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Finale

Das Nostalgiemuseum macht dicht

Alexander Freiherr von Eyb stellt den Betrieb nach 20 Jahren ein. Der 76-Jährige will jetzt sozial tätig werden.
von Walter Schiessl, MZ

  • Alexander Freiherr von Eyb monierte gestern das Schild ab, das auf das Nostalgie-Museum hinwies.Fotos: Schießl
  • Auch Silvia Freifrau von Eybs Puppen-Sammlung kommt nach Roding.

Wörth.Alexander Freiherr von Eyb fällt der Abschied vom Heimatmuseum, das er vor zwanzig Jahren mit seiner Gattin Silvia eröffnet hatte, nicht schwer. „Es waren schöne zwei Jahrzehnte, in denen viele Gruppen zu uns kamen“, sagt der 76-Jährige, „aber jetzt ist es an der Zeit, noch einmal etwas Neues zu unternehmen“. Die von Eybs werden im herrschaftlichen Häusl, das sie 1993 vom Fürstlichen Forstamt erwarben, wohnen bleiben. Fast das ganze Inventar wird dem Rodinger Unternehmer Josef Mühlbauer, der sich in einem ehemaligen Möbelhaus ein Heimatmuseum einrichtet, zur Verfügung gestellt.

„Die letzten zwanzig Jahre waren für uns sehr schön“, sagt der ehemalige Ingenieur, der bis zur Museumsgründung bei MBB in München beschäftigt war. Als er Anfang 50 war, verwirklichte er sich einen Traum und kaufte das 1854 errichtete Hofdorfer Forsthaus mit dem großen Garten, das er dann drei Jahre lang umbaute. Im ersten Stock richtete er sich eine Wohnung ein, in das Untergeschoss, den Garten und die Nebengebäude kam das Museum. „Viele Dinge hatte ich schon vorab gesammelt“, erzählt der Freiherr, der sein Museum im Juni 1997 mit viel Prominenz eröffnete.

Das Leben früherer Generationen

Alexander von Eyb wollte mit seinem Museum den Interessenten das Leben früherer Generationen näherbringen. So zeigte er alte Spielsachen, technische Geräte und Alltagsgegenstände, die er immer wieder zusammentrug und aktualisierte, angefangen von Puppen über alte Postkarten oder Schmiedewerkzeuge. „Sammler bleibt man sein Leben lang“, sagte der Adlige, der sich in Hofdorf schnell eingelebt hatte, fortan.

In den folgenden Jahren wuchs das Repertoire der von Eybs weiter und weiter an. Immer wieder präsentierte das Ehepaar Sonderausstellungen, sei es zu Weihnachten, zu Ostern oder auch zu speziellen Themen wie dem Feuerwehrwesen, dem Wäschewaschen oder der stattlichen Oldtimer-Flotte, die von Eyb inzwischen besaß.

„Wir hören nicht auf, weil etwa das Museum schlecht gelaufen ist“, erzählt der 76-Jährige, „im Gegenteil, wir konnten über schlechte Besucherzahlen nicht klagen.“ Freilich hätte man vom Museum alleine nicht leben können, fügt er an, denn die Investitionen seien immer hoch gewesen. Das Nostalgiemuseum habe sich aber wirklich bestens entwickelt, sagt der Freiherr und erklärt auch gleich, „wenn es am Schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören“. Der Zeitpunkt dafür sei gut gewählt, denn er und seine Frau wollen noch einmal die Sparte wechseln und auf dem sozialen Sektor tätig werden. „Wir überlegen gerade, ob wir nicht eine Stiftung gründen sollen“, sagt der versierte Techniker, der als Hobby eine Funkanlage betreibt. Auch das Thema der Flüchtlinge beschäftige die von Eybs sehr, es könne durchaus sein, dass sie in die Betreuung irgendwie bald einmal einsteigen.

„Das Museum wird weiterleben“

„Aber unser Museum wird weiterleben“, sagt der Freiherr und erzählt, dass den Großteil des Inventars Josef Mühlbauer aus Roding in den Vorwald holt. Der erfolgreiche Unternehmer ist gerade dabei, sich in seiner Heimatstadt ein Museum einzurichten. „Er holt die ganzen Oldtimer sowie viele Stücke aus unserem Haus“, sagt Alexander von Eyb. Aber auch in anderen Heimatmuseen können noch Utensilien aus Hofdorf gebraucht werden. „Somit werden wir in mehreren Sammlungen immer wieder Gegenstände von uns entdecken“, sagt der langjährige Museums-Chef ganz ohne Wehmut.

In der Stadt schmerzt das Ende des Museums. „Uns tut das schon leid“, sagte 2. Bürgermeister Josef Schütz, der vom abrupten Ende schon überrascht wurde. „Es hatte guten Zuspruch“, sagte er.

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