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Asyl

Rosenhof ist leer: Zukunft ungewiss

Die letzten Flüchtlinge verließen am Donnerstag das ehemalige Wörther Hotel. Was der Besitzer vor hat, ist noch offen.
von Walter Schiessl, MZ

  • Der Bus, der Asylbewerber in andere Unterkünfte des Landkreises brachte, verließ am Donnerstag morgen den Rosenhof.Fotos: Schießl
  • Cemal Akkaya muss sich überlegen, was er aus dem Rosenhof machen will.

Wörth. Der Bus, der die letzten Flüchtlinge vom Rosenhof aus in andere Quartiere fuhr, startete am Donnerstag um 9.10 Uhr. „Jetzt sind alle Asylbewerber in anderen Unterkünften untergebracht“, sagte Landkreis-Pressesprecher Hans Fichtl. Das ehemalige Wörther Hotel, das seit 2012 Flüchtlinge beherbergte, ist somit völlig leer. „Wir müssen nun erst einmal aufräumen“, sagt Besitzer Cemal Akkaya. Überlegungen gebe es in mehrere Richtungen, lässt er wissen. Was er mit dem Gebäude vorhat, das ist noch unklar.

„Die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen im Rosenhof endet offiziell am 31. Januar 2017. Ob das Gebäude eventuell später nach einer Nutzungsänderung und Umbaumaßnahmen möglicherweise als Gemeinschaftsunterkunft genutzt wird, ist noch nicht entschieden. Die Verhandlungen mit dem Betreiber dazu laufen noch“, teilte Markus Roth, der Pressesprecher der Regierung unserem Medienhaus mit.

Den Umzug gut regeln

Cemal Akkaya (59), der das Haus 2008 für 380 000 Euro ersteigert und vier Jahre als Hotel geführt hatte, nahm 2012 die ersten Asylbewerber auf. Damals erhielt er von der Regierung noch eine Kopfpauschale pro Beleger. Der Zahl der Flüchtlinge stieg in den Folgemonaten gewaltig an. Die meiste Zeit war der Rosenhof dann voll belegt. 130 Flüchtlinge hatte das Gebäude beherbergt mit bis zu fast 30 Nationen. Cemal Akkaya beschäftigte ein Personal von nach seinen Angaben zwölf Mann, die für einen geregelten Ablauf in Haus und Küche sorgen sollten. 2200 Quadratmeter habe sein Haus, die Fläche sei somit für 130 Asylbewerber ausreichend vorhanden gewesen, sagte Akkaya.

„Die Unterbringung von Asylbewerbern im Rosenhof ist jetzt vorbei“, sagte Markus Roth. Der Vertrag der Belegung durch die Regierung beziehungsweise das Landratsamt hätte eigentlich schon zum 31. Dezember vergangenen Jahres geendet, doch wurde noch ein Monat draufgelegt, um einen geregelten Umzug der Bewohner in andere Liegenschaften, die der Landkreis angemietet hat, zu gewährleisten.

„Kopfpauschalen dürfen seit 2017 nicht mehr gezahlt werden!“

Pressesprecher Markus Roth

Die Regierung ist inzwischen auch dazu übergegangen, die Räumlichkeiten zu ortsüblichen Mietpreisen zu mieten. „Kopfpauschalen können seit 2017 auch nicht mehr bezahlt werden“, sagte Markus Roth. Cemal Akkaya müsse sich nun überlegen, ob er dafür investieren wolle, um das ehemalige Hotel noch einmal als Gemeinschaftsunterkunft durch die Regierung anmieten zu lassen. „Da muss er sich mit seinem Architekten Gedanken machen“, sagte Markus Roth. Neben Verbesserungen im Brandschutz stehe ein geändertes Raumkonzept mit dem Einbau von Küchen und einer anderen Raumaufteilung zur Debatte. Aber entscheiden müsse das Cemal Akkaya, die Regierung könne im Falle der erfolgten Nutzungsänderung dann das Gebäude als Ganzes anmieten.

Cemal Akkaya hat beschlossen, nach Wörth zu ziehen. Den Bewohnern des Hauses an der Bayerwaldstraße 11, das er im September gekauft hat, hat er per Brief mitgeteilt, dass er nun Eigenbedarf für sich und seinen Sohn angemeldet hat. Der Grund: Cemal Akkaya ließ die Bewohner schriftlich wissen, er arbeite in Wörth und besitze hier auch keine andere Wohnung. Die Familie, die das Haus an der Bayerwaldstraße seit 17 Jahren bewohnte, ist jetzt unter Umzugszwang. „Bis Mai sollen wir neue Wohnungen finden“, sagen das Ehepaar und deren Tochter, die im ersten Stock des Haues wohnt. Cemal Akkaya sagte gegenüber unserem Medienhaus, dass er vorhat, nach Wörth zu ziehen. „Ich fühle mich als Wörther“, sagte er

Im Rosenhof, der zunächst einmal ausgeräumt werden müsse, gibt es noch keine konkrete Vorstellung, in welcher Form das Haus weitergeführt werden soll. „Wir denken noch darüber nach“, sagt der Inhaber. Ob er noch einmal einen Mietvertrag für Asylbewerber schließen werde, das könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, so Cemal Akkaya. Zunächst wolle er mit dem Architekten eruieren, welche Kosten durch die Aufrüstung mit Brandschutz und andere Modernisierungen entstehen würden. Habe man das alles auf der Hand, werde man entscheiden, wie es weitergehe. Solange das nicht klar sei, sei die Zukunft des Hauses noch offen.

Auch Lohberg wurde gekündigt

Cemal Akkaya machte schon durch andere Gebäudekäufe von sich reden. Denn er erwarb im Sommer 2013 in Waffenbrunn im Landkreis Cham die ehemalige Pension Sonnblick, die schon lange leer gestanden war. Ab Herbst 2013 war das Haus wieder voll, die 30 Zimmer wurden mit Asylbewerbern aus Syrien, Pakistan, dem Iran und anderen Ländern belegt.

Heute leben nach Auskunft von Friedrich Schuhbauer, dem Pressesprecher des Landratsamts Cham, dort noch 24 Personen Auch in Lohberg (ebenfalls im Landkreis Cham) hat Cemal Akkaya eine Pension erworben, die aber vom Landsratsamt zum 30. April gekündigt wurde. Auch dort waren bis 2016 an die 40 Flüchtlinge untergebracht, zuletzt bröckelte die Zahl, denn in der Bundesrepublik kamen nach der Sperrung der Balkan-Route immer weniger Asylbewerber an.

Der Landkreis Cham hat im Gegensatz zu Regensburg mehr auf dezentrale kleinere Lösungen gesetzt.

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