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Politik

Steinbruch-BI lädt Minister Glauber ein

Die Sprecher der Wiesenter Initiative sind vom Handeln der Landrätin enttäuscht. Sie hoffen jetzt auf den Umweltminister.
von Walter Schießl

Rund um Ettersdorf weisen Schilder auf die Nachteile eines Steinbruchs hin.  Foto: Schiessl
Rund um Ettersdorf weisen Schilder auf die Nachteile eines Steinbruchs hin. Foto: Schiessl

Wiesent.Paul Wiethaler und Christian Graf, die beiden Sprecher der Bürgerinitiative für den Erhalt des fürstlichen Thiergartens, gehen in die Offensive. Sie laden Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) zu einem Termin vor Ort ein, um ihn auf die Problematik des von Robert Fahrner beantragten Steinbruchs aufmerksam zu machen. „Von Landrätin Tanja Schweiger sind wir massiv enttäuscht“, sagten die beiden Ettersdorfer, die den Granit-Steinbruch vor ihrer Haustüre verhindern wollen, im Rahmen eines Pressegesprächs.

Die Aussagen der Landrätin, wonach die Kreisstraße nach Frauenzell bis zur Einmündung des Steinbruchs auf Steuerzahlerkosten ausgebaut werden solle und unlängst im Presseclub, wonach sie in der Steinbruch-Thematik zurückhaltend sei, weil eben für viele Bauvorhaben Granit benötigt würde, sei ebenso ein Affront gegen viele Landkreisbürger wie „ihre Ideenlosigkeit“, so Paul Wiethaler, in Sachen Landschaftsschutzgebiet, als das der fürstliche Thiergarten ja eingestuft sei.

Versuche, bei Landrätin Tanja Schweiger einen persönlichen Gesprächstermin zu bekommen, seien von ihrem Büro zuletzt stets abgeblockt worden, sagten Paul Wiethaler und Christian Graf weiter.

Auch Gloria von Thurn und Taxis, die die BI ebenfalls mehrfach zum Gespräch eingeladen hatte, habe keinerlei Reaktionen gezeigt. „Ich habe Tanja Schweiger 2014 gewählt, weil sie und die Freien Wähler Transparenz und die Verwirklichung des Bürgerwillens im Wahlkampf versprochen hatten“, sagte BI-Sprecher Wiethaler. Jetzt könne man sehen, wie es wirklich damit aussehe. 10 000 Unterschriften von Bürgern habe man inzwischen gesammelt, sieben Prozent aller wahlberechtigten Landkreisbürger hätten sich für die permanente Unterschutz-Stellung des gesamten fürstlichen Areals ausgesprochen, was eigentlich ein Bürgerauftrag sein müsste – doch weit gefehlt. Die Landrätin habe nur darauf verwiesen, dass man mit dem Eigentümer reden müsse, „eigene Ideen“ gibt es von ihr bislang nicht, sagt Wiethaler.

Landrätin Tanja Schweiger hat in einer Stellungnahme darauf verwiesen, dass sie sich als Behördenchefin absolut neutral verhalte und auch nicht einmische. Sollte sie ihre Neutralität aufgeben, mache sie sich und das Verfahren in höchstem Maße juristisch angreifbar. „Paul Wiethaler und Christian Graf wünschen sich, dass ich ihnen helfe“, teilte Tanja Schweiger mit. Wiethaler habe sich schriftlich nach dem Stand des Verfahrens erkundigt und auch eine Antwort erhalten, „unbeantwortet ist also gar nichts geblieben“, erwiderte sie auf die Vorwürfe der BI. Zu einem Gespräch mit den Steinbruch-Gegnern sei sie bereit, „sobald es etwas gibt, was wir bereden könne.“

Im Oktober vergangenen Jahres hat der Mallersdorfer Unternehmer Robert Fahrner, der eine Baufirma mit über 300 Angestellten mit Standorten in Mallersdorf, München und Barbing besitzt, beim Regensburger Landratsamt einen Antrag für die Errichtung eines Steinbruchs eingereicht. 25 Jahre lang soll, so sein Vorhaben, auf einer Fläche von zwölf Hektar Granit entnommen werden.

Zwischenzeitlich hat er ein neues Gutachten zu der Frage, was nach dem Gesteins-Abbau mit dem Grund-Wasser zu geschehen habe, in Auftrag gegeben. Die Kreisbehörde hat bis zur Fertigstellung der Untersuchung die Anhörung der Fachstellen erst einmal ausgesetzt. (ws)

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