MyMz
Anzeige

Projekt

Wiesents Kinderhaus entsteht

Das ehemalige Verwaltungsgebäude wird zu einer Einrichtung für den Nachwuchs umgebaut. 3,3 Millionen kostet das Vorhaben.
von Walter Schiessl

ine Großbaustelle ist das ehemalige Wiesenter Verwaltungsgebäude im Augenblick.Foto: Walter Schießl
ine Großbaustelle ist das ehemalige Wiesenter Verwaltungsgebäude im Augenblick.Foto: Walter Schießl

Wiesent.Im künftigen Wiesenter Kinderhaus hängen dicke Staubwolken. Denn die zehn Bediensteten der Firma Mühlbauer aus dem kleinen Ort Dietersweg verrichten ganze Arbeit. Im Oberschoss der ehemaligen Gemeindeverwaltung bleibt kein Stein mehr auf dem anderen, Bis zum Jahresende wird aus dem Haus, das in den 70er Jahren errichtet wurde, dann ein moderndes Kinderhaus entstanden sein, in das die Gemeinde dann 3,3 Millionen Euro investiert haben wird.

Vor gut vier Wochen wurde damit begonnen, das Obergeschoss als letzter Teil des Gesamtkonzeptes zu verwirklichen. Geplant hat das alles der Wörther Architekt Manfred Winkler, der das Gebäude nach den modernster energetischen Gesichtspunkten umgebaut hat. Dazu gehören der Anschluss an das gemeindliche Blockheizkraftwerk ebenso wie der Einbau von dreiglasigen Fenstern und die Verwendung von engergiesparenden Baumaterialien selbst. Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher hat mit ihrem Gemeinderat alles daran gesetzt, nach dem Umbau des alten Schulhauses in ein modernes Rathaus das zweite wichtige Projekt, die Fertigstellung eines Kinderhauses, in die Tat umzusetzen.

Großbaustelle im Haus

Dazu wurde nach dem Auszug der Verwaltung im vergangenen Frühjahr mit der Sanierung des Erdgeschosses begonnen. Auch das war ein aufwendiger Vorgang, waren doch dort im östlichen Teil die Verwaltungsräume untergebracht. Zwei der Kindergruppen, die im anderen Gebäudeteil beherbergt waren, wurden schließlich in das Bürgerhaus „umgesiedelt“. „Das alles kann aber nur funktionieren“, sagte Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher, „wenn alle Teile ineinandergreifen.“

Seit vier Wochen geht es im Obergeschoss hoch her. Die Männer des Bauunternehmens bohren mit schwerem Gerät, legen Leitungen frei, beseitigen Mauern und stemmen Steine aus dem Weg. Allesamt tragen Schutzvorrichtungen für Augen, Ohren und Mund. „Die erste Zeit sieht man nur wenig vor den Augen“, macht ein Angestellter kund. Wieviele Kubikmeter bereits mit den Transportern weggefahren wurden, haben die Männer längst nicht mehr gezählt. Ist das alles dann irgendwann einmal gemacht, werden die neuen Teile gemäß den Plänen von Architekt Manfred Winkler Stück um Stück eingebaut.

Bis Jahresende werden dann im Obergeschoss Plätze für 100 Kindergarten-Kinder in vier Gruppen entstehen, sagt die Gemeinde. Insgesamt werden 20 Fachkräfte dafür sorgen, dass die 24 Plätze für Kleinkinder des jetzigen Bollerwagens im Erdgeschoss und die vier Gruppen ab 2020 im Obergeschoss betreut werden können. „Das Ganze wird dann unser Kinderhaus sein“, sagt Verwaltungsleiter Klaus Eschbach, der als Eröffnungsdatum den 1. Januar 2020 nennt. Die Kleinen des Bollerwagens, die noch in den Räumlichkeiten bei der Schule untergebracht sind, werden – den jetzigen Planungen zufolge – am 1. September einziehen. Die beiden Kindergarten-Gruppen, die seit vergangenem Jahr in das Bürgerhaus ausgesiedelt sind, werden bis dahin dort bleiben. Schließlich gehe es während der Umbauphase staubig und laut zu, merkt der Verwaltungsleiter an. Den Nachwuchs wolle man natürlich nicht diesen Beeinträchtigungen aussetzen, das sei ja klar, meint Eschbach.

Ist alles einmal fertig, wird sowohl für die Kleinstkinder als auch für die Knirpse des Kindergartens ein Mehrzweckraum im Erdgeschoss des neuen Kinderhauses genutzt werden können. Weiter sind im Erdgeschoss ein Gruppenraum, ein Ruheraum, ein Turnraum sowie Sozialräume für das Personal eingerichtet. Für die Leiterin entstand zudem ein Büro.

„Eine zukunftsfähige Gemeinde“

Manfred Winklers Kostenvoranschlag sieht für die Verwirklichung des Kinder-Projekts Ausgaben von 3,3 Millionen Euro vor, wofür aber seitens des Bundes 480 000 Euro und seitens des Landes 1,4 Millionen Euro an Zuschüssen fließen sollen. Der Gemeinde bleibt somit ein Eigenanteil von 1,4 Millionen Euro. Die Gemeinde wird an 2020 nicht nur ein modernes Rathaus besitzen, auch das Kinderhaus wird sich nach dem neuesten und mordernsten Stand präsentieren. „Dann haben wir viel für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde geschaffen“, sagt Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher schon mal vorab.

In Wiesent wurde schon vor knapp Jahren mit dem Bollerwagen eine Art frühe Betreuungsmöglichkeit für Kleinstkinder auf privater Basis geschaffen. Diese lief bis zum Jahresbeginn mehr oder weniger eigenständig, wurde zum 1. Januar aber unter die Regie der Gemeinde gestellt. Vater dieser Einrichtung war der damalige Wörther VG-Verwaltungsleiter Herbert Schötz, der vom Bedarf der Eltern an einer Art Tagespflege und von freien Räumen an der Schule gehört hatte.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht