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Historie

Nachschlagewerk für Wörth erstellt

Johann Schmid hat Geschichtliches rund um die Stadt zusammengetragen und mit Aktuellem angereichert. Das Werk gibt Tipps.
von Sebastian Schmid, MZ

Johann Schmid (Mitte) stellte das neue Wörther Buch zusammen mit Bürgermeister Anton Rothfischer (links) und Geschäftsleiter Markus Götz vor.
Johann Schmid (Mitte) stellte das neue Wörther Buch zusammen mit Bürgermeister Anton Rothfischer (links) und Geschäftsleiter Markus Götz vor. Foto: lid

Wörth.Dieses Buch sollte in jedem Wörther Haushalt stehen“, sagt Johann Schmid. Für sein Nachschlagewerk hat er aufwändig in Presseberichten, online und amtlichen Unterlagen des Freistaats Bayern recherchiert und alles Wissenswerte über die kleine Stadt zusammengetragen. Auf 240 Seiten finden sich Informationen, die Geographie, Geschichte, Kultur, Sehenswürdigkeiten, Wirtschaft und Infrastruktur beleuchten. Dazu kommen Heimatsagen und Legenden, Lyrik und Wörther Liedgut.

Seit 2006 ist Johann Schmid als Autor für die freie Enzyklopädie Wikipedia tätig und pflegt den Eintrag zur Stadt Wörth. Er hält ihn immer auf dem laufenden Stand und fügt die aktuellen Entwicklungen ein. Der Artikel in Wikipedia wurde im bisherigen Jahr etwa 20 000-mal aufgerufen, behauptet Schmid im Vorwort seines neu erschienenen Buches. Dies fördere Tourismus und Wirtschaft im lokalen Bereich. So hat wiki voyage, ein kostenloser Reiseführer und Ableger von wikipedia, die Stadt Wörth zum Reiseziel des Monats Oktober, „abseits der Touristenpfade“, ausgewählt.

„Für die Entwicklung wichtig“

„Das ist eine große Anerkennung, die uns hier zuteil wird und zeigt die touristischen Möglichkeiten, die wir zu bieten haben“, sagt Bürgermeister Anton Rothfischer, sichtlich stolz über die Auszeichnung. Das Nachschlagewerk von Johann Schmid widmet sich auch den größeren Ortsteilen, die nach und nach in das Stadtgebiet eingegliedert wurden. „Kiefenholz, Tiefenthal oder Hungersacker haben ebenfalls interessante Details zu bieten“, so Schmid. Es ist nicht genau geklärt, welchen etymologischen Ursprung der Name Hungersacker in sich birgt. Entweder er leitet sich von „Hungeräcker“ ab, was so viel bedeutet wie karge Böden, oder er geht auf das Wort Ungar zurück. So könnten die Ungarneinfälle aus dem zehnten Jahrhundert eine Rolle bei der Ortsgründung gespielt haben. Ausführlich portraitiert Johann Schmid lokale Persönlichkeiten: „Sie haben zwar keine nationale Bedeutung, waren aber für die Entwicklung der Stadt und der Region sehr wichtig.“

Josef Feller, nach dem eine Straße in Wörth benannt ist, wird dargestellt. Der bayerische Mundartdichter, Buchhändler und Verleger wurde 1839 in Wörth geboren und wurde von Prinz Luitpold mit einem bayerischen Verdienstkreuz geehrt. Beim Besuch des Königspaars in Wörth trug er ein Mundart-Gedicht des damaligen Pfarrers Kaspar Deml vor. Otto Pittinger, der Gründer des ersten städtischen Säuglingsheims in Bayern, wird ebenfalls mit einem eigenen Kapitel gewürdigt. Genauso wie der Apotheker und Bezirksfeuerwehrvertreter August Essenwein, der die Marke „Wörther Schlossbitter“ etablierte. Das Rezept wurde 1896 auf der internationalen Hygieneausstellung in Baden-Baden prämiert.

Der Besuch der Ministerin

Die Jungbläser und die Musikfreunde sind heute aus dem musikalischen Repertoire der Stadt nicht mehr wegzudenken. Schmid erzählt die Geschichte ihres Gründers, Karl Völkl, der für seine Verdienste 1980 die Bundesverdienstmedaille erhielt. Das Buch bietet einen Überblick über alle relevanten Ereignisse, die sich Wörth zugetragen haben, beginnend mit Jagdwaffen aus der Altsteinzeit, die auf Hängen im Ortsteil Tiefenthal entdeckt wurden. Doch nicht nur die Vergangenheit wird im neu erschienenen Nachschlagewerk abgebildet, die Informationen reichen bis in die Gegenwart: Etwa der Besuch von Staatsministerin Melanie Huml in der Kreisklinik oder aktuelle Statistiken zu den Einwohnerzahlen fanden Eingang in das Buch.

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