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Literatur

Die Rache ist sein Lieblingsthema

Rolf Peter Sloet aus Wörth hat neue Kriminalgeschichten geschrieben. Der Titel: „Regensburg im Fadenkreuz“
Von Sebastian Schmid, MZ

Wahre Kriminalgeschichten liefern den Stoff für die Bücher des Wörther Autors Rolf Peter Sloet.
Wahre Kriminalgeschichten liefern den Stoff für die Bücher des Wörther Autors Rolf Peter Sloet. Fotos: S. Schmid

Wörth.Das neue Buch von Rolf Peter Sloet ist da. Seine neue Kriminalgeschichte „Regensburg im Fadenkreuz“ soll die Leser wieder fesseln und zum mitfiebern bringen. „Ich bin niemand, der zu weichgespült schreibt. Bei mir wird niemand vom Kuhschwanz erschlagen“, sagt der Autor. Deshalb bevorzugt er einen harten Stil und versucht stets, eine düstere Atmosphäre zu erzeugen.

„Das ist nichts für zarte Gemüter, denn ich lasse auch mal das Böse gewinnen und den Täter davonkommen“, meint er. „Es könnte sich im wahren Leben genauso zutragen, den Authentizität ist mir sehr wichtig.“ Eines seiner Lieblingsthemen ist Rache, ein tief emotionales Gefühl, das seit Menschengedenken für neue Verbrechen sorgt. „Auch wenn es manchmal gegen mein eigenes Gerechtigkeitsempfinden und meine Überzeugungen geht, Happy-Ends sind nichts für mich“, sagt er trocken.

Geschichten aus Schlagzeilen

Oberste Maxime beim Schreiben von Krimis ist für Rolf Peter Sloet die Nähe zur Realität: So orientiert er sich oft an spektakulären Kriminalfällen, die es in die Schlagzeilen schafften. Details, Namen und einige Umstände werden verändert, um daraus eine buchtaugliche Geschichte zu machen, die den Leser in ihren Bann zieht. Dazu tragen auch die Verschrobenen bei, die sich der 69-Jährige ausdenkt.

Dies geschieht oft ganz spontan: Hat er eine Idee, setzt er sich entweder sofort an den Schreibtisch und bringt sie zu Papier oder hält sie zumindest auf einem Notizzettel fest. Dann hat er ein Grundgerüst, an dem er sich später orientieren kann. Der Rest kommt beim Schreiben. Vor allem Dialoge entstehen meistens situativ, wenn er seine Figuren lebendig werden lässt und sich in die Charaktere hineinversetzt. „Wenn es inhaltlich und dramaturgisch ins Konzept passt, dann schaffe ich schnell ein neues Kapitel“, erklärt Sloet.

„Manchmal lösche ich auch einige Seiten komplett, wenn mir eine bessere Variante in den Sinn kommt.“ Neben Krimis ist Science-Fiction seine große Leidenschaft. Sein erstes Werk war die Zeitmaschinentrilogie „Kaliber .501 T-Rex“, „Projekt Waikiki Beach“ und „Das Gold der Maya“. Letzteres steht kurz vor der Vollendung. Während die Kriminalgeschichten meist einen lokalen oder regionalen Bezug zu Regensburg haben, lässt er in seinen Science-Fiction-Romanen Aliens in Iowa landen.

Viel Platz für Fantasie

Allerdings versucht er, die Intensität möglichst so auszugestalten, dass nicht nur eingefleischte Genre-Fans Spaß an der Lektüre haben. So sind auch freudige Elemente enthalten, als Kontrast zu den drastischen Szenen an anderer Stelle. „Dystopische Szenarien faszinieren mich besonders, denn sie lassen der Fantasie jede Menge Spielraum“, berichtet Rolf Peter Sloet.

Dystopien sind zukunftspessimistische Visionen, die meist kein gutes Ende für die Menschheit nehmen. Gewissermaßen ein negativer Gegenpart zur Utopie. „Hier ist es deutlich schwieriger, die Seiten zu füllen“, sagt Sloet.

