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Rückblick

Drei Jahre Bauzeit sind eingeplant

Der Zeitlarner Bürgermeister freut sich, dass der Ausbau der Bundesstraße 15 endlich in Angriff genommen wird.
Von Ralf Strasser, MZ

  • Die Bundesstraße 15 und die Unterführung unter der Bahnlinie bei Laub werden ab nächstem Jahr erneuert. Fotos: Strasser
  • Straßen in Laub wurden instandgesetzt.
  • Die Schule in Zeitlarn wurde saniert.
  • Die B15-Unterführung wird erneuert.

Zeitlarn.Ein arbeitsreiches Jahr, erfolgreich zwar, aber kein günstiges. So könnte man 2015 kurz und prägnant zusammenfassen. Über drei Millionen Euro kostete allein die Schulhaussanierung, Grundstücke wurden im Zuge der Baulanderschließung aufgekauft, der Hochwasserschutz „altes Dorf“ schlägt Lücken in den Haushalt, die Straßensanierungen werden ohne Beteiligung der Bürger gestemmt und für den Neubau des Rathauses wurden bereits Planungsgelder investiert.

„Alles keine Luxusprojekte“, betont der Zeitlarner Bürgermeister Franz Kröninger. Darauf legt er Wert, für ihn ist das auch das Geheimnis, warum es der Gemeinde Zeitlarn seit vielen Jahren so gut geht. „Das tun, was man kann und was notwendig ist. Nicht mehr und nicht weniger.“

2,5 Millionen Euro für Straßen

Dabei ist ein „Mehr für den Bürger“ durchaus im Sinne der Gemeindepolitik. Konkret ist hier die Straßenausbausatzung zu nennen, die Zeitlarn – fast schon als Alleinstellungsmerkmal im Landkreis – nicht anwendet. Vor zwei Jahren hat man dies im Gemeinderat beschlossen, als man die Sanierung der Gemeindestraßen auf die Tagesordnung setzte. 2,5 Millionen Euro müssen aufgewendet werden, etwa 600000 Euro hätte man als Belastung an die Anwohner weiterleiten müssen. Auch wenn die Sollbestimmung des Artikels 61 der Gemeindeordnung dies so vorsieht, nahm man Abstand. „Wir sind leistungsfähig genug, um das zu stemmen“, sagt Kröninger. Eine Geste, die ankommt, man ist zufrieden mit der Gemeindepolitik, empfindet sie als bürgernah.

Dass es der Gemeinde gut geht, mag der Kompaktheit geschuldet sein, 16 Quadratkilometer Fläche sind eben leichter zu handhaben als beispielsweise eine Flächengemeinde wie Bernhardswald. Ein Vorteil, der schnell ins Negative gehen kann. So liegen einige Teile im Überschwemmungsgebiet, der Verkehr läuft ebenfalls mit über 12000 Fahrzeugen täglich sehr kompakt durch den Ort und eine Ausdehnung der Bauplätze bleibt schwierig.

Zweieinhalb Jahre Bauzeit

Die Schule in Zeitlarn wurde saniert.
Die Schule in Zeitlarn wurde saniert.

Auf der To-Do-Liste kann man nach einigen Jahren hinter der Schulsanierung einen Haken machen, bereits Anfang Februar hat man die zweieinhalb Jahre Bauzeit hinter sich. Dann beginnt die nächste Herausforderung mit der „Neuformierung“ von Kindergarten, Krippe, Hort und Krabbelgruppe. „Alle müssen umziehen, wir nützen die entstandenen baulichen Synergien, aber die Logistik des Umzugs wird sicherlich nicht einfach.“ Machbar wird auch der Neubau des Rathauses sein, auf einem zentralen Grundstück, an dem die Gemeinde schon seit gut 15 Jahren interessiert ist.

„Jetzt hat es geklappt, der Entscheidungswettbewerb hat uns ein gutes Ergebnis gebracht, im Sommer können wir anfangen.“ Zwei Jahre hat die Verwaltung eingeplant, dann wird sie in Nachbarschaft der Kirche einziehen.

