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Medizin

Kreisklinik ist jetzt Lehrkrankenhaus

Bis zu drei Studenten werden in ihrem praktischen Jahr in Wörth ausgebildet. Hohe ärztliche Kompetenz ist erforderlich.
von Walter Schiessl, MZ

  • Die Studenten können bei der Versorgung der Patienten in der Wörther Kreisklinik jede Menge lernen.Fotos: Schießl, UKR
  • Auch bei den Operationen von Dr. Fritz Ottlinger (rechts) werden die Medizinstudenten Handgriffe erlernen.
  • Martin Rederer, Direktor der Kreisklinik, Dr. Wolfgang Sieber, Ärztlicher Direktor, Landrätin Tanja Schweiger, Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident UR, Prof. Dr. Dr. Torsten E. Reichert, Dekan der Fakultät für Medizin UR, Prof. Dr. Oliver Kölbl, Ärztlicher Direktor UKR, (v. li. stehend): Dr. Stefan Hundt, Chefarzt Anästhesiologie Kreisklinik, Dr. Christoph Gößl, Chefarzt Innere Medizin Kreisklinik, Dr. Matthias Pregler, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis Regensburg, Dr. Johannes Hies, Stellv. Kaufmännischer Direktor UKR, und Prof. Dr. Bernd Salzberger, Studiendekan der Fakultät für Medizin UR, bei der symbolischen Vertragsunterzeichnung am Freitagnachmittag im Regensburger Landratsamt. Foto: UKR.

Wörth. Der Kreisklinik wurde mit Wirkung zum 30. Juli offiziell der Status „Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Regensburg“ verliehen. Diese Vereinbarung zwischen der Universität, dem Universitätsklinikum und der Kreisklinik sieht vor, dass künftig bis zu drei Studenten, die im elften oder zwölften Semester ihr praktisches Jahr ableisten, den Wörther Ärzten über die Schultern blicken können und nochmals weitere Ausbildungsdetails erfahren.

„Um den Titel muss man sich bewerben“, sagte der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Regensburg, Prof. Dr. Oliver Kölbl. Etwa zehn Häuser in der Region hätten das bereits getan. Dazu zählten unter anderem die Goldberg-Klinik in Kelheim, die Krankenhäuser in Amberg und Weiden sowie die Klinik in Passau.

Nach der Bewerbung setze eine Überprüfung durch das Universitätsklinikums ein. „Im Prüfungsverfahren muss festgestellt werden, dass das Haus in der Lage ist, den Anforderungen der Studenten gerecht zu werden“, sagte der Professor. Denn es müsse natürlich hohe ärztliche Kompetenz vorhanden sein, dazu müssten die Studenten auch die Vorteile von hochwertiger Ausstattung und der baulichen Voraussetzungen sehen können. „Das alles wurde in einer medizinischen Expertise festgehalten, die letztendlich den Ausschlag gegeben hat, dass die Wörther Kreisklinik sich jetzt Akademisches Lehrkrankenhaus nennen darf“, sagte der Ärztliche Klinikum-Leiter.

Guter Ruf des Hauses

220 Studenten werden pro Jahr im Regensburger Universitätsklinikum gezählt. In ihrem praktischen Jahr, das sich dem Studium nach zehn Semestern anschließt, werden die angehenden Mediziner in verschiedenen Kliniken eingesetzt. Jetzt gibt es ab dem Wintersemester erstmals die Möglichkeit, diese Erfahrungen auch an der Wörther Kreisklinik zu machen.

„Darüber sind wir sehr stolz“, sagte Landrätin Tanja Schweiger bei einer Pressekonferenz, bei der Vertrag für die Zusammenarbeit symbolisch unterzeichnet wurde. Das Haus habe seinen sehr guten Ruf, war man sich dabei einig. Die Auszeichnung sei ein Qualitätssiegel, sagte die Landrätin.

