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Glaube

Pilgramsberg ist seit 175 Jahren Ziel

Bei der Jubiläumswallfahrt zogen viele hunderte Wörther zur barmherzigen Mutter Gottes. Sie beteten in Nöten und zum Dank.

  • Die Wallfahrer ziehen mit Wallfahrtspfarrer Anton Dinsenbacher und Pfarrer Johann Baier in Pilgramsberg ein. Fotos: Pfarrei
  • Pfarrer Johann Baier übergibt an Wallfahrtspfarrer Anton Dinsenbacher die Votivtafel.

Wörth.Walburga Schiller aus Kiefenholz hat acht Kinder zur Welt gebracht, darunter im Jahr 1840 den kleinen Joseph. Nach einer Impfung wird der Bub blind. Die Mutter versucht alles Mögliche. Die Ärzte sind ratlos. Am Ende weiß sie sich nicht mehr anders zu helfen: Sie wallfahrtet mit ihrem Buben 1842 zur Mutter Gottes auf den Pilgramsberg. Auf den Altarstufen, in der Stille der Kirche, im inständigen Gebet vor dem Bild der Gottesmutter, da geschieht das Geheimnisvolle. Der Bub kann auf einmal wieder sehen. Die Gnadenmutter hat der Walburga Schiller und ihrem Sorgenkind ihre barmherzigen Augen zugewandt.

„Ein Wunder. Himmlisch. Wo kein Mensch und kein Arzt mehr helfen konnte, da hat auf die Fürsprache Mariens Gott geholfen. Der Bub hat das Augenlicht wiederbekommen. Aus dem Blinden ist ein Sehender geworden. Gott hat es geschenkt“, sagte Pfarrer Johann Baier bei der Predigt.

Walburga Schiller hat aus diesem Ereignis die Dankbarkeit gelernt und die Freude, die daraus erwächst. Zum Dank pilgert sie nun wenigstens einmal im Jahr zur Mutter Gottes auf den Pilgramsberg. So ist die Wallfahrt der Wörther entstanden, die sich heuer zum 175. Mal jährt. Und diese Pilgerkette ist über all die Jahre niemals abgerissen.

Nachfahren des kleinen Joseph

Viele hunderte Gläubige aus Kiefenholz und Wörth – darunter immer auch direkte Nachfahren des kleinen Joseph – sind seit dieser Zeit bei Wind und Wetter, bei Sonnenschein, Regen und sogar Schnee zur Gnadenmutter und ihrem Kind auf den Pilgramsberg gewallfahrtet. Aber auch viele andere haben seither ihre Not zur Mutter Gottes gebracht und ihren Dank.

Die zahlreichen Votivtafeln künden davon, bunte Bilder, oft mit einem Spruch drauf: „Danke“, „Maria hat geholfen“. Die Tafeln haben keine großen Künstler gemacht. Einfache, ganz normale Menschen haben damit ihre Dankbarkeit ausgedrückt. Im Kleinen haben sie Gott gedankt und der Fürsprache Mariens: Dafür, dass sie nach einer Krankheit wieder gesund geworden sind, dass ihr Kind bewahrt worden ist in einer gefährlichen Situation, dass das Vieh beim Brand nicht umgekommen ist, ja manchmal einfach dafür, dass die Ernte gut war. „Diese Menschen haben etwas von der Gnade Gottes begriffen, die einem unverdientermaßen in den Schoß fällt: Gott taucht die Welt in ein neues Licht“, so Baier.

Mit den Augen des Glaubens

Die Welt nicht nur sehen, wie sie ist, sondern auch ein Auge haben für die Lebensmöglichkeiten und Wunder, die in ihr stecken. Menschen nicht nur sehen, wie sie sind, sondern, auch wenn es manchmal schwerfällt, sie so sehen, wie Gott sie gemeint hat – als angesehene, geliebte Kinder Gottes. So wird das Vordergründige durchlässig: Das Leid für die Hoffnung, die Angst für Vertrauen und die Einsamkeit für ein neues Verbundensein. In diesem Sinn pilgern die Gläubigen von Wörth und Kiefenholz seit 175 Jahren zur Gottesmutter und ihrem Kind auf den Pilgramsberg. „Auf die Fürsprache Mariens möge Gott weiterhin auf Sie und mich und die Menschen in unserem Land, in unserer Stadt und unserer Pfarrgemeinde ein Auge werfen“, predigte der Wörther Pfarrer.

Die Botschaft

  • Sehen:

    „Das Augenlicht verlieren und wieder geschenkt bekommen, wird nur wenigen zuteil. Aber sehend werden ist weit mehr als nur die Augen gebrauchen. Von einem blinden Menschen habe ich erfahren, was es heißt, auch ohne die Augen zu sehen, vielleicht tiefer und intensiver als die Umwelt mit ihren Augen“, sagt Pfarrer Baier.

  • Botschaft:

    Die eigentliche Botschaft, die Gott mit der Blindenheilung des kleinen Josef vor 175 Jahren mit auf den Weg geben will: Er will uns darauf aufmerksam machen, dass es für unseren Glauben ganz wichtig ist, nicht nur vordergründig mit den Augen zu sehen. Wir können noch viel mehr und viel tiefer sehen, wenn wir uns auf unser Herz verlassen“, betont Pfarrer Baier.

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