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Theater

Eine echte Uraufführung in Wörth

Mit „C’est la vie“ gelang der Truppe um Hans und Traudl Eigenstetter ein toller Erfolg. Sogar eine echte Band spielte mit.
Von Theresia Luft

Auf der Nebenbühne rüsten sich die Wörther Teenager für die Ankunft der Franzosen.  Foto: Theresia Luft
Auf der Nebenbühne rüsten sich die Wörther Teenager für die Ankunft der Franzosen. Foto: Theresia Luft

Wörth.Der Vorhang der Kolping-Theater-Bühne öffnete sich zur Frühjahrssaison. Mit „C’est la vie“ – was übersetzt „So ist das Leben“ heißt oder im bayerischen einfacher gesagt „Ja mei“ – feierte die Truppe nicht nur eine Premiere, sondern ein wahre Uraufführung im Schifferlsaal. Das Stück stammt aus der Feder von Hans und Traudl Eigenstetter und ohne die beiden kann man sich die Kolping-Bühne Wörth gar nicht mehr vorstellen. Sie führen Regie, managen das Kindertheater, kümmern sich um Requisiten und haben sich einen Traum erfüllt und ein Stück geschrieben. Und auch die Regie haben die beiden im Team übernommen.

Traudl Eigenstetter saß zudem als Souffleuse in der ersten Reihe, ihre Hilfe wurde aber nicht benötigt. Hans Eigenstetter übernahm auch noch die Tontechnik. Es wurde nicht nur auf der Bühne oder Nebenbühne gespielt. Die Eigenstetters setzten ihren Dreiakter, bei dem sofort der Funke übersprang, so um, dass die Handlung in mehren Ebenen inszeniert wurde. Da kam die die Resi Schnatterer, Julia Rösch hat diese Dorfratschn perfekt umgesetzt, aus der Tür, ging durchs Publikum und verkündetet am Podest vor der Bühne ihre Neuigkeiten. Das Publikum war gefordert – es reichte nicht, sich nur auf den viereckigen Kasten zu konzentrieren, wie Eigenstetter die Bühne nannte. Live-Musik, eine Gesangseinlage und jede Menge Pointen begeisterten die Zuschauer. Spontaner Szenenapplaus und viel Gelächter zeigten den Autoren und den Schauspielern, wie gut die Komödie an kam.

Eine wahre Begebenheit

„Warnung“ vor der Schmuse-Szene auf der Nebenbühne Foto: Theresia Luft
„Warnung“ vor der Schmuse-Szene auf der Nebenbühne Foto: Theresia Luft

„C’est la vie“ beruht auf einer wahren Begebenheit aus den 60er-Jahren in Wörth, um die das Autorenduo seine Geschichte gestrickt hat. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheit und Personen seien natürlich reiner Zufall heißt es im Programm. Die Geschichte spielt in den 60er-Jahren in Wörth, damals war im Schloss noch eine Bundesbahn-Schule beheimatet und einmal im Jahr verbrachten die Söhne von französischen Eisenbahnern die Sommerferien auf dem Schloss, das sie als Jugendherberge nutzten.

Für die Wörther Mädels waren die jungen „Touristen“ eine willkommene Abwechslung im Ort. Die Eltern dagegen hatten eher Angst um ihren frühreifen Nachwuchs. Für die Teenager Monika, Erika, Maria und Gitte, die neu gegründete Beat-Band und die Eltern wurde es eine aufregende Zeit mit den Jungs aus Frankreich. So manche Mutter, allen voran Ratschkatl Resi Schnatterer, hatte viel zu berichten.

Mehr Bilder von der Uraufführung sehen Sie hier:

Uraufführung am Kolping-Theater Wörth

Selbstverständlich waren einige Requisiten, wie der blaue Jeansanzug, die Kittelschürze oder die Kleider der Teenager, Original-Stücke aus den Sechzigern. Die Rollen waren perfekt besetzt. Es war, wie es sich die Eigenstetters wünschten, ein generationsübergreifendes Ensemble. Vom jungen Nachwuchsschauspieler bis hin zu den Senioren waren alle Altersgruppen vertreten und ergänzten sich. Sogar ein Zeitzeuge von damals spielte mit: Horst Seppenhauser als Fußballtrainer. Licht- und Toneffekte waren gekonnt in Szene gesetzt, so auch bei der Traumgestalt, die Fritz Brauner erschien und ihm ins Gewissen redete.

Erwin Mosch-Mayer fand die Uraufführung rundum gelungen, vom Skript über das Ensemble bis zur Umsetzung. „Die Eigenstetters haben dafür ein gutes Händchen, sie haben sich was Tolles einfallen lassen. Die Technik wunderbar gelöst und es war faszinierend zu sehen, wie die Leute mitgingen“, urteilte Mosch-Mayer, der selbst eine Menge Theatererfahrung hat und auch Stücke umschreibt.

Die Laienspielbeauftragte des Bezirks, Eva-Maria Eiberger, war nach der Uraufführung voll des Lobes. „Einfach toll, das Stück ist gut durchdacht.“ Die historischen Bilder, die in den Pausen gezeigt wurden, hätten das Gesamtbild perfekt abgerundet. Die abwechslungsreiche Komödie stehe für Toleranz und biete tolle Musik, sagte Eiberger. Die Begrüßung bei der Premiere übernahm Georg Walsberger, der sich freute, dass Theatergruppen aus dem Umkreis unter den Gästen waren – und sogar bis aus Holland.

Anspannung bis zum Schluss

Bei Traudl und Hans Eigenstetter ließ die Anspannung erst nach der Premiere nach. Es sei ein gutes Gefühl, zu sehen, wie gut das Stück ankommt dass beim dritten Akt noch alle da waren. „Wenn die Leute lachen, ist unser Ziel erreicht. Das Gerüst für das Stück hatten wir im Kopf ausgearbeitet, geschrieben war es dann zwei Wochen.“

Die Band in „C’est la vie“ heißt im richten Leben „Hat on the head“. Die Musiker waren sich einig, dass es „echt cool ist“, beim Theater mitzumachen. „Wir spielen sonst eher modernen Rock und Pop. Die Beatles-Songs haben wir extra einstudiert. Es hat uns Spaß gemacht und wenn mal wieder eine Band beim Theater benötigt wird, sind wir gerne dabei.“

Für die Vorstellungen am Samstag, 30. März, um 19.30 Uhr, Sonntag, 31. März, um 18 Uhr sowie am Samstagtag, 6. April, um 19.30 Uhr und am Sonntag, 7. April, um 18 Uhr sind noch Karten zu haben. Vorverkauf und Reservierungen täglich von 10 bis 12 Uhr und von 17 bis 20 Uhr unter Tel. (09482) 15 22. Weitere Informationen gibt es auf kolpingtheater-woerth.de.

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