik macht, erzählt.

Für Hans Eigenstetter ist das Fotografieren bereits in seiner Schulzeit zum Hobby geworden, wie er erzählt. Vor über 45 Jahren habe er mit damit angefangen. Anton Schlicksbier, sein damaliger Lehrer und Rektor an der Wörther Schule, bot einen Fotokurs an. „Da haben wir schwarz-weiß fotografiert und auch das Entwickeln der Filme in der Dunkelkammer gelernt. Schlicksbier schickte uns zum Beispiel los, um Wege im Ort mit der Kamera festzuhalten. Da lernte man den Blick für das Detail.“ Das habe ihn damals schon fasziniert, blickte Eigenstetter zurück, der sich gerne von der Natur in den verschiedenen Jahreszeiten inspirieren lässt. Für ihn sei das schon fast wie eine Meditation, die Ruhe und den Wandel einzufangen, sagt Eigenstetter, der als Koch auch jede Menge an Hektik und Unruhe kennt und seine Kamera eigentlich immer dabei hat.

Für die Ausstellung „Staad halten“ hat Eigenstetter nur Werke aus dem näheren Umkreis ausgewählt. Bei einigen ist erst auf dem zweiten Blick erkennbar, dass es sich um Fotos handelt. Es könnten genau so gut Bleistiftskizzen oder gemalte Aquarelle sein. (llt)

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