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Gemeinderat

Baugebiet und Umgehung sollen kommen

Gegner des Baugebiets sagen, Wolfsegg sei in letzter Zeit so stark gewachsen, dass die Infrastruktur bereits überlastet sei.

Die Gemeinde will die Baugebietsausweisung weiter verfolgen. Foto: Jens Büttner/dpa
Die Gemeinde will die Baugebietsausweisung weiter verfolgen. Foto: Jens Büttner/dpa

Wolfsegg.Bis auf den letzten Platz gefüllt waren die Besucherstühle bei der jüngsten Gemeinderatssitzung im Burgdorf. Grund dafür war die abermalige Behandlung des neuen Baugebiets „Schauerloch“. In der Bürgerversammlung im November waren große Widerstände in der Bevölkerung gegen das Vorhaben deutlich geworden. Bürgermeister Wolfgang Pirzer berichtete von der kontroversen Diskussion, von den Argumenten der Gegner, die ein zu rasches Ortswachstum befürchten. Eine Entwicklung in der Ortsmitte sei nicht mehr möglich, und Bauleitplanung heiße noch nicht, dass das Baugebiet auch zustande komme, merkte Pirzer an.

Er verlas Briefe von Gegnern des Vorhabens. Bezweifelt wurde darin der Bedarf an dem neuen Baugebiet.

Wolfsegg sei in letzter Zeit sowieso so schon so stark gewachsen, dass die Infrastruktur bereits überlastet sei. In einem weiteren Schreiben wurde angeführt, dass die geplante Umgehungsstraße sinnfrei sei, weil sie nicht genutzt würde. Es fehle die Systematik in der Planung, letztlich würden Flächen versiegelt, Natur zerstört und Steuergelder verschwendet. Gefordert wurde in einem weiteren Brief, Nachhaltigkeit und Entwicklung des Ortskerns nicht außer Acht zu lassen.

Schule braucht Zuwachs

Vor der Beratung ging Pirzer selbst ausführlich auf die Kritikpunkte ein. Es werde über die Engstelle in der Judenberger Straße schon seit Jahren diskutiert. Eine Umgehung würde hier Entlastung bringen. Die Strukturen von Kinderhaus und Grundschule seien nicht überlastet, im Gegenteil brauche es für die Schule Zuwachs. In seiner Amtszeit sei die Bevölkerungsentwicklung fast stagniert, so Pirzer. Er sei auch gegen Flächenversiegelung, aber beispielsweise würde der geforderte Radweg auch zu Buche schlagen. Die Behauptung, das Vorhaben koste zwei Millionen Euro, stimme nicht, er gehe von rund der Hälfte aus.

Alfons Fuchs betonte, dass die Umgehung nicht hauptsächlich für die Erschließung des Baugebietes gedacht sei, sondern zur Entlastung der Judenberger Straße. Heinz Prokopidis dagegen sehe diese Entlastung nicht. Womöglich käme das Baugebiet vor der Umgehung, dann sei die Lage in der Judenberger Straße noch schlimmer. Aus seiner Sicht wäre es sinnvoller, das Baugebiet zurückzustellen bis die Sache mit der Umgehung geklärt sei.

„Entwicklung ist essenziell“

„Wir haben es uns nicht leicht gemacht, aber wir müssen uns auch um die Entwicklung kümmern.“, sagte Reinhard Dillinger. Gemeinderat Roland Frank bekräftigte, dass die Baulücken tatsächlich ein Problem seien, aber das Zurückhalten von Parzellen oft ein Zugeständnis an die Grundstücksverkäufer gewesen sei. Eindringlich betonte Pirzer, dass eine sinnvolle und gemäßigte Ortsentwicklung für Wolfsegg und die Einrichtungen essenziell sei. Maria Scheid schlug vor, dass der Gemeinderat nochmals genauer hinhören soll, was die Bürger wollen.

Vermutlich sei überhaupt die Umgehungsstraße das größere Problem, so Dillinger; früher oder später müsse man in die Außenbereiche gehen, weil das die einzige realistische Entwicklungsmöglichkeit sei. Fuchs sagte, dass es auch etliche Befürworter gebe. Prokopidis erwiderte, dass er solche Widerstände gegen ein Vorhaben bislang noch nicht erlebt habe.

Für die Bürger gebe es auch noch andere Wege der politischen Einflussnahme wie Bürgerbegehren. Letztlich wurde mit drei Gegenstimmen beschlossen, am Beschluss der letzten Gemeinderatssitzung festzuhalten und die Baugebietsausweisung weiterzuverfolgen. (lpm)

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