MyMz
Anzeige

Aktion

Wolfsegg: Helfer störten die Weiße Frau

Die berühmte Sagengestalt bekam Besuch: 20 Ehrenamtliche schleppten von der Burg tonnenweise Gerümpel hinunter ins Tal.
Von Petra Meier

  • Die verschiedensten Gegenstände hatten sich über die Jahre angesammelt und wurden gleich in den Wertstoffhof transportiert. Foto: Petra Meier
  • Mit den vielen Helfern ging es treppauf, treppab dann doch vergleichsweise schnell. Foto: Petra Meier

Wolfsegg.Da hat die „Weiße Frau“ aber gestaunt: Zehn Kubikmeter Holz und zweieinhalb Tonnen Glas wurden binnen fünf Stunden aus den Räumlichkeiten und aus dem Hof der Burg an den Fuß des Burgberges in den Wertstoffhof gebracht – das ist die Bilanz eines Großeinsatzes von über 20 ehrenamtlichen Helfern.

Hintergrund der Aktion war, wie mehrfach berichtet, dass das Wahrzeichen von Wolfsegg gleichsam eine Frischzellenkur erhält. Mit Fördermitteln werden das Museums- und das Raumkonzept erneuert und der Brandschutz sowie das Sicherungssystem auf den aktuellen Stand gebracht. Dafür ist es notwendig, die Burg schlicht und ergreifend fast komplett auszuräumen.

Neben den festinstallierten Schautafeln und Vitrinen mit Exponaten hatten sich über die vergangenen 30 Jahre natürlich auch viele, teils sperrige Dinge angesammelt, die eigentlich nicht mehr benötigt werden. Insbesondere der Dachboden der Burg war in Sachen Brandschutz ins Visier geraten, denn trotz einer großen Räumaktion vor ein paar Jahren stellten die verschiedenen Gegenstände immer noch viel zu viel Brandlast dar.

Aktion in klirrender Kälte

Seit Herbst wurde von Kuratoriumsmitgliedern in der Burg geräumt, aussortiert, abmontiert und zerlegt. Kleinere Teile hatten sie dazwischen immer wieder abtransportiert und entsorgt oder zu Hause eingelagert. Für die zerlegten Vitrinen mit vielem schweren Glas und die Schautafeln waren aber mehr Hände notwendig, zumal es keine wirkliche Zufahrt gibt und die Burg am Ende nur über Stufen erreichbar ist. So hatte Sonja Fuchs, Geschäftsführerin des Kuratoriums, bei den örtlichen Vereinen und beim Gemeinderat getrommelt.

„Mit der Aktion wurden der Burg viele tausend Euro gespart.“

Sonja Fuchs

Über 20 Helfer von Feuerwehr, Landsknechten, Gemeinderat und Kuratorium fanden sich schließlich pünktlich um 9 Uhr bei klirrender Kälte ein und legten gleich los. Bis knapp Mittag waren Holz, Elektro, Metall und viele andere Gegenstände entweder in den Wertstoffhof abtransportiert bzw. für die Sperrmüllabholung am Fuß des Burgbergs gelagert.

Vom Dachboden nach unten hatten die Helfer viele Stufen zu überwinden. Foto: Michael Jaumann
Vom Dachboden nach unten hatten die Helfer viele Stufen zu überwinden. Foto: Michael Jaumann

Nach einer stärkenden Brotzeit ging es vor allem an die schweren Sicherheitsglasscheiben, die möglichst vollständig ankommen sollten. Nach rund fünf Stunden war der Einsatz beendet. Die berühmte Sagengestalt haben die Helfer aber nicht zu Gesicht bekommen.

„Mit der Aktion wurden der Burg viele tausend Euro gespart. Wir sind den fleißigen Helfern sehr dankbar“, lobt Sonja Fuchs das Engagement der Ehrenamtlichen. Die werden vielleicht auch noch einmal in die Hände spucken müssen, denn der Dachboden der Burg ist noch keineswegs leer.

Die Weiße Frau ist das Wahrzeichen von Burg Wolfsegg. Foto: Thomas Kreissl
Die Weiße Frau ist das Wahrzeichen von Burg Wolfsegg. Foto: Thomas Kreissl

Seit Sommer 2016 wird an der Burg Wolfsegg gearbeitet. Die Maßnahmen gliedern sich in die Bereiche Gestaltung des Außenbereichs am Burgberg, Instandsetzung, Ausstattung und Einrichtung des Hollnbergerhauses, teilweise Umgestaltung des Burghofs und anliegender Gebäude, Neugestaltung der Dauerausstellung sowie Modernisierung der Anlagen für Brandschutz, Überwachung und Alarmierung.

Die veranschlagten Kosten belaufen sich nach Angaben des Landratsamts auf insgesamt 1,075 Millionen Euro. Zuschüsse in Höhe von 627 000 Euro sind beantragt. Diese setzen sich zusammen aus 150 000 Euro vom Kulturfonds Bayern, 67 000 Euro vom Bezirk Oberpfalz, 50 000 Euro von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen, 100 000 Euro von der Bayerischen Landesstiftung und einer Förderung über Leader in Höhe von 260 000 Euro. Der Verein Kuratorium Burg Wolfsegg verfügt über Eigenmittel in Höhe von 115 000 Euro, der Rest wird über eine Spende der Sparkasse in Höhe von 333 000 Euro abgedeckt.

Noch kein Termin für Museum

Der nächste Schritt ist, die Räume zu renovieren, bevor die neue Ausstattung kommt. Die Ausstellungsmacher arbeiten nach Auskunft des Landratsamts bereits an den neuen Inhalten und die Schreiner an der neuen Ausstattung. Vor Ort ist der Elektriker dabei, die Haustechnik und die Brandmeldeanlage zu ertüchtigen, danach müssen die Wände neu gestrichen und die Böden aufbereitet werden, am Ende kann die neue Ausstellung aufgebaut werden. Neben der Neugestaltung der Dauerausstellung geht es im Endspurt jetzt an die Gestaltung und Ausstattung der Außenanlagen sowie des Um- bzw. Rückbaus von Bühne und Tribüne im Burghof.

Geplant ist die Burgsaison – wie jedes Jahr – am 1. Mai zu eröffnen. Ein Termin für die offizielle Eröffnung des Museums steht noch nicht fest.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht