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Zeitlarn
Mittwoch, 19. September 2018 31° 1

Bildung

Fischer erklären Leben im Wasser

Irlbacher Schulkinder erfahren von den Zeitlarner Fischerfreunden, wie Forellen schwimmen und wo sich Karpfen wohlfühlen.
Von Ralf Strasser, MZ

  • Die Kinder staunen nur so darüber, was in den Behältern so alles schwimmt. Fotos: Strasser
  • Was ist denn das?
  • Da war doch noch was ...
  • Eifrig suchen die Kinder nach Lebewesen im und am Wasser.
  • Die Kinder staunen nur so darüber, was in den Behältern so alles schwimmt.
  • Aufmerksam hören die Kinder Jugendleiter Christian Schmid zu.
  • Eifrig suchen die Kinder nach Lebewesen im und am Wasser.
  • Michael Schedl informiert über die Tiere, die die Kinder gefunden haben.

Zeitlarn.„Jedes Kind, welches ich weg vom Computer raus an die Natur bekomme, ist ein Gewinn.“ Das sagt Christian Schmid. Naturliebhaber, Familienvater, Fischer und erster Jugendleiter der Fischerfreunde Zeitlarn. Doch das sagt sich so leicht. Wie erklären, warum gerade die Fischerjugend ein großes Herz hat für die Umwelt und den Lebensraum Wasser? Als Geschmacksträger gibt es eine Aktion, die sich „Fischer machen Schule“ nennt und vom Landesfischereiverband Bayern initiiert wird.

„Das Thema Umwelt und Wasser haben wir schon in der Schule begleitet und vermittelt“, sagen Petra Rösch und Karin Lauterbach, die als Klassenleiterin der vierten und dritten Klasse der Grundschule in Irlbach vermitteln, wie Forellen schwimmen, wo sich Karpfen wohlfühlen und was sonst noch kreucht und fleucht in Regen, Donau und im Weiher.

Viel spannender ist die Praxis

Doch das ist Theorie, viel spannender ist die Praxis vor Ort, auch wenn das schulische Wissen mit Quiz, bunten Abziehbildern und virtuellen Entdeckungstouren aufgepeppt wird. „Wir waren vom Angebot der Fischerfreunde Zeitlarn zur Mitmachaktion am Regen begeistert und haben sofort zugesagt“, erinnert sich Petra Rösch. Also raus in die Natur und schauen, was sich so tut am Regen. Der Plan: Die Schüler erfahren unter fachkundiger Anleitung, wie das Leben im und am Wasser funktioniert. Sie lernen einige Fischarten, Kleintiere und Pflanzen mit Namen kennen und gewinnen spielerisch erste Einblicke in die vielfältigen Zusammenhänge dieses Ökosystems. Durch eigenes Erkunden fällt es den Schülern leichter, die ökologischen Zusammenhänge in der Natur zu begreifen und sich für deren Schutz zu engagieren.

Am Ufer warten Michael Schedl und Christian Schmid, die mit Andreas Hartmann und Sebastian Bilz die Fischerjugend des mitgliederstarken Vereins in Zeitlarn leiten und betreuen. Zwei Stationen am Wehr mit kiesigem Strand und am sandigen Ufer des Regens stehen bereit, im aufgebauten Aquarium schwimmen Rotaugen, Rotfedern und ein Blaubandbärbling. „Den gibt es allerdings gar nicht im Regen“, betont Schedl. „Das ist ein reiner Weiherfisch.“ Aha, wieder etwas gelernt, es gibt also auch Fische, die nicht im Fluss schwimmen.

„Wir sind ja keine Sportfischer“

Weiter geht’s zum großen Sammeln. Lupe, Sieb, Becher und Pinsel werden ausgeteilt, zum Suchen, Finden und Untersuchen. „Alles, was ihr genauer anschauen wollt, wandert in die großen Wasserbehälter“, sagt Schmid, für den die Aktion eine Premiere ist. „Wir haben die Jugendabteilung erst im letzten Jahr wieder aktiviert“, sagt er und erinnert an die Wertigkeit, die die Fischer unter Beweis stellen. „Wir sind ja keine Sportfischer, sondern gehen behutsam und nachhaltig mit dem Lebensraum Wasser um. Wir sorgen mitunter dafür, dass alles im Lot bleibt.“

Doch das interessiert die Kids nur am Rande, wichtiger scheint das Entdeckungsabenteuer. „Schaut auch unter den großen Steinen nach“, empfehlen die beiden Jugendbetreuer. In der Tat: Die Beute ist groß. Muscheln jeglicher Art und kleine Fische teilen sich verschiedene Schaubecken, sogar ein Blutegel verirrt sich. „Die sind rar heute“, lächelt Schmid, „das liegt am Hochwasser.“ Eine Aussage, über die sich manche Mutter sicherlich freuen wird.

Zwischendurch paddelt eine Entenfamilie vorüber, die natürlich mit großem Hallo ausgiebigst gefüttert wird. Immer wieder wird gefragt und gestaunt und die Aha-Erlebnisse nehmen zu. Wo legen die Fische ihre Eier ab? Gibt’s auch Karpfen, wann fühlen sie sich wohl? Wozu braucht man eine Fischtreppe am Wehr? Wie findet man die richtig großen Muscheln und was ist das eigentlich genau, so eine Muschel?

Die Aktion kommt an. Nicht nur bei den Erwachsenen, sondern vor allem bei den jungen Neufischern. „Am besten war das Fischesammeln im Wasser und die Bratwürstl am Schluss“, so der allgemeine Tenor. Ergo geht der Daumen der neun und zehnjährigen kollektiv nach oben: „Super Sache, gerne mehr davon.“ Das Beste: Die Aktion wird auf jeden Fall wiederholt, verspricht der Jugendleiter der Fischerfreunde.

Fischerjugend Zeitlarn

  • Um was es geht:

    Das Ziel der Jungendgruppe ist neben dem Fischen auch das Stärken des Umgangs mit der Natur. Fischen sollte mehr sein als „nur“ Spaß. Pflichtbewusstsein und Sorgfalt gehören mit dazu.

  • Was geboten wird:

    Das Jugendfischen bei der Fischerhütte kostet je Fischen 2,50 Euro. Das Jugendfischen am Puchnerweiher sowie am Schmidmeierwasser kostet je 2 Euro.

  • Aktionen:

    Schülern aus der 3. und 4. Klasse wird das Wasserleben nähergebracht. Weitere Infos gibt es unter www.fischerfreunde-zeitlarn.de.

  • Jugendgruppe:

    Sie wurde am 6. Oktober 1989 gegründet und hat letztes Jahr einen Neuanfang genommen. Sie besteht derzeit aus 13 Jugendlichen. „Wer unserer Jugendgruppe beitreten möchte, muss mindestens zehn Jahre alt sein“, erklärt Jugendleiter Schmid.

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