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Aktion

Wörth wirbt für Toleranz

In der Stadt gehen in den nächsten Wochen Veranstaltungen, die für Vielfalt werben, über die Bühne. Bei Kindern beginnt es.
von Walter Schiessl

  • Schon 2016 bemalten die Wörther große Wände mit bunten Menschen. Fotos: Schmid
  • Organisatorin Hildegard Schindler malte bunte Hände.

Wörth.Zum zweiten Mal wird es einen Monat lang in Wörth mehrere Veranstaltungen für „Vielfalt und Toleranz“ geben. „Damit“, so sagt die Organisatorin und Stadträtin Hildegard Schindler, „wollen wir zeigen, dass Wörth eine sehr offene Stadt ist“. Man wolle der Öffentlichkeit zeigen, dass die Bürger nicht gegen was seien, sondern f´ür Offenheit, Vielfalt und Toleranz eintreten. Der Veranstaltungsreigen, in den Senioren und Kindergartenkinder eingebunden seien, ist Teil der Aktionswochen der Solidarität mit den Gegnern und Opfern von Rassismus, die alljährlich um den 21. März, den Internationalen Tag gegen Rassismus, stattfinden.

„Wir in Wörth haben uns schon 2016 im Sozialausschuss dafür entschieden, Zeichen gegen Rassismus zu setzen“, sagt Hildegard Schindler. Vor zweieinhalb Jahren kamen die Wörther auf die Idee, doch den Kinoabend, den der Werbekreis zusammen mit dem Büro Planwerk seit 2013 in Wörth anbietet, mit einer „bunten Aktion“ zu verbinden. Viele Besucher hatten sich damals an einer Malaktion beteiligt, bei der mehrere mannshohe Wände mit bunten Menschen und Handabdrücken bemalt worden waren. Die Tafeln wurden später an belebten Orten in der Stadt aufgestellt, ehe sie in der Schule platziert wurden. „Dort finden sie immer noch Eingang in den Unterricht“, freut sich die Organisatorin.

„Das muss man früh lernen“

„Uns ist es wichtig, dass die Kinder schon früh lernen, verantwortungsvoll und tolerant miteinander umzugehen“, so nennt Hildegard Schindler das Gesamtziel der Aktionswoche, die am 26. März um 14 Uhr mit einem Erzählcafé im Bürgersaal beginnt. „Jedermann ist dazu willkommen“, sagt die Stadträtin. Die älteren Mitbürger werden den Schülern der achten Klassen aus ihrer Jugendzeit zu den Themen Angst, Toleranz, Schule und Freizeit erzählen, sagt sie weiter.

Den Wörthern werden dann bis zum 24. April weitere Veranstaltungen geboten, darunter ein Bilderbuchkino am 12. April um 15 Uhr in der Stadtbücherei und ein Kinoabend am 29. März im Bürgersaal „Willkommen bei den Hartmanns“. Dazu wird es heißen „Wörth isst bunt“, wozu Fingerfood-Leckerein aus verschiedenen Ländern kreiert werden. Die Aktionswochen enden am 24. April, wenn von 13 bis 16 Uhr kreative Begegnungen mit den im Rosenhof untergebrachten Asylbewerbern anstehen. „Das ganze“, so sagt Hildegard Schindler, „findet in Zusammenarbeit mit der Integrationsstelle des Landratsamtes und dem Wörther Familienstützpunkt statt.“ Laufend wird es dazu im Kindergarten „Kinderreich“ eine Bilderbuchbetrachtung von Edith Schreiber-Wicke geben, begleitet von kindgerechten Förderaktivitäten.

„Es ist wichtig, die Kinder schon früh mit dem Thema Toleranz zu befassen“, sagt Hildegard Schindler und stimmt mit der Kindergartenleiterin Stefanie Hake überein. „Wir machen auf alle Fälle mit“, sagt die Chefin des an die 100 Mädchen und Buben zählenden Kindergartens an der Schusshütte. „Der genaue Beitrag steht aber noch nicht fest“, sagt sie.

Aus Sicht der Polizeiinspektion, deren Dienstbereich das Areal zwischen Aufhausen und Brennberg sowie zwischen Donaustauf und Zinzendorf betreut, gab es nach aussage des Leiters Josef Schweiger so gut wie keine Auffälligkeiten. Im ehemaligen Hotel Rosenhof sind derzeit 100 Asylbewerber untergebracht.

Es gibt keinen Hinweis

„In unserem Bereich haben wir jetzt noch 13 Unterkünfte mit 275 Asylbewerbern“, sagt der Erste Polizeihauptkommissar und ergänzt, dass die Zuwanderer nicht straffälliger als die Bundesbürger wären. „Es kommt schon vor, dass wir mal zu einer Streiterei gerufen werden“, sagt Josef Schweiger, aber das geschehe überall mal.

Umgekehrt gebe es auch keine Hinweise auf Rassisten im Inspektions-Bereich. „Wir hatten die Schilder von Wörth ist bunt ja an mehreren Stellen stehen“, sagt Josef Schweiger. Aber nicht eines sei beispielsweise verschmiert worden, was man auch als Zeichen von Rassisten hätte werten müssen, sagt der PI-Leiter. „Das Zusammenleben der Wörther mit den Flüchtlingen funktioniert bestens“, lautet das Fazit von Josef Schweiger.

Dieser Ansicht sind auch viele der Wörther. So sagt die Rentnerin Anna Neumann, man müsse die Menschen einfach leben lassen, wie sie wollen und die anderen eben auch tolerieren. „Aber das gilt für alle Nationalitäten“, meint sie weiter. Die 17-jährige Lisa Ackermann sagt, es sei sogar sehr schön, Menschen aus fernen Ländern in der eigenen Stadt zu haben. „Davon kann jeder doch nur profitieren“, sagt sie weiter.

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