„Fünf Seiten an einem Tag zu schreiben, ist harte Arbeit.“ Momentan arbeitet der akribische Schreiber wieder an einem dystopischen Thriller, der bereits zur Hälfte abgeschlossen ist. Inhaltlich kann sich Sloet für Endzeitszenarien begeistern: „Was ist, wenn längere Zeit der Strom ausfällt? Dann wird bald Chaos herrschen und das Recht des Stärkeren gelten.“ Zombies-Szenarien, wie sie aktuell in Filmen und Fernsehserien aufgegriffen werden, kann er nichts abgewinnen.

Sein aktuelles Werk, „Regensburg im Fadenkreuz“, hätte es eigentlich gar nicht geben sollen. „Nachdem der erste Teil fertig war, habe ich gar nicht daran gedacht, weiter zuschreiben“, meint er. „Plötzlich hatte ich wieder viele Ideen, die mir durch den Kopf gingen.“ Da konnte er nicht anders, als sie zu sammeln und einen neuen Band voller Kurzgeschichten zu erstellen. Dabei kamen insgesamt 19 zusammen, die in das neue Buch Eingang fanden.

Ein Kriminalfall aus Regensburg

Am meisten schwärmt der Autor für „Das Labyrinth“, seiner Meinung nach ist sie am besten gelungen. „Das haben mir auch Leute versichert, die sie bereits gelesen haben“, erzählt Sloet. „Sie ist eindringlich, spannend und geht unter die Haut.“ Sie geht auf einen Kriminalfall aus Regensburg zurück, der in den 1980er-Jahren hohe Wellen schlug. Auch eine Fortsetzung der Kriminalromane ist nicht ausgeschlossen, denn über einen Mangel an Themen und kreativen Ideen beklagt sich der Wörther Autor nicht. Dies führt er nicht zuletzt darauf zurück, dass er in seiner Freizeit selbst gerne zum Buch greift. „Lesen steigert die Artikulationsfähigkeit und das Einfühlvermögen“, sagt er. „Kinder, denen vorgelesen wird, können sich später dann auch für Bücher begeistern.“ Dass viele Jugendliche täglich viel Zeit damit verbringen, auf die Bildschirme ihrer Smartphones zu schauen, hält er für eine kontraproduktive Entwicklung. „Als Kind habe ich oft Hörspiele im Radio gehört. Man musste mitdenken und sich hineinversetzen“, erinnert er sich. „Das ist für viele heute undenkbar.“ Grundsätzlich gelte: Je weniger die Leute lesen, desto schlechter ist ihre Ausdrucksweise.

In Wörth sind die Bücher in der Hartung'schen Buchhandlung erhältlich. Rolf Peter Sloet ist gerne bereit, Bücher mit einer Widmung oder einem Autogramm zu übersenden. Weitere Informationen zu seinen Werken und seiner Person sind unter www.rolf-sloet.de abrufbar. Derzeit arbeitet er an einem Dystopie-Roman. Die Fortsetzung seines zweiten Buches „Ein totes Mädchen schreit nicht“ ist beim Verlag in Vorbereitung und soll in Kürze erscheinen.

Der Autor

  • Vita

    Rolf Peter Sloet wurde 1947 in Dinslaken am Niederrhein geboren. Nach seiner Zeit als Bundeswehrsoldat und im NATO-Hauptquartier in Mons studierte er Lehramt für Grund- und Hauptschulen. Ab 1980 unterrichtete er in Wörth bis zu seiner Pensionierung im Februar 2013. Seit 1988 lebt er mit seiner Frau und seiner Tochter in Wörth.

  • Hobby

    Neben dem Lesen und Schreiben von Büchern zählt vor allem der Tauchsport zu seinen Steckenpferden. Seit 1971 geht er regelmäßig auf Tauchstation. Damals steckte dieser Sport noch in den Kinderschuhen. Inzwischen hat er Atlantik, Pazifik, das Mittelmeer, das Rote Meer und die Karibik erkundet. Ein Lieblingsziel ist Indonesien.

  • Leidenschaft

    Die zweite große Leidenschaft des Wörther Autors sind Großkaliberwaffen. Rolf Peter Sloet geht selbst aber nicht zur Jagd, sondern er zielt ausschließlich auf Pappscheiben. Durch den Schießsport und sein Interesse an Großkaliberwaffen eignete er sich auch Kenntnisse an, die in seine Romane einfließen. (lid)

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