Vieles, was man sich vorgenommen hat, konnte man realisieren, doch es gibt auch Bereiche, die durchaus Kopfschmerzen bereiten. Die Fortschritte im Hochwasserschutz betrachtet der Bürgermeister mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Es geht voran, aber nur schleppend. Mein Wunsch, dass die Planungen heuer konkret werden, hat sich leider nicht erfüllt.“ Auch das Baugebiet Mitterfeld läuft noch nicht rund. „Wir arbeiten daran, Probleme aus der Welt zu schaffen“, meint er.

Geduld ist nötig

Was bringt das neue Jahr weiter? Bürgermeister Kröninger: „Die Straßensanierungen gehen in Regendorf und in der Pentlhofstraße weiter und die B15 wird ab dem Frühjahr endlich ausgebaut. Das macht ja das Staatliche Bauamt, wir haben da wenig Einfluss. Umso mehr freut es uns natürlich, dass jetzt Bewegung in die Sache kommt und vor allem die Unterführung der Bahnlinie endlich in Angriff genommen wird.“ Geduld muss man trotzdem aufbringen, die Bauzeit beträgt drei Jahre.

Auch die Umbauplanung der Gemeinde wird viel Zeit in Anspruch nehmen. „Die ersten Planungen mit der Bestandsaufnahme laufen“, sagt Kröninger.

Druck aus Regensburg steigt

Ein zentrales Thema werde dann wohl die Trassenführung für eine Erweiterung der Ostanbindung zu Regensburg sein. „Verlässlich kann man da noch nichts sagen“, schränkt er ein. „Aktuelle Zahlen sind erst vom Landratsamt in Auftrag gegeben worden, das letzte Verkehrsgutachten stammt aus dem Jahre 2005 und dort steht, dass eine Umfahrung von Zeitlarn nur eine begrenzte Wirkung auf den Verkehr haben wird.“ Doch der Druck, vor allem aus der Stadt Regensburg, werde immer größer, so Kröninger. „Man muss sehen, was kommt.“

Das sagen die Fraktionen

  • PWG-Fraktion

    Auf der Plusseite sieht Fraktionssprecher Thomas Klein die Sanierung der Grundschule, die Straßensanierung und die Planungen des Hochwasserschutzes. „Leider ist die weit fortgeschrittene Baugebietsplanung Mitterfeld III ins Stocken geraten.“ In den Fokus rücken das Gewerbegebiet „Mühlhof/Neuhof“ und der Neubau der Bahnunterführung. Ebenfalls positiv: Das Engagement der Gemeinde in der Flüchtlingsproblematik.

  • ABG-Fraktion

    Wir sind durchaus zufrieden“, sagt Franz Kröninger. „Uns steht künftig eine moderne Grundschule zur Verfügung, die Sanierung der Gemeindestraßen hat begonnen und auch beim Neubau des Rathauses wurde mit dem Realisierungswettbewerb ein erster Meilenstein gesetzt. Leider hakt es nach wie vor bei der Umsetzung des Hochwasserschutzes im alten Dorf. Positiv: Gewerbegebiet Neuhof-Mühlhof. Die größte Herausforderung: die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans.

  • SPD

    „Mit Schule und Rathausneubau wurden große Projekte in Angriff genommen bzw. erfolgreich weitergeführt“, sagt Wilhelm Dongus. „Besonders beeindruckend aus Sicht der SPD sind die Willkommens-Kultur der Gemeinde und das Engagement der ehrenamtlichen Helfer. 2016 warten die Weiterführung des Hochwasserschutzes (vor allem in Regendorf), das Baugebiet „Mitterfeld III“ und das Gewerbegebiet in Mühlhof als Herausforderungen.

  • CSU

    Als sehr wichtig betrachtet die CSU-Fraktion den Erwerb des Grundstückes für den Rathausbau und damit die Stärkung des Ortskerns, darüber hinaus die Sanierung Zeitlarner Straße (Laub) und Pentlhofweg (Zeitlarn) sowie die Etablierung eines Wochenmarkts. Ausblick und Wünsche: Baubeginn Rathaus, zeitnahe Umsetzung von Gemeinderatsbeschlüssen, zügige Fortführung Hochwasserschutz „altes Dorf“, Realisierung Baugebiet Mitterfeld III und Gewerbegebiet. (msr)

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