Dazu beigetragen hätten auch die auf 19 Millionen veranschlagten Umbaumaßnahmen, die im vergangenen März vom Kreistag beschlossen und schnell gestartet wurden. Zug um Zug entstanden ein neuer OP-Saal mit Hybrid-Technologie, eine neue Endoskopieabteilung, eine Zentralsterilisation, eine Intensivabteilung und Intermediate Care. Zugleich wurden die technischen Anlagen, die bisher in verschiedenen Gebäudeteilen verstreut waren, zusammengefasst. Neukonzipiert wurden auch die Lüftungs- und die Stromzentrale, die zu einer neuen Technikzentrale zusammengefasst wurden. Für die 19 Millionen, die die Bauarbeiten verschlingen, schließt der Freistaat eine Reihe von Zuschüssen zu. Dem Landkreis bleiben nach deren Abzug 7,8 Millionen zu zahlen.

„Damit haben wird die Wörther Kreisklinik ein weiteres Stück zukunftsfähig gemacht“, stimmten Landrätin Tanja Schweiger und Krankenhausdirektor Martin Rederer, der Verwaltungsleiter des Wörther Hauses, überein. Die Baumaßnahme war die größte, die der Landkreis in Wörth je geschultert hat. Die gesamte Umstrukturierung , soll im nächsten Jahr abgeschlossen sein.

Hohe Standards

In der Wörther Kreisklinik sorgen über 350 Mitarbeiter für das Wohl der Patienten. Die Belegungszahlen des Hauses hatten 2013 im ambulanten Bereich einen Höchststand von 20 472 Patienten. Bei den stationären Patienten hatte man im vergangenen Jahr mit 6139 die Höchstrate erreicht.

Eine Kooperation zwischen dem Uniklinikum und der Wörther Kreisklinik gibt es schon seit über zehn Jahren. „Das hängt auch damit zusammen“, sagt Dr. Wolfgang Sieber, der Ärztliche Direktor der Kreisklinik, dass eine Vielzahl der Wörther Ärzte schon am Regensburger Klinikum tätig war. Der vor einem Jahrzehnt geschlossene Kooperationsvertrag in mehreren Bereichen sehe vor, dass im Falle von Engpässen die Notversorgung in das jeweils andere Krankenhaus vonstatten gehe.

„Das funktioniert sehr reibungslos“, sagt Dr. Wolfgang Sieber. Dass Wörth jetzt auch einen Beitrag zur Ausbildung der Studenten leisten könne, sei ein weiterer Stein der guten Zusammenarbeit. Das Universitätsklinikum verlange dafür sehr hohe Standards, die man glücklicherweise einhalten könne, sagte Dr. Sieber. Man hoffe darauf, dass sich einige der künftigen Mediziner entschließen, Hausärzte zu werden.

Der Vertrag

  • Reputation:

    Die neue Vereinbarung erläuterten Landrätin Tanja Schweiger, der Präsident der Universität Regensburg, Prof. Dr. Udo Hebel, der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Regensburg, Prof. Dr. Oliver Kölbl, der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Inneren Medizin an der Kreisklinik, Dr. Wolfgang Sieber, sowie der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes, Medizinaldirektor Dr. Matthias Pregler. Laut Tanja Schweiger habe die Kreisklinik eine hohe Reputation in der Bevölkerung, was sich auch an den stets steigenden Patientenzahlen zeige.

  • Programm:

    Ab Herbst 2016 werden drei Studierende nach einem fest vorgeschriebenen Lehrprogramm von den Lehrbeauftragten der Kreisklinik, den Chefärzten Dr. Christoph Gößl, Dr. Christoph von Eisenhart-Rothe und Dr. Wolfgang Sieber, betreut. Schritt für Schritt, so sagte der Ärztliche Direktor Wörth, Dr. Sieber, würden die Studenten während ihrer Ausbildung an ihre verantwortungsvolle Aufgabe als praktische Ärzte herangeführt. Man hoffe, einige der angehenden Mediziner als Assistenzärzte oder später als Hausärzte wiederzusehen.

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